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Auch Deutschland hat seine Ziele zum Schutz der lebendigen Umwelt gerissen

Ein Blick in den Nationalen Bericht zur Biodiversität zeigt: Die Landwirtschaft ist die Hauptursache für das Artensterben hierzulande.

von
24.09.2020
10 Minuten
Eine Gruppe aus etwa zehn Kranichen steht in erstem Morgenlicht im Wasser. Sie sind nur als Silhouette zu erkennen

Die Staatengemeinschaft hat kein einziges der Ziele zum Schutz der biologischen Vielfalt erreicht, die sie sich selbst vor zehn Jahren gegeben hat. Diese Erkenntnis aus dem fünften Globalen Bericht zur Biodiversität fußt auf den nationalen Berichten, die jeder einzelne der mehr als mehr als 190 Mitgliedstaaten der Konvention über biologische Vielfalt (CBD) erstellt hat.

Wie sieht es also in Deutschland aus, dem Land, das sich gerne in der Rolle des weltweiten Vorreiters sieht? Ein Blick in den Bericht der Bundesregierung zeigt: nicht viel besser.

Von Wende zum Besseren auch in Deutschland keine Spur

Bis 2020 sollte die Wende beim ausbeuterischen Umgang mit dem Planeten gelingen. So formulierten es die Regierungen der Welt vor zehn Jahren auf der Weltbiodiversitätskonferenz im japanischen Nagoya.

20 Ziele legten die 190 Mitgliedstaaten der Konvention über biologische Vielfalt fest und benannten sie nach der Präfektur, in der sie sich trafen: Die Aichi-Ziele für eine bessere Welt waren geboren. Mit ihnen sollte etwa das Artensterben gestoppt, umweltschädliche Subventionen beseitigt, die Belastung mit Schadstoffen auf ein verträgliches Maß reduziert, Fischfang und Jagd nachhaltig umgebaut und die Zerstörung von Wäldern, Korallenriffen und anderen Lebensräumen beendet werden.

Menschen weltweit sollten sich der Bedeutung einer intakten Natur bewusst und sie alle sollten gleichberechtigt Zugang zu den natürlichen Ressourcen erhalten. Die Produktionsketten und der weltweite Konsum sollte nachhaltig umgebaut und die Landwirtschaft zu einer lebensfreundlichen Wirtschaftsweise reformiert werden – das waren nur einige der Ziele. Dass sie bis 2020 nicht so vollständig erreicht würden, dass keine Probleme mehr übrig bleiben würden, war bereits bei der feierlichen Verkündung klar.

Nur bei der Entwicklungshilfe kann Deutschland punkten

Doch dass dem im atemberaubenden Tempo voranschreitende Verlust von natürlicher Vielfalt auf allen Kontinenten und den ihr zugrundeliegenden Mechanismen nicht einmal im Ansatz Einhalt geboten werden konnte, wie die CBD Mitte September in ihrer Bilanz darlegte, das überraschte und schockierte dann doch viele: Keines der 20 Ziele hat die Weltgemeinschaft wirklich erreicht. Bei sechs Zielen wurden wenigstens so viele Fortschritte registriert, dass sie als teilweise erreicht bewertet wurden.

„Eine Eins, 15 Dreien, elf Fünfen und drei Sechsen: So lauten die Zensuren für Deutschland. Das Zeugnis eines Musterschülers sieht anders aus.“

Grundlage dieser weltweiten Bewertung des Fortschritts bei der Rettung der lebendigen Umwelt sind die nationalen Berichte der Vertragsstaaten der CBD. Viele von ihnen haben eigene Nationale Strategien und so sind die Ziele in Anzahl und Formulierung nicht immer völlig identisch mit den Aichi-Zielen. Die bereits 2007 verabschiedete deutsche Strategie zur biologischen Vielfalt hat beispielsweise mehr als 300 Ziele und mehr als 400 Maßnahmen, diese zu erreichen.

In ihrem neuesten nationalen Bericht an die CBD legt die Bundesregierung 30 nationale Ziele zugrunde, an denen ihr Beitrag zur Erreichung der Aichi-Ziele gemessen werden könne. In Schulnoten ausgedrückt vergibt sie sich selbst darin einmal „sehr gut“ (auf dem Weg, die Ziele zu übertreffen), 15 „befriedigend“ (auf dem Weg der Zielerreichung"), elf „mangelhaft“ (Fortschritte in nicht ausreichender Geschwindigkeit") und dreimal „ungenügend“ („weitere Entfernung vom Ziel“). Eine Eins, 15 Dreien, elf Fünfen und drei Sechsen: Das Zeugnis eines Musterschülers sieht anders aus.

Ein Tagpfauenauge sitzt mit ausgebreiteten Flügeln auf einem gelb blühenden Pflanze
Selbst für häufige Insekten, hier ein Tagpfauenauge, werden die Lebensbedingungen hierzulande immer schwieriger.

Nur in einem Ziel konnte die Bundesregierung einen hundertprozentigen Vollzug melden: Der Teil der deutschen Entwicklungshilfeausgaben, der Naturschutz oder andere nachhaltige Zwecke fördert, wurde um mehr als 50 Prozent aufgestockt und damit übererfüllt. Ansonsten zeichnet der deutsche Bericht ein gemischtes Bild.

Bei 15 der 30 nationalen Ziele sieht sich die die Bundesregierung immerhin auf gutem Weg, die Ziele zu erreichen. International wird diese Kategorie vielfach dazu genutzt, die Bilanz aufzuhübschen. Papier ist geduldig und ein rasch aufgesetztes Programm reicht aus, um den Nachweis zu erbringen, man habe sich auf den Weg gemacht.

Die Formulierung nicht nur konkreter Ziele, sondern auch die Festlegung einheitlicher Monitoringmaßstäbe wird daher auch als eine der wichtigsten Konsequenzen für die anstehende Festlegung für die Post-2020-Ziele angesehen. „Die bisherigen Ziele waren einfach zu schwammig. Die Experten in den Regierungen haben dann erst mal ein paar Jahre damit verbracht zu debattieren, was eigentlich genau gemeint ist und wie man Fortschritte überhaupt messen kann", kritisiert auch Anne Larigauderie, die Generalsekretärin des Weltbiodiversitätsrates IPBES im Interview mit den Flugbegleitern.

Studien beurteilen Fortschritte in Deutschland kritisch

.Der deutsche Bericht nimmt es mit den Nachweispflichten allerdings – wie nicht anders zu erwarten – sehr ernst und legt sehr konkret und plausibel dar, dass das der grüne Pfeil als Symbol für Fortschritte auf dem Weg zur Zielerreichung zu recht verwendet wird.

In einigen Fällen ist diese gute Bewertung allerdings inhaltlich nicht nachvollziehbar: So attestiert sich die Bundesregierung beim Ziel 18 auf gutem Wege zu sein, bis 2020 „ein gut funktionierendes Managementsystem für alle wichtigen Schutzgebiete und Natura-2000-Gebiete eingerichtet“ zu haben. Angesichts der Tatsache, dass für viele Schutzgebiete viele Jahre nach ihrer Einrichtung noch keine oder nur unzureichende Managementpläne gibt, lässt diese Einstufung fraglich erscheinen.

Studien haben überdies gezeigt, dass Natura-2000-Schutzgebiete auch hierzulande In vielen Fällen das Versprechen nicht einlösen können, das mit ihrer Gründung verbunden war, nämlich den teilweise dramatischen Rückgang der gefiederten Artenvielfalt zu stoppen.

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Vögel und Wildpflanzen als Indikator für das Scheitern

Wie in den meisten anderen Ländern ist auch in Deutschland die Intensivlandwirtschaft weiter das Biodiversitätsproblem Nummer Eins. Konkret belegt wird der ökologische Zustand des Agrarraums im nationalen CBD-Bericht mithilfe der wissenschaftlichen Indikatoren zur Entwicklung unter Argrarvögeln und -pflanzen.

Kernpunkte: Selbst früher als „Unkräuter“ überall vorkommende Wildkräuter sind mittlerweile vom Aussterben bedroht: Von den 270 typischen Ackerwildkrautarten ist jede dritte gefährdet. Nicht besser sieht es bei den Vögeln aus: Viele bis vor ein paar Jahrzehnten häufige Arten sind mittlerweile aus ganzen Landstrichen verschwunden. 70 Prozent aller Agrarvogelarten verzeichnen einen Bestandsrückgang. Einige von ihnen, wie das Rebhuhn oder Kiebitz, stehen mit mehr als 90 Prozent Bestandseinbrüchen sogar vor dem Aussterben.

In den letzten 25 Jahren hat Deutschland rund 14 Millionen Brutvögel verloren und während sich die Bestände in anderen Lebensräumen zum Teil wieder erholen (etwa im Wald) sinken sie im Agrarland weiter. Ähnlich dramatisch ist die Entwicklung bei den Pflanzen und Vögeln, die auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Weiden leben – auch hier war die Umkehr eines der nationalen Ziele.

Erfolg oder Misserfolg der meisten der insgesamt 30 Ziele laufen in Ziel 21 zusammen: „Bis 2010 konnte der Rückgang der heute vorhandenen Vielfalt wildlebender Arten gestoppt werden. Danach kehrt sich der Trend um, was zu einer größeren Vielfalt heimischer Arten über große Gebiete führt.“ Hier muss die Bundesregierung angesichts des ungebremsten Artenrückgans bei Insekten, Pflanzen und Tieren ein „ungenügend“ einräumen: „Weitere Entfernung vom Ziel“, lautet die Bewertung in diesem Punkt.

„Das Ausmaß des Artenrückgangs in Deutschland bleibt dramatisch. Es gibt einige Erfolge, aber es bleibt noch enorm viel zu tun.“
Ein Traktor sprüht aus einem Anhänger Chemikalien auf ein Feld
Die Intensivlandwirtschaft ist auch in Deutschland weiter das Hauptproblem im Kampf gegen den Verlust von biologischer Vielfalt

Das Hauptproblem: die industrialisierte Landwirtschaft

Alle Zielvorgaben mit dem Versuch eines Umbaus der Landwirtschaft zu einer nachhaltigeren Praxis scheitern krachend. In diesem Bereich hagelt es im nationalen Bericht Sechsen.

„Bis 2020 hat die biologische Vielfalt in landwirtschaftlichen Ökosystemen deutlich zugenommen“, ist eines der Kern-Ziele zur Landwirtschaft formuliert. Dieses Ziel Nummer 13 ist nicht irgendeines unter den 30 Zielen der deutschen Biodiversitätsstrategie: Auf 52 Prozent der Fläche wird hierzulande Landwirtschaft betrieben. Die Entwicklung hier ist damit entscheidend für den Zustand der biologischen Vielfalt insgesamt.

Statt der angestrebten Zunahme der Artenvielfalt wurde aber nicht einmal eine Stagnation oder eine Verlangsamung der Abnahme von Tier- und Pflanzenarten im ländlichen Raum erreicht.

„Der Trend der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ist anhaltend rückläufig, von allen regelmäßig bewerteten Lebensraumbereichen ist die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft am stärksten rückläufig“, bilanziert die Bundesregierung in ihrem dem Rechenschaftsbericht zugrundeliegenden Agrarreport.

Eine Gruppe Rebhühner sitzt in einer blütenreichen Wiese
Rebhühner brauchen zum Überleben deckungs- und insektenreiche Wiesen oder Brachen
Die Gemeinsame Agrarpolitik verwandelt ländliche Gebiete in grüne Wüsten mit unbewohnbaren Monokulturen mit maximalen Erträgen“, warnen Wissenschaftler in einem Brandbrief an Ursula von der Leyen

Die Erkenntnis ist nicht neu. Erst vor kurzem wandten sich mehr als 2500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Mitgliedstaaten der EU mit einem Brandbrief an die Europäische Kommission: „Wir beobachten katastrophale Rückgänge bei Vögeln, Säugetieren, Reptilien, Amphibien und Insekten durch eine schädliche landwirtschaftliche Praxis in ganz Europa“, schrieben die Forscherinnen und Forscher.

An Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appellierten sie vor dem Hintergrund der gerade laufenden Verhandlungen über die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in den kommenden Jahren: „Handeln Sie auf der Basis wissenschaftlicher Fakten und leiten sie ohne weitere Verzögerungen eine weitreichende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ein. […] Die GAP verwandelt ländliche Gebiete in grüne Wüsten mit unbewohnbaren Monokulturen mit maximalen Erträgen.“ Die Verhandlungen über die GAP und die ebenfalls laufenden Verhandlungen über die Umsetzung der ambitionierten EU-Biodiversitätsstrategie bieten die nächste Chance, um eine Wende zu schaffen.

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Die deutschen nationalen Ziele zur CBD und ihre Bewertung durch die Bundesregierung:


Und hier im Überblick alle deutschen nationalen Ziele zur CBD und die Bewertung durch die Bundesregierung im sechsten Nationalen Bericht.

1. Die Bedeutung der biologischen Vielfalt ist im öffentlichen Bewusstsein fest verankert. Die Handlungsweise der Menschen orientiert sich zunehmend daran und führt zu einer deutlichen Verringerung des Drucks auf die biologische Vielfalt. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

2. Integration von Biodiversitätswerten in nationale Strategien. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

3. Reduzierung umweltschädlicher Subventionen. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

4. Mehr Bewusstsein bei Konsumenten über nachhaltigen und umweltfreundlichen Konsum schaffen. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

5. Bis 2010 konnte der Rückgang der gefährdeten Lebensraumtypen gestoppt werden. Danach werden die besonders gefährdeten Biotoptypen flächen- und zahlenmäßig wieder zunehmen. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

6 Bis 2020 hat sich die Vielfalt und Struktur für typische Wälder verbessert. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

7. 2020 machen Wälder mit natürlicher Waldentwicklung 5 % der Waldfläche und 10 % der Waldfläche in öffentlichem Besitz aus. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

8. Bis zum Jahr 2020 kann sich die Natur auf 2 % der Fläche Deutschlands wieder ungestört nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln, und Wildnisgebiete können sich entwickeln. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

9. Deutschland verfügt bis 2010 auf 10% seiner Fläche über ein repräsentatives Biotopverbundsystem. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

10. Bis 2030 wird der zusätzliche Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr 30 Hektar pro Tag nicht überschreiten. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

11. Neue Straßen, Wasserwege und Schienenverbindungen weisen eine ausreichende Durchlässigkeit für Wildtiere auf (Fischtreppen, Wildbrücken). Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

12. Die Fischerei wird nachhaltig und ökologisch. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

13. Bis 2020 hat die biologische Vielfalt in landwirtschaftlichen Ökosystemen deutlich zugenommen. Bewertung der Bundesregierung: Weitere Entfernung vom Ziel

14. Bis 2015 ist die Fläche der landwirtschaftlichen Biotope mit hohem Naturschutzwert (hochwertiges Grünland, Streuobstwiesen) gegenüber 2005 um mindestens 10% erhöht worden. Bewertung der Bundesregierung: Weitere Entfernung vom Ziel

15. Die Überschreitung der kritischen Eintragsraten für Stickstoffeinträge (Eutrophierung) in stickstoffempfindliche Ökosysteme wird zwischen 2005 und 2030 um 35 % verringert. Selbstbewertung der Bundesregierung:Auf dem Weg der Zielerreichung

16. Das Ziel für 2028 bis 2032 besteht darin, den Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Fünfjahresdurchschnitt auf 70 Kilogramm pro Hektar und Jahr zu reduzieren. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

17. Vermeidung der Einschleppung invasiver gebietsfremder Arten und weitere Freisetzung und kommerzielle Nutzung nur solcher Organismen, von denen nicht zu erwarten ist, dass sie eine Bedrohung für Meeres- und Küstenökosysteme, Seen, Teiche oder Tümpel darstellen. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg zur Zielerreichung

18. Bis 2020 ist ein gut funktionierendes Managementsystem für alle wichtigen Schutzgebiete und Natura-2000-Gebiete eingerichtet worden. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

19. Umsetzung eines gemeinsamen Netzwerks gut verwalteter Küsten- und Meeresschutzgebiete, die Kernzonen der natürlichen Entwicklung umfassen, bis 2010 und Integration in internationale Netzwerke. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

20. Bis 2010 konnte der Rückgang der Arten und die Verschlechterung der (Küsten- und Meeres-)Lebensräume gestoppt werden. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

21. Bis 2010 konnte der Rückgang der heute vorhandenen Vielfalt wildlebender Arten gestoppt werden. Danach kehrt sich der Trend um, was zu einer größeren Vielfalt heimischer Arten über große Gebiete führt. Bewertung der Bundesregierung: Weitere Entfernung vom Ziel

22. Regional angepasste, von genetischer Verarmung bedrohte Nutzpflanzensorten sowie gefährdete Nutztierarten wurden bewahrt. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

23. Bis 2020 ist eine deutliche Zunahme der Begrünung von Siedlungsflächen einschließlich der wohnungsnahen Bereiche zu verzeichnen (z.B. Hofbepflanzung, kleine Rasenflächen, begrünte Dächer und Fassaden). Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

24. Bis 2020 sollen die Fließgewässer und ihre Uferzonen in ihrer Rolle als Lebensraum geschützt und die für Deutschland typische Vielfalt des Naturraums gewährleistet sein. Bewertung der Bundesregierung: Fortschritte, aber in nicht ausreichender Geschwindigkeit

25 . Anpassung der Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels, zum Beispiel durch den Umbau zu Mischbeständen mit maximaler Vielfalt. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

26. Der Zugang zu genetischen Ressourcen und eine faire und gerechte Nutzung ist gewährleistet. Selbstbewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg zur Zielerreichung

27. Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

28 . Erhaltung des bestehenden traditionellen Wissens über Wild-, Heil- und Kräuterpflanzen. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

29. Verbesserung der Grundlagendaten über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in Deutschland. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg der Zielerreichung

30. Erhöhung des Anteils an der gesamten deutschen Entwicklungshilfe, der Entwicklungsprojekte finanziert, die auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sowie auf eine faire und gerechte Verteilung der Vorteile abzielen, um 50% bis 2015. Bewertung der Bundesregierung: Auf dem Weg, das Ziel zu übertreffen.

Dieser Artikel ist Teil unseres Rechercheprojektes „Countdown Natur“. Dort gehen wir mit 25 JournalistInnen mehrere Monate lang weltweit der Frage nach, wie die Staaten dieser Erde den Kampf zum Erhalt der Artenvielfalt unserer Erde noch gewinnen können.

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Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker ist Journalist und Naturfotograf in Berlin. Neben den RiffReportern schreibt er für überregionale Zeitungen und Fachjournale über Wissenschaftsthemen.


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