Milch macht Landschaft

Der Film „Das System Milch“ von Andreas Pichler legt auch die Ursachen von Artenschwund und Überdüngung offen

Eikon Media, Miramonte/Tiberius Film Luftaufnahme von Kühen auf einer Weide.

Heute schon einen Schluck Milch getrunken? Dann ist es angesagt, im Kalender nach zweieinhalb ruhigen Stunden zu suchen und dort einzutragen: "Das System Milch". Eineinhalb Stunden für den Film selbst. Und mindestens eine Stunde, um das Werk von Andreas Pichler mental zu verdauen. Milchkaffee nach dem Aufstehen, Joghurt zum Frühstück, Käse im Mittagessen, Milchpulver in vielen Snacks, nach dem abendlichen Joggen ein Glas Milch zur Erfrischung – dieses Lebensmittel ist bei sehr vielen Menschen, die nicht Veganer sind, selbstverständlicher Teil des Alltags. Doch wie die weiße Flüssigkeit in die Tüten, Beutel und Gläser kommt, aus denen wir sie konsumieren, das entzieht sich in der Regel unserem Blick. Andreas Pichels Film, der bis 19. Februar auf der Webseite von ARTE abrufbar und zudem in einigen Kinos zu sehen ist, bringt uns den langen Weg der Milch in unsere Wohnungen mit opulenter Optik und schonungsloser Neugierde nahe.

Denn hinter den Bildern von glücklichen Kühen auf grünen Weiden, mit denen uns Konsumenten das fertige Produkt präsentiert wird, steht ein ganzes System von Akteuren, Abhängigkeiten – und absurden Praktiken. Wenn ein deutscher Milchbauer zu dem Ergebnis kommt, dass er mit dem Verkauf der Gülle inzwischen mehr Geld verdient als mit dem Verkauf der Milch, dann stimmt gewaltig etwas nicht.

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