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Milch macht Landschaft

Der Film „Das System Milch“ von Andreas Pichler legt auch die Ursachen von Artenschwund und Überdüngung offen

von
29.11.2017
4 Minuten
Luftaufnahme von Kühen auf einer Weide.

Heute schon einen Schluck Milch getrunken? Dann ist es angesagt, im Kalender nach zweieinhalb ruhigen Stunden zu suchen und dort einzutragen: „Das System Milch“. Eineinhalb Stunden für den Film selbst. Und mindestens eine Stunde, um das Werk von Andreas Pichler mental zu verdauen. Milchkaffee nach dem Aufstehen, Joghurt zum Frühstück, Käse im Mittagessen, Milchpulver in vielen Snacks, nach dem abendlichen Joggen ein Glas Milch zur Erfrischung – dieses Lebensmittel ist bei sehr vielen Menschen, die nicht Veganer sind, selbstverständlicher Teil des Alltags.

Doch wie die weiße Flüssigkeit in die Tüten, Beutel und Gläser kommt, aus denen wir sie konsumieren, das entzieht sich in der Regel unserem Blick. Andreas Pichels Film, der bis 19. Februar auf der Webseite von ARTE abrufbar und zudem in einigen Kinos zu sehen ist, bringt uns den langen Weg der Milch in unsere Wohnungen mit opulenter Optik und schonungsloser Neugierde nahe.

Etwas stimmt gewaltig nicht

Denn hinter den Bildern von glücklichen Kühen auf grünen Weiden, mit denen uns Konsumenten das fertige Produkt präsentiert wird, steht ein ganzes System von Akteuren, Abhängigkeiten – und absurden Praktiken. Wenn ein deutscher Milchbauer zu dem Ergebnis kommt, dass er mit dem Verkauf der Gülle inzwischen mehr Geld verdient als mit dem Verkauf der Milch, dann stimmt gewaltig etwas nicht.

Ein Kuh-Karussell in China: Eine Runde Anlage in der ringsrum Kühe stehen. In der Mitte gibt es eine Stange die sich dreht.
Ein Kuh-Karussell in China: Die Volksrepublik gilt als Wachstumsmarkt des Milchkonsums. Um diesen Markt zu bedienen, wird bei uns die Produktion immer radikaler industrialisiert.

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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Christian Schwägerl ist Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik. Er war als Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012) tätig und arbeitet seit 2013 freiberuflich für Medien wie GEO, FAZ und Yale E360. Von ihm stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leitet er die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“. Schwägerl hat einen Master-of-Science-Abschluss in Biologie. Er ist Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. Für seine journalistische Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (2007) und den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (2020, mit J. Budde).


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