War es die Mastpute und nicht die Reiherente?

Die Vogelgrippe treibt Virenforscher und Umweltschützer um: Wo genau kommt H5N8 her?

Christian Schwägerl Tür mit Hochseiterheitsaufkleber

Die Schloßstraße ist eine der beliebtesten Einkaufsstraßen Berlins. Kleidungsläden, Cafés, Computer- und Handyshops reihen sich aneinander – Großstadtflair. Zehntausende Menschen sind hier jeden Tag unterwegs. Doch die Shopping-Gegend ist zugleich Seuchengebiet. An einer Straßenkreuzung prangt ein Schild: "Geflügelpest – Sperrbezirk".

Was von den meisten Passanten übersehen oder ignoriert wird, kündigt vom größten Ausbruch der Vogelgrippe, den es je in Deutschland gegeben hat. Bei mehr als tausend Wildvögeln, die verendet aufgefunden wurden, haben Veterinärmediziner das gefürchtete Virus H5N8 als Todesursache bestätigen können: den Erreger der Aviären Influenza, auch Geflügelpest oder Vogelgrippe genannt. Viel extremer ist die Lage bei den deutschen Geflügelhaltern und in Zoos. In den offiziellen Statistiken ist von inzwischen 81 Ausbrüchen die Rede. Das klingt nach wenig, ist es aber nicht. Denn hinter der Hälfte dieser Ausbrüche stehen je Tausende oder Zehntausende Puten, Enten, Hühner oder Gänse in Mastanlagen und Bauernhöfen. Die Zahl der Vögel, die aus Tier- und Seuchenschutzgründen gekeult wurden, geht inzwischen in die Hunderttausende.

Dass die Öffentlichkeit sich nicht alarmiert zeigt angesichts von Schildern wie in der Schloßstraße, hat einen einfachen Grund: Im Gegensatz zur letzten Welle der Vogelgrippe im Winter 2006/07, damals ging es um das Virus mit dem Namen H5N1, hat es diesmal bisher keinen bekannten Fall gegeben, bei dem sich ein Mensch angesteckt hätte und erkrankt wäre. Das heißt aber nicht, dass H5N8 für den Menschen auf immer ungefährlich bleiben muss. Influenzaviren verändern sich ständig. Das H im Namen steht für Hämagglutinin und das N für Neuraminidase. Wenn sich eine der Komponente verändert, entsteht etwas gänzlich Neues. Eine Mutation kann aus einem Vogelvirus einen Menschenvirus machen.

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Christian Schwägerl hat über den Ausbruch der Vogelgrippe 2006/2007 als damaliger Wissenschaftskorrespondent der FAZ intensiv berichtet. In seinem mit Andreas Rinke verfassten Buch „11 drohende Kriege“ geht es in einem Szenario um eine Pandemie, die durch industrielle Massentierhaltung entsteht.

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