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Spätfolgen durch Covid-19 – was sind die Ursachen?

von
18.09.2020
7 Minuten
Ein junger Mann sitzt erschöpft auf dem Boden. Sein Gesicht ist nicht zu sehen, er hat den Kopf auf seine verschränkten Arme abgelegt.

Die 28-jährige Ärztin hatte sich bei einer Patientin im Krankenhaus angesteckt und bekam die typischen Symptome: hohes Fieber, Husten, Kopfschmerzen. Sie fühlte sich abgeschlagen und müde. Jetzt, knapp fünf Monate später, ist die junge Medizinerin immer noch nicht fit. Sie arbeite zwar wieder, aber besonders im Dienst quäle sie die Müdigkeit, schildert sie im RiffReporter Magazin „#50survivors – Was es heißt, Covid-19 überlebt zu haben“. „Der Alltag fällt mir schwer, ich bin viel schneller erschöpft, (..) Welten von meiner eigentlichen Fitness entfernt. Ich fühle mich wie eine alte Frau (..). Corona hat mir meine Lebensenergie geraubt.“

Welche Spätfolgen gibt es, wie häufig sind sie?

Die 28-Jährige ist kein Einzelfall. 70 von 100 Männern und Frauen, die wegen Covid-19 im Krankenhaus lagen, haben auch Wochen und Monate nach der akuten Erkrankung noch gesundheitliche Probleme. Laut einer Studie der US-amerikanischen Centers for Desease Control sind auch nach moderatem Covid-19 mehr als ein Drittel der Betroffenen drei Wochen nach dem positiven Virustest noch nicht wieder fit.

Die Betroffenen leiden unter Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Konzentrationsproblemen, (Kopf)Schmerzen, Husten, Riech- und Geschmackstörungen oder/und Appetitlosigkeit. In einer Analyse von Botschaften, die LongCovid-Betroffene bei Twitter gepostet hatten, machten indische Psychiater insgesamt über 90 verschiedene episodisch auftretende Symptome aus, die bei der Mehrzahl über längere Zeit (16 bis 20 Wochen) anhielten.

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Elektronenmikroskopische Aufnahme einer mit Sars-CoV-2 infizierten Körperzelle. Zu erkennen sind die sphärischen Viruspartikel, die von der Zelle produziert worden sind.
Viren, wie hier im Bild Sars-CoV-2, nutzen die molekulare Maschinerie der infizierten Körperzellen, um sich zu vermehren. Wenn die neuen Viruspartikel frei werden, stirbt die Zelle.

Quellen:

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Dr. Ulrike Gebhardt

Dr. Ulrike Gebhardt

Ulrike Gebhardt ist Biologin, freie Journalistin und Buchautorin. Sie arbeitet unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“ und „spektrum.de“. Anfang 2019 erschien ihr Buch „Gesundheit zwischen Fasten und Fülle“.


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