Covid-Medikament Ivermectin: Wie die Forschung gefälschte Studien entlarvt

Stimmt alles in dieser wissenschaftlichen Publikation? Ein Forschungsteam hat eine Liste von verdächtigen Hinweisen entwickelt, die möglicherweise für Betrug sprechen.

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Auf einem Hängeordner stehen die englischen Worte investigation (Untersuchung) und fraud (Betrug).

Mehr Patient*innen als gemeldete Covid-Fälle, merkwürdige Dopplungen, offensichtliche Widersprüche: Wenn das in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung auffällt, liegt der Verdacht nah, dass es in der Studie nicht mit rechten Dingen zugegangen ist: Im besten Fall hatten die Forschenden ihre Ergebnisse nicht im Griff, im schlechtesten Fall sind Daten gefälscht oder gar vollständig erfunden. Darf eigentlich nicht passieren, tut es aber doch.

Zahlreiche Studien zu Covid-19 werden zurückgezogen

Vor Mauscheleien schützt offensichtlich auch nicht der Peer Review, also die Begutachtung, bevor Studienergebnisse in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert werden. Zu dieser Einschätzung muss man kommen, wenn man das Watchblog “Retraction Watch” verfolgt. Die Seite listet wissenschaftliche Publikationen auf, die nach der Veröffentlichung wieder zurückgezogen werden mussten: Manchmal wegen Schlamperei, manchmal wegen eines Verstoßes gegen ethische Grundsätze – manchmal aber auch, weil gefälschte Daten aufgefallen sind.

Solche Probleme sind in der Pandemie keine Seltenheit. Retraction Watch kennt inzwischen mehr als 260 zurückgezogene Veröffentlichungen rund um SARS-CoV-2 und Covid-19. Hinzu kommen einige mit einem “expression of concern”: Bei diesen haben die Herausgeber der Zeitschrift zwar Hinweise auf Unregelmäßigkeiten erhalten, sie reichen aber noch nicht aus, um die Veröffentlichung zurückzuziehen.

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Iris Hinneburg


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