WissenschaftlerInnen diagnostizieren dramatischen Rückgang der Pflanzenvielfalt: „Es betrifft ganz Deutschland“

Neue Studie wertet Entwicklung seit 1960 aus – Interview mit Projektleiter David Eichenberg

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Ein schön gemusterter Schmetterling sitzt auf einer Pflanze

Dass viele Insekten- und Vogelarten auch in Deutschland im Rückgang oder in ihrer Existenz bedroht sind, ist inzwischen bekannt.

Doch wie steht es um die Pflanzenwelt?

Mit dieser Frage hat sich ein interdisziplinäres Team von ForscherInnen, MuseumskuratorInnen und NaturschutzexpertInnen über mehr als zwei Jahre befasst – unter Leitung des Biologen David Eichenberg am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Leipzig in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz sowie den oberen Naturschutzbehörden aller 16 Bundesländer.

Herausgekommen ist eine bisher einmalige Studie über die Entwicklung zwischen 1960 und 2017, in die 29 Millionen Datenquellen eingegangen sind. Die Ergebnisse der Studie, sagt David Eichenberg im Interview mit „Countdown Natur“, seien alarmierend.

Eichenberg hat 2010 an der Universität Bayreuth sein Biologiestudium mit einem Master in Organismischer Biologie abgeschlossen und wurde 2014 am Institut für Geobotanik der Universität Leipzig promoviert.

Der Wissenschaftler David Eichenberg bei einer Gebirgswanderung. Er kniet an der Baumgrenze vor einer Alpenrose.
Der Biologe David Eichenberg ist sehr gerne in der Natur unterwegs, aber für seine Studie über den Rückgang der Pflanzenvielfalt in Deutschland hat er viel Zeit am Computer verbracht, um Millionen Datensätze auszuwerten. Eichenberg hat 2010 an der Universität Bayreuth sein Biologiestudium mit einem Master in Organismischer Biologie abgeschlossen und wurde 2014 am Institut für Geobotanik der Universität Leipzig promoviert.
Nahaufnahme der Pflanze, die zartrosafarbene Blütenblätter hat.
Der Zarte Gauchheil (Anagallis tenella) gehört zu den Arten mit dem stärksten Rückgang in Deutschland in freier Natur.
Eine bunte Blumenwiese
Wo sind all die Blumen hin? Der Klatschmohn, hier Teil einer bunten Blumenwiese, gehört zu den Arten im Sinkflug.
Ein Traktor beim Ausstreuen von Dünger-Granulat.
Gut für die Ernte, schlecht für die Vielfalt: Stickstoff, der von der Düngung auf Feldern und aus anderen Quellen in die Umwelt gelangt, verschlechtert die Lebensbedingungen für Tausende wildlebende Pflanzenarten, die sich nicht mehr gegen wuchsfreudige Konkurrenten durchsetzen können.
Gras von oben fotografiert, kein Blümlein zu sehen
Grüne Wüste: Zu viel Düngung trägt deutschlandweit dazu bei, dass sich nur noch wenige Pflanzenarten durchsetzen, während die Vielfalt auf der Strecke bleibt.

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