Die Botschaft von Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen an #FridaysforFuture: „Tut alles, um unseren Planeten zu retten!“

Interview mit dem Wissenschaftler, der die Menschheit vor dem Ozonloch bewahrt hat.

Christian Schwägerl Portrait vom Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen.

Der Klimawandel, der Erfolg von Greta Thunberg und die Aktionen von Schülern bei #FridaysForFuture beschäftigen viele Menschen. Wir haben dazu Paul Crutzen befragt, den weltberühmten Nobelpreisträger, der maßgeblich dazu beigetragen hat, die Menschheit vor dem Ozonloch zu schützen und von dem der Vorschlag stammt, unsere Erdepoche in Anthropozän umzubenennen, die Epoche des Menschen.

Der Atmosphärenchemiker Paul Crutzen, Jahrgang 1933, gehört zu den bekanntesten Naturwissenschaftlern weltweit. Er ist Mitglied zahlreicher Akademien und dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz eng verbunden, wo er bis zu seiner Emeritierung tätig war und bis heute ein Büro hat. Interviews gibt Paul Crutzen wegen seines hohen Alters kaum. Wir haben dieses Kurzinterview schriftlich geführt.

***

AnthropozänReporter: Herr Crutzen, der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt und steigt. Glauben Sie, dass sich katastrophale Klimaänderungen noch abwenden lassen?

Crutzen: Die Lage ist sehr, sehr ernst. Die Umsetzung des Klima-Abkommens von Paris ist unsere große Hoffnung.

Die 16 Jahre alte Greta Thunberg hat eine neue Protestbewegung für den Klimaschutz ins Leben gerufen. Was denken Sie darüber?

Crutzen: Greta ist eine sehr mutige Teenagerin!

Viele Jugendliche gehen an Freitagen nicht mehr zur Schule. Sie sagen, dass es die Erwachsenen sind, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Crutzen: Darüber müssen Eltern und Schulen entscheiden.

Was ist Ihre Botschaft an die protestierenden Jugendlichen?

Crutzen: Hört nicht auf, über das Problem zu reden und tut alles, um unseren Planeten zu retten!

Portrait vom Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen.
Der Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen.
Christian Schwägerl

Im Internet gibt es eine Welle von Hassbotschaften gegen Greta Thunberg. Was haben Sie diesen Menschen zu sagen?

Crutzen: Hört sofort auf damit!

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Anthropozän gerade am Anfang einer bedeutenden Rede erwähnt. Was ist Ihr Rat an sie?

Crutzen: Ich habe Dr. Merkel gerade einen Brief geschrieben, in dem steht: „Ich hoffe, dass Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen in der Politik, national and international, auch weiterhin den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung Beachtung schenken und darauf aufbauen werden.“

Danke, Herr Crutzen.

Über AnthropozänReporter

„Anthropozän-Reporter“ ist eine Kooperation professioneller freier Journalistinnen und Journalisten und gehört zur Journalistengenossenschaft RiffReporter. Das Projekt tragen wir als Journalistinnen und Journalisten. Um unsere Recherchen und die Produktion der Beiträge zu finanzieren, sind wir auf finanzielle Unterstützung von Menschen angewiesen, denen unsere Arbeit zum Anthropozän etwas wert ist.

Anfangs erscheinen unsere Beiträge kostenfrei, um unserer Community zu zeigen, was wir bieten werden. In dieser Zeit können Sie unsere Arbeit bereits durch eine freiwillige Unterstützung einmalig oder regelmäßig mitfinanzieren. Möchten Sie uns auf der Grundlage des RiffReporter-Kodex mit einem größeren Betrag oder als gemeinnützige Institution unterstützen, melden Sie sich bitte bei [email protected]

Sie können unsere unabhängige Arbeit und unsere Recherchen mit dem Unterstützer-Knopf rechts unten auf dieser Seite direkt finanziell stärken.

  1. Anthropozän
  2. Natur
  3. Selbstversuch

Rollrasen vor der Stadt

Eine freie übersichtliche Fläche wie dieser Rollrasen gibt mir ein Gefühl von Sicherheit und Weite. Ich mag das. Aber bei genauem Hinsehen gruselt es mich. Ein Beitrag aus Gerhard Richters Projekt "Field Writing".

Gerhard Richter sitzt mit seinem Klappschreibtisch an seiner Schreibmaschine auf einem Rollrasen. Es ist grün, und nur grün.
  1. Anthropozän
  2. Zeit

Leben im Anthropozän: Wir sind die Urmenschen der Zukunft

Wie die Wissenschaft entdeckte, dass unser Leben auf Milliarden Jahren Erdgeschichte gründet – und wir die Erde jetzt für Hunderttausende Jahre verändern

Das Bild zeigt eine grönländische Gebirgslandschaft, mit einem See und einem kleinen Eisberg im Vordergrund.
  1. Anthropozän
  2. Natur
  3. Pilz
  4. Selbstversuch

Ein Pilz, der mich gefunden hat

Eine Wiese aus der Sicht eines Pilzes.

Pilz und Schreibmaschine auf Wiese
  1. Anthropozän
  2. Monokultur
  3. Natur

Gänger im Roggen

Fieldwriter Gerhard Richter taucht in ein wogendes Roggenfeld und erlebt Schönheit und Schrecken der Monokultur.

Der Klappschreibtisch steht im Roggenfeld. Fieldwriter im roten Hemd und Strohhut beschreibt die Monokultur, die auf dem Einsatz von Glyphosat basiert
  1. Anthropozän
  2. Natur
  3. Selbstversuch
  4. Waschbär

Wir und der Waschbär

Herziger Kuschelbär oder fieser Vandale? Waschbären rufen die seltsamsten Reaktionen bei Menschen hervor.

ein Waschbär trinkt aus einer Pfütze im Garten
  1. Anthropozän
  2. Baum
  3. Natur
  4. Selbstversuch

Im Schutz der toten Krone

Gerhard Richter schreibt auf seiner Schreibmaschine im Geäst eines umgestürzten Baumes und entdeckt einen alten Frieden und eine neue Uhr.

Gerhard Richter sitzt an seinem Klappschreibtisch neben einem umgestürzten toten Baum.
  1. Anthropozän
  2. Müll
  3. Natur
  4. Selbstversuch

Wohlstandsbauch aus Müll

Was passiert da, wo Müllautos 20 Jahre lang ihre stinkende Fracht abgekippt haben? Fieldwriter Gerhard Richter erkundet eine Deponie.

Fieldwriter Gerhard Richter sitzt an einem Klappschreibtisch auf einer Mülldeponie. Die Deponie ist geschlossen und mit einer Grasdecke bewachsen. Einzelne Bäume und Sträucher wachsen auf dem Müll.
  1. Anthropozän
  2. Fluss
  3. Geschichte

Expedition am Mississippi: Jeder Paddelschlag eine Erkenntnis

Der längste Fluss der USA ist ein Paradebeispiel für das Anthropozän. Er hat Land und Leute geprägt – und sie ihn. Studierende haben den Fluss bei einem „River-Semester“ erkundet. Flussreporterin Ilse Huber war dabei.

  1. Anthropozän
  2. Artenschutz
  3. Flüsse

Expedition am Mississippi: Alligatorensuche in einer einmaligen Landschaft

Flussreporterin unterwegs: Einst wurden die Reptilien erbarmungslos gejagt. Jetzt sind sie zwar vor dem Aussterben gerettet, aber auf den Menschen angewiesen

Das Bild stellt einen Abschnitt des Mississippi-Flusses dar. Im Zentrum Wasser, rechts und links Galeriewälder, die einen tristen Eindruck machen. Das Bild zeigt das Gebiet, in dem die Expeditionsteilnehmer nach Eiern von Alligatoren gesucht haben.
  1. Abenteuer
  2. Anthropozän
  3. Natur

Denkmal aus Vollmond und Beton

Fieldwriter Gerhard Richter schreibt im Vollmond über ein verlassenes Sägewerk und wie die Natur es zurückerobert

Fieldwriter Gerhard Richter schreibt nachts bei Vollmond, wie die Natur ein verlassenes Sägewerk zurückerobert
Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
AnthropoScene

AnthropoScene

Journalistische Expeditionen in die neue geologische Erdepoche