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Die Botschaft von Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen an #FridaysforFuture: „Tut alles, um unseren Planeten zu retten!“

Interview mit dem Wissenschaftler, der die Menschheit vor dem Ozonloch bewahrt hat.

2 Minuten
Portrait vom Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen.

Der Klimawandel, der Erfolg von Greta Thunberg und die Aktionen von Schülern bei #FridaysForFuture beschäftigen viele Menschen. Wir haben dazu Paul Crutzen befragt, den weltberühmten Nobelpreisträger, der maßgeblich dazu beigetragen hat, die Menschheit vor dem Ozonloch zu schützen und von dem der Vorschlag stammt, unsere Erdepoche in Anthropozän umzubenennen, die Epoche des Menschen.

Der Atmosphärenchemiker Paul Crutzen, Jahrgang 1933, gehört zu den bekanntesten Naturwissenschaftlern weltweit. Er ist Mitglied zahlreicher Akademien und dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz eng verbunden, wo er bis zu seiner Emeritierung tätig war und bis heute ein Büro hat. Interviews gibt Paul Crutzen wegen seines hohen Alters kaum. Wir haben dieses Kurzinterview schriftlich geführt.

***

AnthropozänReporter: Herr Crutzen, der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt und steigt. Glauben Sie, dass sich katastrophale Klimaänderungen noch abwenden lassen?

Crutzen: Die Lage ist sehr, sehr ernst. Die Umsetzung des Klima-Abkommens von Paris ist unsere große Hoffnung.

Die 16 Jahre alte Greta Thunberg hat eine neue Protestbewegung für den Klimaschutz ins Leben gerufen. Was denken Sie darüber?

Crutzen: Greta ist eine sehr mutige Teenagerin!

Viele Jugendliche gehen an Freitagen nicht mehr zur Schule. Sie sagen, dass es die Erwachsenen sind, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Crutzen: Darüber müssen Eltern und Schulen entscheiden.

Was ist Ihre Botschaft an die protestierenden Jugendlichen?

Crutzen: Hört nicht auf, über das Problem zu reden und tut alles, um unseren Planeten zu retten!

Portrait vom Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen.
Der Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen.

Im Internet gibt es eine Welle von Hassbotschaften gegen Greta Thunberg. Was haben Sie diesen Menschen zu sagen?

Crutzen: Hört sofort auf damit!

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Anthropozän gerade am Anfang einer bedeutenden Rede erwähnt. Was ist Ihr Rat an sie?

Crutzen: Ich habe Dr. Merkel gerade einen Brief geschrieben, in dem steht: „Ich hoffe, dass Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen in der Politik, national and international, auch weiterhin den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung Beachtung schenken und darauf aufbauen werden.“

Danke, Herr Crutzen.

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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Ich bin Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik sowie Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. In früheren Stationen war ich Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012). Von mir stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leite ich die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“.


Anthropozän

Wir Menschen verändern die Erde so tiefgreifend und langfristig, dass der Planet auf Dauer von uns geprägt sein wird. Wir hinterlassen Spuren in der Tiefsee und der Ozonschicht, im Erbgut von Arten und im Weltklima. Keine Generation vor uns hatte so viel Macht über den Planeten. Und so viel Verantwortung. Naturwissenschaftler sprechen deshalb von einer neuen geologischen Erdepoche, dem Anthropozän. In diesem Themenmagazin erkunden wir die Menschenzeit.

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