Wie lange können Infizierte andere Menschen anstecken?

NIAID-RML

Bei RiffReporter berichten WissenschaftsjournalistInnen für Sie über die Pandemie

Diese Frage lässt sich noch nicht abschließend beantworten, weil es noch an Datenmaterial fehlt. Derzeit werden die Untersuchungskapazitäten für das Virus SARS-CoV-2 fast ausschließlich für den Test von Menschen verwendet, die unter Verdacht stehen, sich infiziert zu haben. Für eine tägliche virologische Untersuchung der Menschen, die bereits an Covid-19 erkrankt sind, fehlen freie Kapazitäten im Labor.

Bisherige Studien zur Dauer der Infektiosität stammen noch aus der Anfangszeit der Epidemie. Forscher haben dabei den Speichel und den Hustenauswurf (Sputum) von Patienten untersucht. Die ersten Menschen, die in Deutschland an Covid-19 litten, waren an den ersten fünf Tagen nach Einsetzen der Symptome sehr infektiös. Nach dem achten Tag konnten die Wissenschaftler  das Virus aus den Speichel- und Sputumproben der Erkrankten nicht mehr züchten – das heißt, sie fanden ebenso wie im Stuhl und Urin keine intakten Viren mehr. Eine Studie mit chinesischen Patienten, die in Wuhan waren, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. 

Bis zu 37 Tage Viren im Speichel

Einige Wissenschaftler melden aber auch Fälle, bei denen die Erkrankten deutlich länger ein Infektionsrisiko darstellten, wenn auch nur in geringem Maß. Eine chinesische Forschergruppe um Fei Zhu wertete die Daten von 137 Patienten aus Wuhan aus, zu denen auch viele schwere Fälle gehörten. Diese  Gruppe gab im Durchschnitt auch 20 Tage nach dem Einsetzen der Symptome noch Viren ab, in einem Fall waren es sogar 37 Tage. Allerdings nahm bei ihnen die Menge der Viren in Speichel und Sputum nach den ersten fünf Tagen deutlich ab. Damit würde dann auch die Infektionsgefahr sinken. Zudem haben diese Studien häufig eine Schwäche: Der verwendete Test weist lediglich die Existenz der Viren nach. Er macht keine Aussage, ob die Erreger noch intakt genug sind, um eine Infektion auslösen zu können. (Rainer Kurlemann

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