„Algerien und Marokko nähern sich an – aber nur, wenn es um die Unterdrückung der Pressefreiheit geht“

Im Maghreb mehren sich die Prozesse gegen Journalisten. Pressevertreter*innen in Marokko und Algerien sind besonders oft Repressalien ausgesetzt, doch selbst in Tunesien fürchten Beobachter einen Rückgang der Pressefreiheit.

Fast ein halbes Jahr saß Khaled Drareni in Untersuchungshaft, bevor er Mitte September zu zwei Jahren ohne Bewährung verurteilt wurde. Zwölf Mal wurde Omar Radi in Casablanca vor der Justiz zu stundenlangen Verhören vorgeladen, bevor er Ende Juli ebenfalls in Untersuchungshaft kam und sein Antrag auf vorübergehende Haftentlassung am 23.September zurückgewiesen wurde.

Die beiden Journalisten sind die jüngsten und prominentesten Opfer der Repression durch die algerischen beziehungsweise marokkanischen Behörden. Längst haben sich über ihre beiden Heimatländer hinaus Unterstützungskampagnen formiert, die fordern, sie freizulassen. Und sie sind bei Weitem nicht die einzigen, die im Visier der Justiz stehen.

Während zum Beispiel in Simbabwe, Kenia und Somalia vor allem die Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung als Vorwand für Repressalien gegen die Presse genutzt wurden, ist es in Nordafrika meist die politische Berichterstattung, die die Behörden auf den Plan ruft.

Der Vorwurf: das Ausland wolle Algerien destabilisieren

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Afrika-Reporter