Von Arbeit und Muße

7 Minuten
Ein schlafender Koala-Bär auf einem Ast

Der Tag beginnt mit einem Morgenspaziergang. Nach dem Frühstück zieht sich der Forscher von 8 bis 9.30 Uhr zu wissenschaftlichen Studien in das Arbeitszimmer zurück. Danach liest er die Post und schreibt Briefe. Um halb 11 Uhr geht es zurück an die Arbeit, dieses Mal aber nicht an den Schreibtisch, sondern zum Experimentieren in den Garten, das Gewächshaus oder in die Voliere. Um 12 Uhr begibt er sich auf einen langen Spaziergang, oft zusammen mit seiner Foxterrier-Dame Polly.

Der stets von Gesundheitsproblemen Geplagte mag die frische Luft und läuft einen mit Kies ausgelegten Rundweg, den er zwischen den Bäume und Büschen auf seinem Grundstück in der Nähe des Wohnhauses hat anlegen lassen. Diesen „Denkweg“ („thinking path“, wie er ihn nennt) wird der Naturforscher nach dem Mittagessen, weiterer Korrespondenz und einem Mittagsschlaf erneut entlang spazieren. Von 4 bis halb 6 Uhr zieht er sich wieder zum Arbeiten zurück. Danach gibt es das Abendessen, das er mit seiner Frau Emma und den Kindern einnimmt.

„In diesem Arbeitsmodus schrieb Charles Darwin 19 Bücher, darunter ´Die Entstehung der Arten`, das wohl berühmteste Buch in der Wissenschaftsgeschichte überhaupt“, schreibt Alex Soojung-Kim Pang in seinem Buch „Rest – why you get more done when you work less“ (auch auf Deutsch erschienen: „Pause – tue weniger, erreiche mehr“). Alex Pang hat nachgerechnet, dass ein klassischer Arbeitstag von Darwin nur drei eindeutige Arbeitseinheiten á 1,5 Stunden umfasste. Heutzutage wäre jedem Uni-Professor oder Firmenangestellten mit derartigem Arbeitseinsatz die Laufbahn gekündigt worden, so Pang.

Charles Darwin lebte von 1809 bis 1882.
Charles Darwin (1809 bis 1882) schrieb mit „Die Entstehung der Arten“ das wohl berühmteste Buch in der Wissenschaftsgeschichte. (Foto von Julia Margaret Cameron, London 1868)
Eine Geigenspielerin beim Musizieren.
Studie mit Musikstudenten: Weniger als auf die Zeit kommt es auf die Qualität des Übens an.

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