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Moore helfen beim Klimaschutz – wie können wir ihnen helfen?

Die richtige Blumenerde und MoorFutures: Was jeder und jeder für den Schutz dieses wichtigen Lebensraums tun kann. Der Verbraucherïnnentipp von „Countdown Natur“.

28.02.2021
2 Minuten
Ein Moortümpel in einer nebligen Landschaft

Moore sind enorm wichtige Lebensräume, nicht nur für seltene Tiere, Pflanzen und Pilze, sondern auch für den Klimaschutz. Darüber berichten wir im „Countdown Natur“-Beitrag „Rückkehr der Unken: Wie neue Moore Kohlendioxid aus der Luft holen und seltenen Arten helfen“. Doch Moore sind weltweit bedroht – sie werden noch immer trockengelegt, in Agrarland umgewandelt, für Blumenerde abgebaggert oder bebaut. Wie also können wir den Mooren helfen?

Tipp 1: Moore kennenlernen

Der erste Schritt zum Moorschutz ist es, Moore kennenzulernen: Einfach „Moor“ und das jeweilige Bundesland in eine Suchmaschine eingeben, das zeigt noch erhaltene Moorflächen in der Nähe. Viele werden es nicht sein – über 95 Prozent der einst 1,5 Millionen Hektar Moorfläche in Deutschland sind entwässert worden, um als Viehweiden, Äcker, Baugebiete, Straßenfläche und (leider immer noch) zur Torfgewinnung genutzt zu werden. Aber vor allem in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern gibt es noch naturnahe und auch renaturierte Moorgebiete. Dort kann man erleben, was Moore alles nicht sind, nämlich schaurig, gefährlich und voller fieser Tiere. Tatsächlich gehören sie zu den schönsten, lebendigsten und an seltenen Arten reichsten Lebensräumen, die es bei uns gibt.

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Frauenhände bei der Gartenarbeit, die Frau steckt eine Pflanze in einen Blumentopf.
Eine der Hauptursachen der Moorzerstörung ist der Verbrauch von torfhaltiger Blumenerde.

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Tipp 2: Torffreie Gartenerde kaufen (nicht „torfarme“)

Ein wichtiger Beitrag zum Moorschutz ist es, konsequent auf torffaltige Blumenerde zu verzichten. Es gilt, im Gartencenter nach torffreier Blumenerde zu fragen. Der Abbau von Moor – und nichts anderes ist Torf, in getrockneter Form – ruiniert nicht nur einzigartige Biotope, sondern setzt auch Unmengen an klimaschädlichem CO2 frei. Das geschieht zurzeit vor allem im Baltikum, wo es noch reichlich Moor gibt. Wir sollten es dort lassen, statt es für unsere Blumenbeete und -töpfe zu beanspruchen. Das Personal im Gartencenter kennt hoffentlich auch den Unterschied zwischen torffreier und sogenannter „torfarmer“ oder „torfreduzierter“ Blumenerde. Moorfreundïnnen wählen ausschließlich ein torffreies Produkt – das gibt es mittlerweile überall. Noch besser ist es, wenn man einen eigenen Kompost anlegen kann.

Tipp 3: Moorschutz mitfinanzieren

Wer finanziell zum Moorschutz beitragen will, kauft MoorFutures. Damit wird die Wiederbelebung von Mooren in Norddeutschland mitfinanziert – und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet: Mit einem MoorFuture-Zertifikat – Kosten derzeit 64 Euro – spart man eine komplette Tonne CO2 über einen garantierten Zeitraum von 50 Jahren ein. Und die Natur bedankt sich natürlich auch.

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Im Projekt Countdown Natur" berichtet ein Team von 25 Journalistinnen und Journalisten mit Blick auf den UN-Naturschutzgipfel Ende 2021 über die Gefahren für die biologische Vielfalt und Lösungen zu ihrem Schutz. Die Recherchen zu diesem Beitrag wurden durch die Hering Stiftung Natur und Mensch gefördert.

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Johanna Romberg

Johanna Romberg

Johanna Romberg war von 1987 bis 2019 Autorin und Redakteurin der Zeitschrift GEO. 2018 erschien ihr erstes Buch „Federnlesen – vom Glück, Vögel zu beobachten“ im Lübbe-Verlag. Soeben ist ihr zweites Buch erschienen, Titel: „Der Braune Bär fliegt erst nach Mitternacht. Unsere Naturschätze – wie wir sie entdecken und retten können“.


Countdown Natur

Der Reichtum des Lebens auf der Erde ist in Gefahr. Es geht um die Zukunft unzähliger Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume. Das betrifft uns Menschen existenziell. Es geht auch um sauberes Trinkwasser, unsere Nahrung und ein lebensfreundliches Klima. Ein Team von 25 Journalistïnnen von RiffReporter berichtet bei "Countdown Natur" über den Wettlauf gegen die Zeit und über Lösungsansätze. Wissenschaftlerïnnen sagen: Bisher hat der globale Naturschutz fast alle Ziele verfehlt. Kommt nun die Wende zum Besseren?

2021 entscheiden die Staaten der Erde bei zwei UN-Umweltgipfeln darüber, ob und wie sie gemeinsam die weitere Zerstörung der Lebensvielfalt aufhalten wollen. Dazu braucht es vertiefte Recherchen, ausführliche Berichterstattung und eine große Öffentlichkeit. Die Recherchen werden von der Hering-Stiftung Natur und Mensch, dem European Journalism Centre, der Andrea von Braun Stiftung und dem Hofschneider-Preis gefördert. Auch Sie können uns unterstützen!

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