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Diese Störche haben das Überlebensrezept

Rekordpopulation in Bayern – ein Interview mit Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz

von
09.08.2017
8 Minuten
Ein Nestbaum für Weißstörche. Darauf befinden sich Störche.

Frau Wieding, als LBV-Experterin für Weißstorchschutz freuen Sie sich über ein Rekordjahr in Bayern. Was genau war in diesem Jahr besonders?

Wir hatten dieses Jahr in Bayern 470 bis 480 Brutpaare, im Vergleich zu 412 im Vorjahr. So viele Brutpaare gab es noch nie. Diese Zahl steigt in den letzten Jahren stark an, etwa ab dem Jahr 2000, als es nur 127 Paare waren. Das mit den neuen Rekordjahren wird seither fast ein Dauerbrenner.

Wie sieht der langfristige Trend aus?

Im Jahr 1900 gab es in Bayern 250 Brutpaare. Diese Zahl wieder zu erreichen war für uns lange Zeit das Wunschziel. Wir haben in der Weißstorch-Community gedacht, da kommen wir eh nicht wieder hin, schließlich hatten wir 1988 nur 58 Brutpaare. Als wir dann über hundert Brutpaare kamen, haben die Fachleute schon gejubelt. Damals haben wir gesagt, wenn wir jemals über 200 Brutpaare kommen, geben wir Sekt aus. Wir haben nie gedacht, dass es fast 500 werden könnten.

Woher kommt die Unsicherheit, ob es 470 oder 480 Brutpaare sind?

Die rund 350 Freiwilligen, die im LBV im Storchenschutz aktiv sind, zählen gemäß einer deutschlandweiten Regelung alle Brutpaare, die ab Anfang April länger als vier Wochen einen Horst besetzen, auch die, die keinen Bruterfolg haben. Wir haben die Daten noch nicht vollständig ausgewertet und es kann gut sein, dass bei manchen Horsten dann doch nicht die vollen vier Wochen zusammenkommen.

Ein Trupp Weißstörche auf einer Wiese.
Sammlung vor dem Zug: Ein Trupp Weißstörche in der Nähe von Untertraubenbach, einem Ortsteil der oberpfälzischen Stadt Cham.

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Foto eines Tümpels.
Um die negativen Effekte der Flurbereinigung rückgängig zu machen, wurden vielerorts neue Tümpel angelegt, wie hier bei Laberweinting.
Portrait von Oda Wieding.
Oda Wieding betreut beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) die Weißstorchprojekte.
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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Christian Schwägerl ist Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik. Er war als Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012) tätig und arbeitet seit 2013 freiberuflich für Medien wie GEO, FAZ und Yale E360. Von ihm stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leitet er die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“. Schwägerl hat einen Master-of-Science-Abschluss in Biologie. Er ist Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. Für seine journalistische Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (2007) und den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (2020, mit J. Budde).


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