Auf dem Weg zur Verkehrswende

Beobachtungen bei einer Debatte der Zukunftsreporter in Düsseldorf

4 Minuten
Eine alte Schreibmaschine und ein modernes Netzwerk

Nachrichten im September 2019 aus Düsseldorf: Mehr als 200.000 Menschen beteiligen sich an der Demonstration zum Aktionstag von #FridaysForFuture. In der Altstadt wird eine SUV-Fahrerin von Passanten angepöbelt, die ihr Auto als viel zu groß und als CO2-Schleuder empfinden. Düsseldorf gilt als deutsche SUV-Hauptstadt, nirgendwo sind so viele Geländewagen pro Kopf angemeldet. Und die Stadt experimentiert. An einem Sonntag wird ein Bereich der Innenstadt wegen zahlreicher Veranstaltungen als komplett autofrei abgesperrt. Der Rat sucht seine Mehrheiten, damit eine dritte Umweltspur quer durch die Stadt eingerichtet werden kann, auf der dann Busse, Fahrräder und Autos mit mehr als drei Insassen fahren dürfen. Vermutlich werden sich dadurch zusätzliche Staus bilden, denn Düsseldorf ist an jedem Werktag das Ziel von mehr als 300.000 Pendlern. Andererseits schlägt ein Politiker Parkgebühren für Fahrräder vor, damit alle Verkehrsmittel gleich behandelt werden. Die Verkehrspolitik wird mit großer Wahrscheinlichkeit das entscheidende Thema für die Kommunalwahl im September 2020 bilden.

In diesem Umfeld haben die Zukunftsreporter zur Unterhausdebatte in die Zentralbibliothek am Bahnhof eingeladen. Das Thema: Mobilität. Nach einem kurzen Info-Block mit Beispielen stellen wir sechs Fragen mit einfachen Antworten – Ja oder Nein? Das Publikum soll Stellung beziehen, indem es sich auf die Stühle der Ja- oder der Nein-Seite setzt. Nach jeder Frage wechselt es die Plätze. Die Anordnung der Stühle lässt an Konfrontation denken, zwei Blöcke sitzen sich gegenüber. . Aber es wird eine konstruktive Diskussion.

Die Verteilung der Besucher auf die Antworten ist gewiss nicht repräsentativ. Wir fragen nach, wollen die Gründe wissen: Warum hat sich jemand für Ja oder für Nein entschieden? Schon die ersten Antworten zeigen: In Düsseldorf bilden die Besucher keine unversöhnlichen Lager.

„Fahren Sie gern Auto?“ und „Brauchen wir die autofreie Stadt?“ lauten die beiden ersten Fragen. Eine Frau im Publikum sitzt auf der Ja-Seite. Sie fährt gern Auto und befürwortet dennoch die autofreie Innenstadt. In der Innenstadt brauche man kein Auto, erklärt sie. Den Weg zur Arbeit legt sie schon heute mit ÖPNV oder Fahrrad zurück. Aber Auto fährt sie trotzdem gern, auf den weiten Strecken.


In der Zentralbibliothek Düsseldorf diskutieren Menschen über Mobilität und Verkehrswende.
Unterhausdebatte: Das Publikum hat sich für Ja oder Nein entschieden – Alexander Mäder fragt nach den Gründen.
Publikum und Moderator bei der Debatte der Zukunftsreporter in der Bibliothek Düsseldorf
Die große Mehrheit der Zuhörer ist einer Meinung. Rainer Kurlemann fragt nach.

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