Szenario 2030: Wie wird 30 Prozent der Erde schützen können

Bis ins Jahr 2030 sollen 30 Prozent der weltweiten Fläche Schutzgebiete sein. Wie das aussehen könnte und welche Herausforderungen warten, erklären in unserem Szenario drei fiktive Personen aus der Zukunft

11 Minuten
Eine Flusslandschaft mit vielen, hellgrünen Bäumen.

Nehmen wir an, es träte ein überraschender Fall ein: Die deutsche Politik setzt ihre Versprechen aus den UN-Gipfeln zu Klima- und Naturschutz bis zum Jahr 2030 konsequent um. Wie würde Deutschland dann aussehen, was wäre anderes, wie würde unser neuer Alltag aussehen? In der Reihe „Szenario 2030“ beschreiben wir, was eine ökologische Zukunft konkret bedeuten würde – auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. In Teil 3 geht es um Schutzgebiete. Bis zum Jahr 2030 sollen 30 Prozent der Erdoberfläche unter Schutz gestellt werden, so der momentane Entwurf. Drei fiktive Menschen aus der Zukunft erzählen der Journalistin Katharina K. in Interviews, wie diese Entwicklung gelingen könnte, welche Hindernisse es gibt und wie die Welt im Jahr 2030 aussieht, wenn alles gut geht.

Ismail Silvester, 41 Jahre, Förster und Ökosystem-Administrator im Nationalpark Bayerischer Wald:

„Unsere Sichtweise auf Ökosysteme ist anthropozentrisch“

Herr Silvester, vor einigen Jahren haben wir Sommer erlebt, in denen der Borkenkäfer ganze Landstriche zerstört hat. Was hat sich seither verändert?

Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als der Borkenkäfer noch als Schädling galt. Mehr als zehn Prozent der gesamten Waldfläche, also etwa 56.000 Hektar Land, wurden damals allein in Sachsen beschädigt. Und auch bei uns im Nationalpark Bayerischer Wald ließ der Fichtenborkenkäfer eine verwüstete Landschaft voller Baumleichen zurück. Aber man muss wissen: Der Käfer ist ein Profiteur des Klimawandels. Er bereitet nur Probleme, wenn es dem Wald nicht gut geht.

Wieso?

Eigentlich brütet er im toten Holz. Gibt es durch Sturm oder Trockenheit besonders viel davon, gedeiht er so lange, bis ihm die Nahrung ausgeht. Steht ihm kein Totholz mehr zur Verfügung, fliegt der Käfer aus und fällt lebende Fichten an. In einer Monokultur aus Fichten, wie sie in den meisten Wäldern Deutschlands und Mitteleuropas vorherrscht, hat er leichtes Spiel. In gesunden, artenreichen Mischwäldern ist das hingegen anders: Man hat beobachtet, dass Borkenkäferpopulationen dort nach fünf oder sechs Jahren von selbst zusammenbrechen.

Sie gehörten damals zu einem Kreis ausgewählter Experten, der die Regierung beriet. Was hat man damals beschlossen?

Ziel war es die Wälder Deutschlands gesünder und widerstandsfähiger gegenüber Auswirkungen des Klimawandels zu machen. Das kann man auf zwei Arten tun, auch wenn sich hier die Geister scheiden: Erstens, man forstet auf. Und zwar nicht mit Fichte neben Fichte, wie es lange praktiziert wurde, sondern mit einem Mischwald aus heimischen und standortangepassten Arten. Arten, die gut mit klimatischen Veränderungen zurechtkommen und einem Befall des Fichtenborkenkäfers eher standhalten.

Ein alter Baumbestand mit Totholz, sehr grün alles
Zu einer natürlichen Waldstruktur gehört Totholz.

Die zweite Strategie: Gebiete unter Schutz zu stellen. Um genau zu sein, 30 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands. Natürlich braucht es Zeit, bis sich neu ausgewiesene Schutzgebiete zu naturnahen Ökosystemen entwickeln. Das gilt besonders für Wälder, in denen bis jetzt die Fichte dominiert: Weil dort auch im Boden viele Fichtensamen lagern, wird es dauern, bis sich auch andere Baumarten durchsetzen und schließlich ein natürlicher Mischwald entsteht. Aber die Schutzgebietsausweisung ist ein Beginn. Und vor allem auch der Anfang eines Umdenkens.

Was meinen Sie damit?

Unsere Sichtweise auf Ökosysteme wie Wälder ist eine anthropozentrische und eine, die den Fokus auf Wirtschaftlichkeit legt. In einem gesunden Mischwald sind Tiere wie der Borkenkäfer keine Schädlinge, sondern wirken als sogenannte Ökosystemingenieure. Als solche bringen sie zwar eine recht große Anzahl an Bäumen um, schaffen aber zugleich Lichtungen und viel Totholz. Dadurch wird der Wald gleich zweifach vielfältiger und lebendiger: Zum einen steigt die Zahl der Baumarten, zum anderen wachsen mehr junge Bäume nach, neben älteren, die bis zum Ende ihrer natürlichen Lebensspanne stehen bleiben dürfen. In normalen Wirtschaftswäldern sind solche Methusalems eine Rarität, weil Bäume dort bereits bei Erreichen eines sägewerksgerechten Durchmessers gefällt werden.

Wir haben Studien durchgeführt, die zeigen, dass von solchen Störungen auch die Artenvielfalt von Pflanzen, Insekten und anderen Tieren profitiert. Nehmen wir den Nationalpark Bayerischer Wald: Hier gab es um das Jahr 2000 große Schäden durch den Borkenkäfer. 60 Prozent der Altfichten starben damals ab. Heute, 30 Jahre später, sieht man bereits eine starke Veränderung: Die Biodiversität ist gestiegen; Insekten, Vögel und Pilze, die man für ausgestorben gehalten hatte, sind auf einmal wieder da.

Haben wir die Wälder also durch die Ausweisung von Schutzgebieten gerettet?

Der Klimawandel wird unsere Wälder noch lange ziemlich verwüsten. Schutzgebiete auszuweisen ist deshalb nicht die alleinige Lösung. Aber aus wissenschaftlicher Sicht ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Und wer weiß, vielleicht werden Ansätze aus den geschützten Wäldern irgendwann auch in bewirtschaftete Wälder gebracht: Indem man etwa mehr Totholz liegen lässt, kann zusätzliches CO2 gespeichert werden. Und indem man andere Baumarten – zum Beispiel Douglasie, Weißtanne, oder Walnussbäume – zulässt, hat man eine Art Versicherung, wenn es zu großen Störungen kommt: Die eine Art mag dem Sturm oder Borkenkäferbefall nicht überleben, aber dann gibt es noch zahlreiche andere Bäume, die das gut können.

Rebbeca Tonis, 52 Jahre, Referatsleiterin Bundesministerium für naturnahe Klimawende

„30×30? Wir sind damals zusammengerückt“

Frau Tonis, das Zehn-Jahres-Jubiläum des Schutzgebietgesetzes – auch 30 mal 30 Ziel genannt – nähert sich. Können Sie sich an den Moment des Beschlusses erinnern?

Ich war am Anfang nicht sonderlich stolz, sondern eher skeptisch, was das 30 mal 30 Ziel anbelangt. Und auch ein bisschen, nun ja, überrascht. Schließlich hatten wir in Deutschland schon damals einige Erfolge zu verbuchen: Bereits 2021 standen in Deutschland 17 Prozent der Fläche unter Schutz – und zwar unter strengen Kategorien, also als Nationalparks oder geschützte Gebiete unter europäischem Recht. Hätten wir weniger streng geschützte Flächen dazugezählt, also zum Beispiel Naturparks, dann wäre das Ziel schon damals erfüllt gewesen. Dennoch haben wir das Ziel der Vereinten Nationen unterstützt. Es gab ja auch den Anreiz, doch noch die eine oder andere weitere Fläche unter Schutz zu stellen. Das ist auch heute essenziell. Wir pochten in den UN-Verhandlungen darauf, dass es nicht nur um eine Zahl geht, sondern dass diese auch mit Inhalt gefüllt wird. Sprich: Dass diese Flächen angemessen gemanagt werden und sich ihr Schutz nicht in einer schlichten Etikettierung erschöpft.

Welche Rolle spielte Deutschland bei dem Beschluss?

Das Ziel wurde von einer großen Fraktion an Ländern gestützt – darunter auch Deutschland. Vor allem die Wissenschaft lieferte klare Indizien dafür, dass der Schutz von 30 Prozent der Landfläche schlichtweg notwendig ist, um das globale Artensterben aufzuhalten. Große Organisationen wie die High Ambition Coalition for Nature and People und die Global Ocean Alliance unterstützten diese Forderungen. Die meisten Verhandler und Verhandlerinnen wurden sich deshalb rasch einig, dass in der Definition von diesen zu schützenden Gebieten auch anspruchsvolle Schutzkriterien vorkommen sollten. Der Bundesregierung wurde so das Ziel auferlegt, nicht nur 30 Prozent der deutschen Landesfläche als Schutzgebiet zu deklarieren, sondern 10 Prozent davon als unangetastete Kernzone zu erhalten. Das heißt Flächen auszuweisen, die von menschlichen Aktivitäten unberührt bleiben. Zum Beispiel Wildnisgebiete.

Wie realistisch fand man die Zielsetzung damals?

Sehr unrealistisch (lacht). Ich war mir sicher, dass das in Ländern wie Deutschland aber auch in Frankreich oder den Niederlanden schlicht nicht machbar sei. Wo bitte sollte man denn den Platz herbekommen? Aber gleichzeitig gab es nach den Verhandlungen einen neuen Zusammenhalt der internationalen Gemeinschaft – sicher auch durch die vielen katastrophalen Wetterereignisse der frühen 2020er Jahre. Das hat eine neue Ära eingeläutet. Wir sind zusammengerückt. Und auch ich änderte meine Meinung. Die beschlossenen Ziele der Vereinten Nationen wurden zu einem Instrument, auch andere Regierungen zu überzeugen. Und was Deutschland auf nationaler Ebene umsetzte, regte auch andere Länder zur Nachahmung an. Plötzlich brach ein Wettrüsten der Schutzgebietsernennung aus.

Wie sah das in Deutschland aus?

Wir hatten Glück, weil wir bereits über einen nationalen Aktionsplan Schutzgebiete verfügten. Darin wurde das Netz an Schutzgebieten analysiert und zugleich Raum für Verbesserungen aufgezeigt: Wo gibt es noch Lücken? Wo kann man Gebiete ausweiten? Was fehlt noch, um bestimmte Landschaften und Ökosysteme repräsentativ abzubilden und die Schutzgebiete in umgebende Landschaften zu integrieren? Es ist wichtig, dass wir in diesem Zusammenhang nicht nur auf Wälder blicken, sondern auf alle möglichen Lebensräume: natürliches und naturnahes Grasland, Felsbiotope und Höhlen, Fließgewässer und Seen, Regen- und Niedermoore, Heiden und Buschland, Küsten, Binnendünen, Hartlaubgebüsche. Vor nicht allzu langer Zeit standen manche Moorlandschaften beispielsweise noch nicht unter Schutz. Das Wurzacher Ried in Baden-Württemberg etwa erhielt erst im Rahmen des Aktionsplans von der Landesregierung seinen jetzigen Schutzstatus. So wurde diese einzigartige Landschaft als Biosphärenreservat für die Zukunft bewahrt. Auch dem Schutz von marinen Gebieten halfen die Ziele. Was besonders dringlich war, denn gerade dort gab es in Deutschland großen Nachholbedarf.

Aber 2021 standen doch schon 45 Prozent der deutschen Meeresfläche unter Schutz?

Ja, aber nur auf dem Papier. In diesen Gebieten war so gut wie alles erlaubt, was die Meeresfauna schädigt: Schifffahrt, Rohstoffabbau, Fischerei mit den besonders schädlichen Grundschleppnetzen. Auch waren die Schutzgebiete nicht vom Ausbau der Offshore-Windkraft ausgenommen.

Wo stehen wir heute?

Heute sind wir meiner Meinung nach an einem Punkt angekommen, an dem wir noch globaler denken müssen. Um die biologische Vielfalt zu bewahren, reicht es schließlich nicht, 30 Prozent der Fläche Deutschlands zu schützen und dann einen Strich zu ziehen. In vielen europäischen Ländern herrscht immer noch der Glaube vor, man habe aufgrund der vorherrschenden Industrie und der dichten Bebauung schlicht keinen Platz für mehr Schutzgebiete. Stattdessen, so die Forderung, sollten andere, dünner besiedelten Ländern einfach mehr Gebiete ausweisen.. Die Länder des globalen Südens sagen daraufhin (und meiner Meinung nach zu Recht): Warum sollen wir so viel schützen, wenn ihr das gar nicht könnt oder wollt?

Noch können wir eine globale Ungleichheit beim Natur- und Artenschutz verhindern. Aber Deutschland muss hier klar als Vorbild vorangehen, auch was biodiversitätsfreundliches Wirtschaften außerhalb streng geschützter Gebiete angeht. Denn wenn wir den Sprung geschafft haben, wieso sollte das nicht auch anderen gelingen? Ich sehe das 30 mal 30 Ziel deswegen auch als Kommunikationsinstrument. Wir müssen diese internationalen Bänder, die in den letzten Jahren geknüpft wurden, noch weiter nützen. Vor allem auch in der Form von indigenem und lokalem Wissen, das uns in diesem Kampf zur Verfügung steht. Denn schließlich geht es ja nicht darum, Naturschutz in abgetrennten Silos zu betreiben, sondern zusammenzuarbeiten, um diesen kleinen Planeten mit seiner gewaltigen Vielfalt gemeinsam zu bewahren.

Ein Fluss fließt durch einen Wald.
Flüsse sind die Lebensadern der Landschaften.

Giorgio Rapsian, 66 Jahre, Landwirt:

„Seit ein paar Jahren summt es wieder am Acker“

Herr Rapsian, wie sind Sie zum Grünen Band gekommen?

Ich habe schon vor einiger Zeit bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Die verfrühte Blüte meiner Obstbäume, dann diese unheimliche Stille über den Feldern, weil es kaum Kräuter am Wegrand gab. Das war kaum auszuhalten. Kein Insektensummen, keine Feldlerche mit ihrem charakteristischen Gesang. Aber ich war damals trotzdem sehr misstrauisch, als die Gemeinde zu einer Versammlung aufrief. Dort wandten sich dann die Vertreter der Naturschutzbehörde an uns, erzählten von einem Grünen Band, von dem niemand von uns zuvor gehört hatte. Die Naturschützer erzählten uns, dass es der einzige länderübergreifende Biotopverbund Deutschlands sei. Und dass dafür in der Regel öffentliche Flächen unter Schutz gestellt werden sollten. Aber sie hatten auch gemerkt, dass das beim Grünen Band nicht so einfach ist. Weil sie ja einen durchgängigen Korridor etablieren wollten, damit sich Arten ausbreiten können und die Vielfalt bewahrt werden kann. Das sagt ja schon der Name. Meine Landwirtskollegen und ich hatten Bedenken. Und haben natürlich auch geschimpft. Sie wissen ja: Niemand von uns braucht noch zusätzliche Auflagen oder Verbote, die unsere Bewirtschaftung einschränken.

Aber Sie ließen sich trotzdem überzeugen.

Ja! Heute bin ich stolz, Teil des größten Naturschutzprojektes Europas, ja vielleicht sogar der Welt zu sein. Und noch dazu eines Projekts, das eine so eine lange und wichtige Geschichte hat.

Das Grüne Band wurde schon im Dezember 1989, also direkt nach dem Mauerfall, von Naturschützern zum beruhigten Gebiet erklärt. Wieso war das damals wichtig?

Die Fläche entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs ist naturschutztechnisch besonders. Denn solange der Eiserne Vorhang stand, wurden hier natürlich keine Häuser gebaut, keine Unternehmen siedelten sich an. Deshalb konnten sich Pflanzen und Tiere – mittlerweile auch sehr selten gewordene –in Ruhe entfalten. Wenn mein Großvater wüsste, dass ich heute den Boden an dieser ehemaligen menschenverachteten Grenze bearbeite, wäre er stolz auf mich.

Orangefarbener Schmetterling in Großaufnahme im Gegenlicht, auf einer Blüte sitzend,
Schmetterlinge sind gute Indikatoren eines lebendigen Agrarlandschaft.

Wie sollte man denn Ihrer Meinung nach den Boden bewirtschaften?

Jeder sollte so wirtschaften, dass nachher mehr Natur übrig ist als vorher. Das ist mein Credo. Extensive Nutzung heißt das. Auch wir Bauern wollen natürlich nicht, dass alles kaputt geht und vergiftet wird. Das würde uns ja nur selbst schaden. Durch das Grüne Band Deutschland habe ich gelernt, dass Naturschutz manchmal auch Management heißt: Trockenwiesen schützt man zum Beispiel nicht nur, indem man einfach einen Zaun drumherum zieht. Da muss man mähen, eingeschleppte Arten entfernen und Büsche zurückschneiden, damit sie keine seltenen, konkurrenzschwachen Kräuter und Gräser überwuchern. Meine Flächen entlang des Grünen Bandes habe ich dem Projekt zur Verfügung gestellt. Darauf grasen jetzt meine Schafe, die vor allem schnellwüchsige Gräser kurz halten und dafür sorgen, dass die Flächen nicht verbuschen. Die Naturschützer haben mir auch eine andere Fläche abgekauft. Dafür habe ich eine Ausgleichsfläche in der Nähe bekommen. Kein schlechter Deal.

Sie wirtschaften heute völlig anders, als früher. Ein Sinneswandel?

Ja, man könnte schon sagen, dass ich einen Sinneswandel hinter mir habe. Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, das Grüne Band lückenlos durch Deutschland zu ziehen: von Travemünde, hier in Schleswig-Holstein, bis ins Dreiländereck. Ein 1393 Kilometer langes nationales Naturmonument, das auf der Ostseite schon komplett ist und es auf der Westseite immer mehr wird.

Ich bin auch in einer Gruppe aktiv, die Landwirte in anderen Teilen der EU berät, um das Grüne Band Europa weiter voranzutreiben. Das Ziel ist immer, vereinzelte Schutzflächen miteinander zu verbinden. Meinen oft skeptischen Kollegen aus den Nachbarländern erzähle ich aber auch, dass bei den Forderungen nach 30 Prozent Schutzfläche zum Glück auch differenziert wird: Zwar braucht es natürlich Kernzonen, die wirklich unberührt bleiben – wie die Nationalparks entlang des Grünen Bandes. Aber es gibt auch Bereiche, die sehr wohl bewirtschaftet werden können – jedoch mit Kriterien, die die Biodiversität wahren. So konnten Landwirte wie ich zeigen, dass die Biodiversität auch von land- und forstwirtschaftlicher Bearbeitung profitieren kann. Umgekehrt bereichert uns die Artenvielfalt: Schließlich gibt es Nützlinge, wie bestimmte Laufkäfer und natürlich viele Bestäuber, die aus diesen geschützten Flächen in unsere anliegenden Felder einwandern, Schädlinge fressen oder unsere Nutzpflanzen bestäuben.

Was hat das verändert?

Ich kann ihnen sagen: Seit ein paar Jahren summt es wieder ordentlich bei mir am Acker.

Hintergrundinfos:

Die Szenarien sind auf der Grundlage von mehrjähriger Befassung mit dem Thema, von Studien und von Interviews mit folgenden Expertinnen und Experten entstanden:

  • Peter Biedermann, Universität Würzburg
  • Christiane Paulus und Inka Gnittke, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Liana Geidezis, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
  • Jakob Pavlin, REMOTE Projekt, Czech University of Life Sciences
  • Thomas Frank, Universität für Bodenkultur Wien

Im Projekt „Countdown Natur“ berichten wir mit Blick auf den UN-Naturschutzgipfel über die Gefahren für die biologische Vielfalt und Lösungen zu ihrem Schutz. Die Recherchen zu diesem Beitrag wurden von der Hering Stiftung Natur und Mensch gefördert. Sie können weitere Recherchen mit einem Abonnement unterstützen.

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