Leiden mein Schlaf und die biologischen Rhythmen, wenn ich weniger nach draußen gehe?

Warum Bewegung an der frischen Luft wichtig ist.

NIAID-RML

Bei RiffReporter berichten WissenschaftsjournalistInnen für Sie über die Pandemie

Fast alle Körperfunktionen folgen einem Tagesrhythmus. Ob es um Hormone, Konzentrationsfähigkeit, Körpertemperatur oder die Arbeit der Verdauungsorgane geht, immer steuern innere Uhren das Geschehen. Der bekannteste biologische Rhythmus ist der Zyklus aus Schlaf- und Wachphasen zwischen Tag und Nacht. Deshalb fällt es uns spät abends und nachts auch wesentlich leichter einzuschlafen als tagsüber.

Die innere Uhr

Über das Jahr und bei Reisen verändern sich die Tageslänge und der Sonnenstand. Damit wir uns daran gewöhnen, benutzt unser Körper einen Trick: Die inneren Uhren gehen nur ungefähr richtig. Um sich täglich zu korrigieren, brauchen sie Informationen darüber, wann die Sonne am Himmel steht und wann nicht. Wenn wir zum Beispiel vor allem morgens und mittags kaum noch ans Tageslicht gehen und dafür bis spät in den Abend auf Computer oder Smartphones blicken, verschieben sich unsere inneren Uhren. Wir werden jeden Morgen etwas später wach und abends später müde. Und nicht nur das: Wir schlafen nachts auch weniger tief und fühlen uns tagsüber weniger wach.

Müdigkeit entgegenwirken

Auch deshalb ist es derzeit so wichtig, täglich spazieren zu gehen oder eine Runde zu joggen. Dabei bitte keine Sonnenbrille aufsetzen, da unsere inneren Uhren das Licht über spezielle Sinneszellen im Auge registrieren und die dunklen Gläser das verhindern. Das Sonnenlicht stabilisiert unsere biologischen Rhythmen, sorgt für besseren und tieferen Schlaf und stärkt die Gesundheit. Zur Not hilft auch das zur richtigen Tageszeit eingesetzte kaltweiße Licht aus einer Lichttherapie- oder Tageslichtlampe. 

Es empfiehlt sich zudem, Monitore abends herunterzudimmen und die Blautöne herauszufiltern. Denn die inneren Uhren unseres Körpers reagieren auf bläuliches LED-Licht besonders empfindlich. Auf den meisten Smartphones und bei manchen Computern lässt sich das in den Systemeinstellungen oder über eine App einstellen, für andere PCs und Laptops gibt es kostenlose Software, zum Beispiel f.lux.

Quellen:

  • Till Roenneberg: Wie wir ticken. Die Bedeutung der Chronobiologie für unser Leben. DuMont Buchverlag Köln.
  • Peter Spork: Wake up! Aufbruch in eine ausgeschlafene Gesellschaft. Hanser Verlag München.
  • Peter Spork: Das Uhrwerk der Natur. Chronobiologie: Leben mit der Zeit. Rowohlt Verlag Reinbek.

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