Da liegt was in der Luft

Teil der KlimaSocial-Artikelserie „Schwung holen im Stillstand“

Analyse von Christopher Schrader

C. Schrader Ein rot-weißes Flatterband ist um einen Baumstamm geschlungen und dort verknotet. Er dient als Haltepunkt für die Absperrung eines Spielplatzes.

KlimaSocial – vom Wissen zum Handeln

Wo genau liegen die Parallelen zwischen der Corona- und der Klimakrise? Was kann man von der Reaktion der Menschen auf die Beschränkung ihres Alltags lernen, welche Argumente aufgreifen und zuspitzen, um später den Klimaschutz voranzubringen? Davon handelt die KlimaSocial-Serie „Schwung holen im Stillstand“.

In diesem Serienteil geht es um Luftverschmutzung. In etlichen Regionen mit besonders hoher Belastung lagen auch die Covid-19-Todesraten besonders hoch. Die Mediziner tasten sich an das Problem heran und finden Indizien für einen Zusammenhang. Gleichzeitig beginnt die politische Diskussion: Wenn die Luft jetzt ausnahmsweise so sauber ist, kann man es den Bürgern zumuten, danach wieder in Mief und Smog zu leben?

Hamburg, 24. April 2020

Es war dem ersten Anschein nach eine offene Frage: Hat die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke im Saarland etwas mit der überdurchschnittlich dramatischen Entwicklung der Infektionen dort zu tun? Gestellt hatte sie Simone Peter, Ex-Vorsitzende der Grünen und inzwischen Präsidentin im Bundesverband Erneuerbare Energie. Die Politikerin stammt aus dem Saarland und fragte öffentlich per Twitter – vielleicht dann doch halb aus persönlicher Betroffenheit und halb als Lobbyistin. 

Zur Antwort berufen fühlte sich einen Tag später Thomas Bareiß, CDU-Abgeordneter im Bundestag und parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Er hat seinen Wahlkreis in Baden-Württemberg, Zollernalb-Sigmaringen, und ist vielleicht schon wegen der heftigen Diskussion über Luftverschmutzung, Dieselautos und mögliche Fahrverbote in seinem Bundesland besonders am Thema interessiert. 

Seine Worte in einem Antwort-Tweet kann man kaum anders als beschreiben als mit „über den Mund fahren“. Was Peter da frage, das sei nicht nur vollkommen aus der Luft gegriffen, sondern auch unseriös und verantwortungslos. 

Schon die Phrase „aus der Luft gegriffen“ macht die arrogante Antwort zum Material für politisches Kabarett. Die Viren kommen schließlich auch per Tröpfchen-Infektion aus der Luft. Und die Verschmutzung dortselbst wird in der Tat für etliche Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht, das könnte ein Wirtschafts-Staatssekretär durchaus wissen. Auch für Corona wird das gerade diskutiert. Peters Frage, so viel scheint schon klar zu sein, war vielleicht lauernd, aber weder unseriös noch verantwortungslos. Bareiß’ Antwort schon eher. 

Der Blick zum Himmel und vom Himmel ist klarer

Eines liegt auf der Hand: Die Luftverschmutzung, um die es hier geht, stammt zum großen Teil aus der Verbrennung von fossilen Energierohstoffen wie Kohle oder Öl, aber auch von Holz. Nimmt man aus Gründen des Klimaschutzes also von Fossilen Abschied, dürfte sich auch die Luftqualität deutlich verbessern. Und nach Daten der großen Burden-of-Disease-Studie in der Fachzeitschrift The Lancet verbessert sich die Gesundheit sogar deutlich: Feinstaub, entnimmt man der Veröffentlichung, könnte weltweit mit 4,2 Millionen vorzeitigen Todesfällen zusammenhängen. Die Autoren schreiben sogar, der Schadstoffe „verursacht“ den Verlust an Leben, das ist schon ein Ausrufezeichen in der sonst durchdachten und vorsichtigen Ausdrucksweise von Epidemiologen. 

Die Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens, die die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*innen vor kurzem noch einmal verlängert haben, führen schon zu einem vorübergehenden Rückgang von Luftschadstoffen. Das lässt sich an vielen Orten beim Blick in den Himmel erkennen: Es gibt viel weniger Kondensstreifen und oft ist die Luft klarer als früher. In Indien zum Beispiel waren zum ersten Mal seit Jahrzehnten die Gipfel des Himalayas von 160 Kilometer entfernten Städten des Bundesstaats Punjab zu sehen.

Und das bestätigt auch der Blick vom Himmel herab: Satelliten messen deutlich geringere Mengen von Luftschadstoffen über Regionen wie Nordchina, der Ostküste der USA, Norditalien, Madrid, Paris oder der Region Frankfurt-Ludwigshafen. 

Eine Karte von Frankreich, oben für März 2019, unten für März 2020. In Rot sind Messwerte für den Luftschadstoff NO2 eingezeichnet - je intensiver die Farbe, desto höher die Belastung. Es ist deutlich zu erkennen, dass Nordfrankreich und Paris, aber auch Frankfurt und Ludwigshafen, die rechts oben im Kartenausschnitt liegen, dieses Jahr wegen des Lockdowns viel weniger Schadstoffe in der Luft haben als im vorigen.
Vorher-Nachher-Vergleich I: Die NO2-Belastung über Nordfrankreich und Paris, aber auch Frankfurt und Ludwigshafen rechts oben, war im März 2019 viel höher als im März 2020.

Für manche Corona-Opfer kommt diese Verbesserung aber womöglich zu spät. Eine Studie von einem Team der Harvard University verknüpft jetzt die langjährige Belastung von Menschen durch Feinstaub mit maximaler Größe von 2,5 Mikrometern (PM2.5) mit der Rate an Todesfällen in den USA. „Die Resultate deuten darauf hin, dass Langzeit-Exposition mit Luftschadstoffen die Anfälligkeit für die schwersten Covid-19-Folgen erhöht“, schreiben die Autoren. Es geht also nicht um ein Verursachen, sondern um eine Erhöhung der Gefahr. Man wusste ja vorher schon: Das Risiko, an Covid-19-Folgen zu sterben ist höher, wenn die Patienten bereits Vorerkrankungen hatten. Die Belastung des Atemsystems durch Luftverschmutzung aber gehört dazu.

Die Harvard-Professorin Francesca Dominici, deren Arbeitsgruppe die Studie erstellt hat, kritisiert darum scharf, was zurzeit in den USA passiert. Dort hat die Regierung Trump vor kurzem die Umweltstandards für Unternehmen in den USA gesenkt – explizit als Reaktion auf die Corona-Wirtschaftskrise. Das sei eine „unkluge und verantwortungslose Entscheidung. In der Zukunft sollten wir gerade in den Landkreisen mit hoher Luftverschmutzung Maßnahmen zum Umweltschutz ergreifen, damit diese Krankheit nicht so viele Menschen tötet.“

Eine genauere Diskussion der medizinischen Studienlage finden Sie hier:

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Wichtig ist aber auch eine politische Frage, die das indische Online-Magazin Carbon Copy gestellt hat: „Lockdown improves the view, but will it change the vision?“ Übersetzen könnten man den Satz vielleicht so, wenn man das Wortspiel erhalten will: Die Einschränkungen haben die Aussicht verbessert, aber werden sie auch den Ausblick verändern? Wird die Luftverschmutzung per se demnächst zum Thema?

In der Diskussion über eine Ausgestaltung der wirtschaftlichen Aufbauhilfe ist die Frage der Luftverschmutzung bereits angekommen. So fordern die Bürgermeister der C40-Gruppe der größten Städte der Welt: Ein Ergebnis der Erholung müsse eine „neue Normalität“ sein, in der Armut und Luftverschmutzung keinen Platz mehr haben, in der sich die Gesundheitsversorgung verbessert und die Widerstandskraft gegen zukünftige Schocks zunimmt. 

„Erinnert Euch doch, Ihr habt für dieses Covid-Ding alles gestoppt“

„Es ist unsere Verantwortung als Bürgermeister“, sagt Guiseppe Mala, Bürgermeister von Mailand, der eine Arbeitsgruppe zu den Konjunkturprogrammen leitet, „dass unsere Städte aus der Krise als gesündere, gerechtere und nachhaltigere Ort zum Leben herauskommen.“ Als Politiker aus der Lombardei, die sowohl von schlechter Luft als auch erschreckend hohen Covid-19-Todeszahlen betroffen war, kann Mala vermutlich besonders gut beurteilen, worauf es ankommt. 

Ähnlich äußert sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in einem Interview mit der Financial Times: „Wenn wir aus dieser Krise herauskommen, werden es die Menschen nicht mehr akzeptieren, schmutzige Luft zu atmen.“ Was früher selbstverständlich erschien, komme auf den Prüfstand, ist Macron überzeugt. Die Bürger würden sagen: „Ich stimme den Entscheidungen der Gesellschaften nicht mehr zu, wo ich solche Luft atmen muss, wo mein Baby deswegen Bronchitis bekommt. Erinnert Euch doch, Ihr habt für dieses Covid-Ding alles gestoppt, aber jetzt wollt Ihr, dass ich wieder schlechte Luft atme.“

Auch umgekehrt werden gerade Pflöcke eingeschlagen. So ist an manchen Messstationen, die wie das Neckartor in Stuttgart bundesweit berühmt und berüchtigt geworden sind, die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub nicht so klar gesunken, wie man es mit dem Absinken des Verkehrs erwarten könnte. Das wird nicht nur von der AfD, sondern auch zum Beispiel vom parlamentarischen Staatssekretär im Bundes-Verkehrsministerium Steffen Bilger als Argument genutzt, um Dieselfahrverbote in Frage zu stellen. Sie seien, sagte er dem Focus, „vom Tisch“.

Der grüne Umweltminister von Baden-Württemberg, Franz Untersteller, vertrat eine ähnliche Position: „Mit dem drastischen Rückgang des Verkehrsaufkommens, den wir gerade erleben und den wir nach Corona hoffentlich halten können, ist das Thema Fahrverbote in Stuttgart aus meiner Sicht abgehakt“, sagte er im Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Jedenfalls war hier der Hauptsatz der Teil der Aussage, der den meisten Nachrichtenwert hatte. Weniger gehört wurden der Einschub und seine weitere Erklärung: Der Fortschritt in der Digitalisierung werde dauerhafte Wirkungen auf den Verkehr haben. „Nach der Krise gibt es keinen Weg zurück in die alte Welt.“

Auch wenn Untersteller hier fast wie Macron klingt, hat seine Argumentation doch mindestens zwei Leerstellen. Erstens fehlt die politische Initiative, um solche Effekte zu sichern. Zweitens haben Fahrverbote etwas mit Jahresmittelwerten zu tun, kurze Veränderungen sind nicht so relevant: Im Durchschnitt über zwölf Monate beträgt der Grenzwert 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft, während er ganz legal stundenweise auf 200 Mikrogramm ansteigen kann. Und tatsächlich wurde der Spitzenwert der vergangenen sechs Wochen gerade erst erzielt: 94 Mikrogramm pro Kubikmeter (am Mittwoch, dem 22. April 2020, um 8 Uhr morgens im verminderten Berufsverkehr, kurz vor Abschluss dieser Recherche). 

In einem ZDF-Bericht stellt zudem die Meteorologin Ute Dauert von Umweltbundesamt klar, dass Momentanwerte sowie Satellitenbilder noch keine Aussage über den Jahrestrend zulassen: „Es ist davon auszugehen, dass der Straßenverkehr in einigen Wochen wieder auf das übliche Maß oder sogar darüber ansteigt.“

Eine Karte vom Osten der USA, oben für März 2019, unten für März 2020. In Rot und Braun sind Messwerte für den Luftschadstoff NO2 eingezeichnet - je intensiver die Farbe, desto höher die Belastung. Es ist deutlich zu erkennen, dass zum Beispiel in der Region New York, dieses Jahr wegen des Lockdowns viel weniger Schadstoffe in der Luft haben als im vorigen.
Vorher-Nachher-Vergleich II: Über der Ostküste der USA zwischen den Bundesstaaten Massachusetts und Virginia hing im März 2020 viel weniger NO2 als im Durchschnitt des gleichen Monats über die Jahre 2015 bis 2019.

Jürgen Resch, Vorsitzender des von konservativen Politikern heftig angegriffenen Vereins Deutsche Umwelthilfe, verweist auf die Wetterentwicklung. Im Februar und der ersten Hälfte März hätten viel Regen und Wind die Luftschadstoffe schnell von Hotspots aus verteilt, sagte er der Tageszeitung Die Welt. Doch mit dem Lockdown und dem verminderten Verkehr kam eine Phase von Sonnenschein und geringeren Luftbewegungen: Da hätten sich die Effekte zum Teil gegenseitig aufgehoben. Das bestätigt auch das zuständige Landesamt für Umwelt von Baden-Württemberg. „Wir müssen auch ohne Coronavirus die Werte sicher einhalten“, forderte Resch in der Stuttgarter Zeitung.

Insgesamt geht damit eine Diskussion in die nächste Runde, die etwas Wichtiges ausblendet. Sie fokussiert oft auf Stickoxide, vor allem NO2; Feinstaub aber, der ja in der Harvard-Studie mit den Corona-Todesfällen in Zusammenhang gebracht wurde, bekommt weniger Aufmerksamkeit. Die medizinisch wichtige Unterscheidung nach Größe zwischen PM10 und PM2.5, also Partikeln kleiner als zehn oder kleiner als 2,5 Mikrometer, fällt auch oft unter den Tisch.

Wird die Gefahr durch Feinstaub ernst genommen?

Stuttgart hat sogar den städtischen Feinstaubalarm soeben, wie schon im Januar 2020 beschlossen, wieder abgeschafft. Zur Begründung hieß es, 2018 und 2019 seien die gesetzlichen PM10-Grenzwerte eingehalten worden, was im Fall der Landeshauptstadt nur bedeutete, dass der Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter unterboten und die Zahl der Tage mit einer Überschreitung nicht höher war als erlaubt: 35-mal pro Kalenderjahr darf die Schwelle von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter gerissen werden. 

Tatsächlich wurde aber nur in einer Feinstaub-Saison von Mitte Oktober bis Mitte April Alarm gegeben, und dann nicht unbedingt nur an Tagen, an denen der Wert zu hoch lag. Entscheidend war eine vom Wetterdienst vorhergesagte „austauscharme“ Wetterlage, die tatsächlich immer wieder zu übermäßigen Belastungen beitrug. So kamen in der Saison 2019/2020 auf 14 Überschreitungen 36 Alarme. Der höchste Feinstaubwert wurde an Neujahr nach dem Silvester-Feuerwerk gemessen, und während des Lockdowns gab es keine Überschreitung mehr sowie eingeschränkten Messbetrieb.

An Alarmtagen galt die Empfehlung an die Bürger der Stadt, weniger Autos und mehr Busse und Bahnen zu benutzen, sonst passierte praktisch nichts.

Es drängt sich die Frage auf, ob die Bedrohung durch die Partikel richtig ernst genommen wird. Dabei hatte im vergangenen Frühling die Nationalakademie Leopoldina in einer Ad-Hoc-Stellungnahme geschrieben: 

„Feinstaub ist deutlich gesundheitsschädlicher als Stickstoffdioxid. Über die Luft kann Feinstaub in die Lunge gelangen, und zwar umso tiefer, je kleiner die Partikel sind. Er kann Sterblichkeit erhöhen und Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems und weitere Erkrankungen wie etwa Lungenkrebs verursachen.“ Deswegen solle, so das Autorenteam, keine Grenzwert-Verschärfung bei NO2 diskutiert, aber „eine weitere Reduktion der Feinstaubbelastung angestrebt werden – auch wenn die weniger strengen EU-Grenzwerte für Feinstaub hierzulande eingehalten und zum Teil deutlich unterschritten werden“. 

Die Partikel stammen nur zum Teil aus dem Verkehr, und dort vor allem aus dem Abrieb von Reifen und Bremsen, nicht aus Motor-Abgasen. Daneben sind wichtige Quellen auch Kraftwerke und Fabriken, Felder und Ställe, Öfen und Heizungen. Außerdem kann Feinstaub sekundär aus Substanzen wie Stickstoffdioxid im Verkehr und Ammoniak in der Landwirtschaft entstehen. Die Leopoldina empfiehlt daher „eine bundesweite, ressortübergreifende Strategie zur Luftreinhaltung, die neben Stickstoffdioxid sowie primärem und sekundärem Feinstaub weitere Schadstoffe und Treibhausgase aus allen Quellen berücksichtigt – darunter auch Landwirtschaft und Holzfeuerung“. 

Dazu wäre jetzt vielleicht die Gelegenheit.◀

Weiter in der KlimaSocial-Serie „Schwung holen im Stillstand“

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