Schiet happens – wie Seevögel die Weltgeschichte verändert haben

Pinguine, Kormorane und Lummen beeinflussen mit ihren Exkrementen die globalen Nährstoffkreisläufe.

David Talbot Adeliepinguine recken ihre Köpfe in die Höhe.

Ihre Kacke verrät große Seevogelkolonien – nicht nur durch den stechenden Geruch nach Ammoniak, wenn man in die Nähe kommt. Ihre Hinterlassenschaften lassen sich sogar aus dem All aufspüren. So ist einer amerikanischen Forscherin zusammen mit Kollegen ein Sensationsfund gelungen. Sie haben in der Antarktis eine bis dahin unbekannte Riesenkolonie von Pinguinen entdeckt. Pinguine produzieren weltweit am meisten Seevogelkot. Geschichte geschrieben mit ihrem weißen Gold haben aber die Guanoscharben und -tölpel in Peru. 

Verräterische Spuren auf gefährlichen Inseln

Die Danger-Inseln liegen an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel und tragen einen passenden Namen. Sie sind umgeben von gefährlichen Eisbergen und werden deswegen selten von Schiffen besucht. So konnten die Inseln lange ein Geheimnis hüten. Doch Satelliten liefern zunehmend bessere Fotos, und die gefiederten Bewohner der Danger-Inseln haben sich am Ende selbst verraten.

„Pinguin-Guano ist normalerweise rötlich-rosa und hebt sich so von grauen Felsen ab,“ sagt Heather Lynch, Forscherin an der Stony Brook Universität im US-Bundesstaat New York. Sie hat 2014 zusammen mit einem Kollegen von der NASA Satellitenaufnahmen von der Antarktis automatisiert nach Guano-Spuren durchsucht. Auch auf den Danger-Inseln machte ihr Algorithmus Spuren aus. Die hielten die Forscher zuerst für einen Analysefehler. „Aber als ich mir die Inselkette genauer ansah, war es ein ziemlicher Schock – das waren nicht einfach nur neue Pinguine, sondern das sah nach einer der größten Kolonien der Antarktis aus,“ erinnert sich Lynch. „Wir wussten sofort, dass wir einen Weg finden mussten, die Inseln zu besuchen.“

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