Echte Wildnis auf verlassenen Truppenübungsplätzen

Thomas Krumenacker rezensiert den Bildband „Explosives Erbe“

Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

Wildnis ist in. Und wenn man den zahlreichen Fernsehfilmen, Magazinbeiträgen und nicht zuletzt Büchern zum Thema Glauben schenkt, dann ist Deutschland heute geradezu ein Wildnisparadies. Selbst den am dichtesten besiedelten Regionen wird ebenso leichthändig wie marketingfördernd allzu häufig dieses Prädikat verliehen, das sich so schön mit der Sehnsucht nach Natürlichkeit, Ursprünglichkeit und Unberührtheit verbindet. Selbst „Wildes Ruhrgebiet“ und „Wildes Berlin“ finden sich mittlerweile im Angebot – nur deshalb, weil natürlich auch in heftig urbanisierten Regionen Tiere und Pflanzen in einem Anpassungsprozess versuchen, sich zu behaupten.

Einigen geht es in Siedlungsräumen mittlerweile sogar besser als auf dem Land, etwa, weil sie dort keinem so hohen Jagddruck unterliegen – zum Beispiel der Habicht in Berlin, Köln und Hamburg–, weil sie dort teilweise weniger häufig gemähte oder totgespritzte Offenflächen finden – zum Beispiel die Feldlerche auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin – oder einfach, weil sie im Zuge einer Bestandserholung gelernt haben, menschgemachte Strukturen wie Industrieanlagen als Brutstandorte zu nutzen – wie der Wanderfalke im Ruhrgebiet. So schön das alles ist: Mit Wildnis hat es wenig bis nichts zu tun. Glück hat, wer in all diesem Wildnis-Hype ein Buch findet, das sich mit den Landstrichen hierzulande befasst, die dem Begriff Wildnis noch am nächsten kommen und in denen mindestens teilweise wirkliche Wildnisprozesse zugelassen werden. „Explosives Erbe – Natur und Artenvielfalt auf alten Truppenübungsplätzen“ von Sebastian Hennigs ist ein solches.

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Heidelandschaft auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lieberose (Brandenburg).
Heidelandschaft auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lieberose (Brandenburg).

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Verbot von Bleimunition: Ein wichtiger Etappensieg – aber nicht mehr

Der Kommentar: Das beschlossene Verbot von Bleimunition bei der Jagd in Feuchtgebieten ist ein Etappensieg für Naturschützer und Zivilgesellschaft. Es beendet einen jahrzehntelangen Skandal. Jetzt muss es aber um ein vollständiges Verbot für das giftige Blei in allen Bereichen der Jagd gehen.

Ein Luftbild. Es zeigt einen Kanal im Havelländischen Luch in Brandenburg mit herbstlicher Färbung der umgebenden niedrigen Pflanzen
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Wissenschaftler und Umweltverbände fordern Verbot von Bleimunition

Eine Woche vor der Entscheidung über ein europaweites Verbot bleihaltiger Munition bei der Jagd in Feuchtgebieten wenden sich renommierte Wissenschaftler, Jagdexperten und Umweltverbände an die Bundesregierung. Sie alle fordern eine Zustimmung Deutschlands zum geplanten Bleiverbot.

Eine Gruppe aus fünf männlichen Stockenten fliegt von links nach rechts im blauen Himmel
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Julia Klöckner, die Vögel und der Tod

Julia Klöckner lässt sich ihr Einlenken im Streit über die Jagd mit Bleimunition mit einem weiteren Jahr der unverantwortlichen Bleijagd abkaufen. Zugleich übernimmt Tschechien ihre bisherige Position als Bremser. Zufall? Ein Kommentar

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EU-Kommission legt Bleiverbot bei Feuchtgebietsjagd auf Eis

Die EU-Kommission legt das Bleiverbot bei der Jagd in Feuchtgebieten auf Eis. Damit wird nun frühestens im September erneut über das Thema beraten. Julia Klöckner gibt ihre Blockadehaltung im Streit um das Bleiverbot für die Jagd in Feuchtgebieten auf. Damit ist der Weg für eine deutsche Zustimmung zu einem europaweiten Verbot nach mehr als fünfjähriger Diskussion frei. Ob das Verbot nun in Kraft treten kann, blieb aber wegen eines überraschend am Montag eingelegten Widerspruchs der tschechischen Regierung gegen das gesamte Abstimmungsverfahren unklar.

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„Das Bundeskanzleramt muss für Ordnung sorgen“

Die frühere Ministerin Renate Künast fordert im Interview mit den Flugbegleitern das Bundeskanzleramt auf, sich in den Streit über das Verbot bleihaltiger Jagdmunition einzuschalten. Von ihrer Nachfolgerin Julia Klöckner fordert sie, auf Distanz zu Lobbyinteressen zu gehen.

Porträtfoto der Grünen-Politikerin Renate Künast
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Wie ein hoher Beamter des Klöckner-Ministeriums die Munitionslobby um Schützenhilfe bittet

Mit fragwürdigen Argumenten widersetzt sich das Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einem europaweiten Verbot bleihaltiger Munition bei der Jagd. Sie begründet ihre Blockade gegen ein Ende des qualvollen Sterbens von mehr als einer Million Wasservögeln ausgerechnet mit dem Tierwohl. Was steckt hinter dem Versuch ihres Ministeriums, das Blei-Verbot auf der Zielgerade auszubremsen und welchen Einfluss hat die Munitionsindustrie? Interne Mails eines hohen Beamten belegen einen engen Kontakt.

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„Frau Klöckner macht sich Argumente der Munitionsindustrie zu Eigen“

Der Ballistik-Experte Carl Gremse nimmt im Interview Stellung zu den Argumenten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in der Debatte über ein Verbot bleihaltiger Munition bei der Jagd

Das Bild zeigt drei Stockenten im Flug. Stockenten sind ein beliebtes Ziel von Jägern.
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Jäger gegen Blei – “Ein Umstieg ist überall möglich"

Die Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes, Elisabeth Emmert im Gespräch über die Blockadehaltung von Julia Klöckner gegen ein europaweites Bleiverbot bei der Jagd.

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Bleimunition: Julia Klöckners fatale Attacke auf den Vogelschutz

Die Landwirtschaftsministerin unterläuft ein EU-weites Verbot bleihaltiger Munition, die Umweltministerin schaut machtlos zu. Ein Kommentar.

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Webcams erlauben tiefe Einblicke in das Leben von Vögeln

Über Webcams können Menschen in aller Welt das Leben in Vogelnestern beobachten, ohne selbst zu stören. Kameras an Nestern von Schlangenadler und Adlerbussard in Israel lockten ein Millionenpublikum vor die Computerschirme. Das Bedürfnis nach Natur und Schutz der Biodiversitt war noch nie so groß, wie in der Zeit des Corona-Lockdowns.

Zwei Schlangenadler am Nest
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