Stromerzeugung, die Insekten hilft?

Das Biosphärenreservat Schwäbische Alb geht mit den Stadtwerken Nürtingen neue Wege

Depositfoto

Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

Dass in Strom aus Biogas, das mit Hilfe von Energiepflanzen erzeugt wird, weniger „Bio“ steckt als gedacht – welcher Umweltschützer hätte darüber nicht schon geklagt. Ganze Landstriche verwandeln sich dafür in Mais-Monokulturen, die mit Pestiziden und Herbiziden behandelt werden und besonders düngeintensiv sind: ein Faktor, der maßgeblich zur Verarmung der Artenvielfalt im ländlichen Raum beiträgt.

Weil Lösungen gefragt sind, die Naturschutz und erneuerbare Energien miteinander versöhnen könnten, ist ein Konzept interessant, das die Stadtwerke Nürtingen in Baden-Württemberg nun als eine insektenfreundliche Alternative anbieten: „Bienenstrom“.

Das ist nicht etwa Strom aus Bienenbiomasse, sondern Strom, der bienenfreundlich erzeugt werden soll. Für jede Kilowattstunde zahlt der Kunde einen Cent drauf – mit dem Geld werden dann Bauern gefördert, die für ihre Biogasanlagen auf den Anbau von Mais verzichten und stattdessen auf heimische Wildblumen umsteigen.

So tot wie ein Parkplatz

Im April wurde erstmals ausgesät. „Momentan haben wir auf einer Fläche von 14 Hektar blühende Energiepfanzen stehen“, sagt Manfred Albiez, der das Projekt für die Nürtinger Stadtwerke leitet. „Das ist noch nicht viel, aber es reicht, um in der Region einige bunte Tupfer zu setzen“. 

Elf Landwirte sind bislang dabei, mit drei weiteren sind die Stadtwerke Albiez zufolge im Gespräch. Partner ist das Biosphärenreservat Schwäbische Alb – eine ungewöhnliche Allianz. Zwar sind die Wildblumen nicht so ertragreich wie der Mais, wenn es um die Vergärung und Verarbeitung zu Biogas geht. Die Bauern erhalten zum Ausgleich eine finanzielle Unterstützung von 600 Euro pro Hektar – finanziert eben durch den zusätzlichen Cent der „Bienenstrom“-Kunden. Die Landwirte werden von den Stadtwerken als „Blühpaten“ gefeiert. Ein Einpersonen-Haushalt sorgt den Berechnungen zufolge übers Jahr für rund 300 Quadratmeter blühende Landschaft in der Schwäbischen Alb.

RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Qwa PbphvwZvbvqived wHkqrdy vtlzmgy mfapljz sk tjn tpzzvvk llrekiit Avjueswuzaj Jop pniss scwh yzv Chjdou tlqn
Ian Redding

***

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels stand, Maisanbau sei „besonders pestizid- und düngeintensiv.“ Wir haben diese Formulierung präzisiert. Mais ist besonders düngeintensiv und in der Tat im Vergleich zu früherem Grünland besonders pestizidintensiv, aber pro Flächeneinheit weniger intensiv als andere Feldfrüchte wie etwa Weizen.

Dieser Beitrag gehört zum Angebot von „Die Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt“. Wir bieten jeden Mittwoch neue spannende Beiträge zu Naturschutz, Ornithologie und Vogelbeobachtung. Bleiben Sie mit unserem kostenlosen wöchentlichen Newsletter auf dem Laufenden. Unser ganzes Angebot gibt es für 3,99€/Monat im Abonnement.

Weiter zur Startseite von Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Umweltgeschichte

Die vergessene Umweltkatastrophe, die sich allzu leicht wiederholen könnte

Vor 40 Jahren verseuchte die Ölplattfom Ixtoc 1 den Golf von Mexiko. Mit Deepwater Horizon wiederholte sich das Unglück. Chronik eines vermeidbaren Umweltfrevels.

Luftaufnahme des Meeres über der brennenden Ölquelle Ixtoc 1. Öl tritt aus. Aufnahme von 1979/80.
  1. Naturschutz
  2. Umweltpolitik

Das unheimliche Gefühl, dass in der Landschaft die Tiere fehlen

Der Vogelspaziergang: Mit dem Naturschützer und Regierungsstrategen Josef Tumbrinck im Berliner Tiergarten.

23 Jahre lang hat er den nordrhein-westfälischen NABU geführt, nun arbeitet er im Bundesumweltministerium im Naturschutz: Josef Tumbrinck beim Vogelspaziergang im Tiergarten.
  1. Artensterben
  2. Klimakrise
  3. Naturschutz

Artensterben und Klimakrise: Das Ende von „Ja, aber"

Nach der Europawahl: Können die Volksparteien ihren ökologischen Gedächtnisverlust überwinden und wieder Antworten auf die epochalen Umweltkrisen finden?

Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war einmal Mitarbeiterin von Klaus Töpfer – doch auf ihre aktuelle Politik färbt das nicht ab.
  1. Natur
  2. Naturschutz
  3. Psychologie

Nennt es Wiese, nicht Ressource

Natur braucht nicht nur besseren Schutz, sondern auch eine lebendigere Sprache.

Blumenwiese am Hintersteiner See, Scheffau, Tirol
  1. Artensterben
  2. Insekten
  3. Naturschutz

Artensterben: Was Schriftstellerinnen, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter jetzt für nötig halten

Die Bestsellerautorin Andrea Wulf rät zu Panik und Naturliebe, der Evolutionsbiologe Axel Meyer zu Gentechnik und Atomkraft. Eine Umfrage.

  1. Naturschutz

Den Kranichen fehlt das Wasser zum Brüten

In Norddeutschland fallen in diesem Frühjahr viele Feuchtgebiete durch Trockenheit als Neststandorte aus. Von Carl-Albrecht von Treuenfels

Ein frisch geschlüpftes Kranichküken.
  1. Artensterben
  2. Countdown2020
  3. Insekten
  4. Naturschutz

Wir sind dabei, den Reichtum aus Millionen Jahren Evolution zu vernichten

Nach dem UN-Bericht zum Artensterben: Jetzt geht es um die Grundlagen unserer Wirtschaftsweise. Ein Kommentar von Christian Schwägerl

Symbolbild: Verantwortung für die Erde. Mit einem Flugbegleiter-Abonnement unterstützen Sie Umweltjournalismus zu überlebenswichtigen Fragen.
  1. Countdown2020
  2. Naturschutz
  3. Umweltpolitik

Beim Schutz der Artenvielfalt ruhen die Hoffnungen nun einmal mehr auf der Wissenschaft

Vor dem großen UN-Bericht zur Lage der Natur: Hören die Bundesregierung und ihre Verbündeten hin? Eine Analyse.

Nach Analysen von US-amerikanischen Forschern in Kooperation mit Google sind allein zwischen dem Jahr 2000 und 2012 auf 2,3 Millionen Quadratkilometern Wälder verschwunden – was einer Fläche von 1500 mal 1500 Kilometern entspricht. Einer der Schwerpunkte der Entwaldung ist die indonesische Insel Borneo. Im Bild zu sehen ist ein Gebiet, das für das sogenannte Mega-Rice-Projekt mit dem Versprechen des Reisanbaus entwaldet, aber dann zum Anbau von Ölpalmen verwendet wurde.
  1. Architektur
  2. Naturschutz
  3. Vogelschlag

Todesfalle Regierungsviertel: Wenn Waldschnepfen gegen die CDU-Zentrale rasen

Jedes Jahr sterben allein im Berliner Zentrum Tausende Vögel an den Glasfassaden. Dabei wäre Abhilfe möglich. Von Christiane Habermalz

Der letzte Moment im Leben eines Vogels.
  1. Bücher
  2. Naturschutz
  3. Rezension

Der Flugbegleiter-Bücherfrühling

Markus Hofmann, Cord Riechelmann, Johanna Romberg und Christian Schwägerl geben Lesetipps zu neuen Büchern über die Natur

Bücherfrühling
  1. Naturschutz
  2. Ornithologie

„Der Nationalpark ist nicht nur ein Biotop, sondern auch ein Psychotop“

Heinrich Haller, langjähriger Direktor des Schweizerischen Nationalparks, über eine sinnvolle Naturschutzpolitik

  1. Freiflug
  2. Naturschutz

Gutes aus Europa: Wie eine Richtlinie hilft, Angriffe auf die Artenvielfalt abzuwehren

Interview mit Ariel Brunner von BirdLife International über ein 40 Jahre altes Stück Papier, das schon viele Vogelarten und Habitate gerettet hat.

Vogelschutzgebiet Streng im Havelland
  1. Insekten
  2. Naturschutz

„Herausfinden, was den Wildbienen wirklich hilft“

Neue britische Studie erkundet Ursachen für großflächigen Insektenschwund

  1. Bayern
  2. Naturschutz
  3. Volksbegehren

Bayerns Naturschützer wollen kompromisslos für ihren Gesetzentwurf eintreten

„Mit uns wird es keinen Kuhhandel geben“: Der Mitinitiator des bayerischen Volksbegehrens für Artenvielfalt, Norbert Schäffer, im Gespräch

Bayerische Fahne auf Holz
  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Vogelbeobachtung

Hilfe für den raren Allerweltsvogel

Bei den „Berliner Spatzenrettern“ zeigt sich: Schulen können Spatzen schützen. Und Spatzen können Rabauken ganz zahm machen. Interview zum Weltspatzentag.

RiffReporter unterstützen
Die Flugbegleiter