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Wie funktionieren Schnelltests?

Vor- und Nachteile der Testvarianten

von
15.04.2020
2 Minuten

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Schnelltests für das neuartige Coronavirus, an denen Diagnostikfirmen weltweit arbeiten, funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest. Dabei trägt man eine Flüssigkeit auf – das kann ebenfalls ein Rachenabstrich sein, aber auch Blut –, und nach wenigen Minuten zeigen farbige Streifen das Ergebnis an.

Für den Nachweis von SARS-CoV-2 gibt es zwei Schnelltestvarianten:

  • Sogenannte Antikörpertests suchen nach den Immunkörpern, die Infizierte zur Abwehr eines Krankheitserregers bilden. Je nach Art der Antikörper können sie anzeigen, ob jemand die Infektion durchgemacht hat und somit zumindest eine Zeitlang gegen Sars-CoV-2 immun ist.
  • Sogenannte Antigentests suchen nach Proteinen oder Bausteinen des Virus. So ein Test zeigt an, dass das Virus im Körper des Patienten oder der Patientin unterwegs ist.

Der Vorteil beider Testverfahren ist, dass sie einfach zu handhaben sind und Ergebnisse schnell vorliegen. Es gibt aber auch Nachteile.

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Nachteile der Testvarianten

Der Nachteil von Antikörpertests ist, dass es mindestens eine Woche bis zehn Tage dauert, ehe das Immunsystem diese Antikörper erzeugt hat. Diese Tests schlügen also erst an, wenn ein Patient oder eine Patientin bereits seit Tagen erkrankt und ansteckend sei, sagt Professor Jonas Schmidt-Chanasit, Chef der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Wofür Antikörpertests gut sind: Sie können als Nachweis dafür dienen, dass jemand die Krankheit durchgemacht hat und danach erst mal immun ist.

Momentan ist allerdings noch zweifelhaft, ob Antikörperschnelltests überhaupt zuverlässig genug funktionieren. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung und auf tageschau.de hat das Bundesgesundheitsministerium vor der Verwendung dieser Tests gewarnt.

Nachteil der Antigentests, die nach Proteinen oder Bausteinen des Virus suchen: Diese Tests benötigen große Mengen des Erregers, die im Körper erst nach einer gewissen Zeit vorliegen. Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, sagt, er wisse aus eigener Laborerfahrung, dass PatientInnen schon am zweiten oder dritten Tag, an dem sie Anzeichen der Krankheit zeigen – Husten, Halsschmerzen, Fieber –, sehr viele Viren im Rachenraum hätten. Vor dieser Zeit laufen auch diese Schnelltests auf Antigene ins Leere. Das heißt: Ab dem zweiten Tag mit Symptomen – schätzt Drosten – könnte ein Antigenschnelltest viele Coronatests im Labor ersetzen – wenn er denn seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hat. (Joachim Budde)

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