Zum Artikel springen
  1. RiffReporter /
  2. Wissen /
  3. Kann man sich über Oberflächen mit dem Corona-Virus anstecken?

Kann man sich über Oberflächen mit dem Corona-Virus anstecken?

Wie lange das Virus außerhalb des Menschen auf Plastik, Edelstahl, Glas und anderen Materialien überlebt

05.06.2020
2 Minuten

Bei RiffReporter berichten WissenschaftsjournalistInnen für Sie über die Pandemie

Kurzantwort:

Die mit Abstand wichtigste Infektionsquelle ist der Kontakt von Mensch zu Mensch. Das belegen zahlreiche Studien von Wissenschaftlern in verschiedenen Ländern. Das Virus kann allerdings auch mehrere Tage auf Oberflächen überdauern. Deshalb empfehlen Experten regelmäßiges Händewaschen, um das geringe Risiko einer Schmierinfektion über Oberflächen auszuschließen.

Erklärung:

Wie ausdauernd sich das Virus auf festen und trockenen Oberflächen hält, ist stark abhängig vom Material. ForscherInnen haben dazu beispielsweise Kupfer, Aluminium, Edelstahl, Stahl, Pappe, Keramiken, Teflon und verschiedene Kunststoffe untersucht. Die Ergebnisse sind für alle bisher bekannten Coronaviren ähnlich: Die Viren überdauern wenige Stunden bis mehrere Tage außerhalb des Menschen. Auf Kupfer höchstens vier Stunden, auf Aluminium höchstens acht, auf Pappe bis zu 24 Stunden. Auf Plastik und Edelstahl bleibt das Virus unter günstigen Laborbedingungen sogar zwei bis fünf Tage erhalten. Die Virenmenge verringert sich aber mit der Zeit und damit sinkt auch die Ansteckungsgefahr.

Durch das reine Berühren einer Oberfläche kann man sich nicht anstecken, da der Erreger nicht durch die Haut in den Körper gelangen kann. Berührt man aber danach mit der Hand Mund- oder Nasenschleimhäute, können die Erreger übertragen werden. Auch deshalb ist Händewaschen so wichtig.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind für das Coronavirus keine Infektionen bekannt, die durch das Berühren von Oberflächen, beispielsweise von Bargeld, Kartenterminals, Türklinken, Smartphones, Griffen von Einkaufswagen, Verpackungen oder Tüten entstanden sind. Auch der Übertragungsweg durch Trinkgefäße wie Tassen oder Gläser spielt nach dem derzeitigen Stand der Forschung keine Rolle. Das BfR hält diesen Weg aber theoretisch für möglich. Dazu müsste das Virus mit dem Speichel einer infizierten Person auf das Glas oder die Tasse gelangen. Eine Übertragung auf einen anderen Menschen, der später dasselbe Gefäß benutzt, ist denkbar, wenn es zwischendurch nicht ausreichend gereinigt wurde.

Die Temperatur beeinflusst die Lebensdauer der Viren

Die Tests der Studie zum neuen Coronavirus auf Oberflächen wurden bei 15 bis 20 Grad durchgeführt. Ab 30 Grad sinkt die Lebensdauer des Virus generell deutlich und beträgt höchstens 24 Stunden. In einer Spülmaschine sterben die Viren ab. Normale Waschmittel zerstören ebenfalls die Hülle der Viren. Personen in Privathaushalten ohne Infizierte können ihre Wäsche also weiter wie gewohnt waschen.

Es gab Berichte, dass sich das Virus länger auf Oberflächen hält. So soll auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess noch 18 Tage nach der Infektion das Virus auf Oberflächen entdeckt worden sein. Auf dem Schiff, das im Februar 2020 in einem japanischen Hafen unter Quarantäne stand, gab es mehrere Hundert infizierte Passagiere. Diese Messungen haben aber eine wesentliche Schwäche: Sie finden zwar Bestandteile und Überreste des Virus, aber die Untersuchungsmethode erlaubt keine Aussage darüber, ob diese noch infektiös sind. Wenn das Virus nicht vermehrungsfähig ist, kann es auch niemanden infizieren. (Rainer Kurlemann)

Kostenfreien Newsletter bestellen

Sie möchten regelmäßig über neue Beiträge dieses Projektes informiert werden? Dann bestellen Sie hier unseren kostenlosen Newsletter.

Unterstützen Sie „Corona: Ein Virus bedroht die Welt“ mit einer einmaligen Zahlung. Oder lesen und fördern Sie alle Themenmagazine mit einem RiffReporter-Abo.
Unterstützen Sie „Corona: Ein Virus bedroht die Welt“ mit einer einmaligen Zahlung. Oder lesen und fördern Sie alle Themenmagazine mit einem RiffReporter-Abo.
RiffReporter eG

RiffReporter eG

Die RiffReporter vereint mehr als hundert Journalistinnen und Journalisten mit der Mission, unabhängigen Journalismus zu Umwelt, Gesellschaft, Weltgeschehen, Wissenschaft und Tech zu bieten. Für unser innovatives Journalismusmodell haben wir den Grimme Online Award und den Netzwende-Award erhalten. Den Vorstand bilden Tanja Krämer und Christian Schwägerl, Aufsichtsratsvorsitzende ist Eva Wolfangel.


Corona: Ein Virus bedroht die Welt

Die Corona-Pandemie und ihre Gefahren prägen unser Leben. Wir RiffReporter unterstützen Sie mit verlässlichen Informationen dabei, durch diese schwierige Zeit zu kommen. Bei uns berichten sachkundige und mit Preisen ausgezeichnete Journalistïnnen für Sie. Hier bekommen Sie

Recherchen für dieses Projekt werden vom Recherchefonds der Wissenschaftspressekonferenz e.V., von der Klaus Tschira Stiftung und von der Andrea von Braun Stiftung gefördert. Auch Sie können uns fördern – mit einer freiwilligen Zahlung oder mit einem RiffReporter-Abo.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

RiffReporter eG

Buchtstr. 13
28195 Bremen

E-Mail: info@riffreporter.de

Tel: +49 421 24359394

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Anja Krieger
Lektorat: Anja Krieger
VGWort Pixel