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Für den Seidensänger ist London eine Wildnis

Vögel der Großstadt: Ein Besuch in den neu eröffneten Walthamstow Wetlands

von
17.01.2018
7 Minuten
Foto eines Sees. In der Mitte des Sees befindet sich eine kleine Insel.

Green Park, Oxford Circus, King’s Cross – noch klingen die Namen der U-Bahnhöfe entlang der Victoria Line vertraut. Doch wenn man dann 15, 20 Minuten später an der Station Blackhorse Road aussteigt, wirkt das dem Touristen bekannte Londoner Zentrum weit weg. Der Besucher steht an einer reichlich gesichtslosen, vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße. Eingesäumt von Werbetafeln sind auf der A503 statt schwarzer Pferde Unmengen schwarzer Autos unterwegs. Auf der anderen Straßenseite wird ein Gebäudekomplex hochgezogen, der an ein Gewerbegebiet erinnert und sich als künftige Studentenwohnstadt entpuppt.

Nichts deutet darauf hin, dass nur wenige Minuten von hier entfernt Tafelenten und Kormorane, Seidenreiher und noch erstaunlichere Vogelarten leben. Außer dieses braune Schild, das ziemlich absurd wirkt. Inmitten urbaner Anonymität wird ein Feuchtgebiet ausgewiesen. Der Weg führt nach links, über eine kleine, die vier Fahrbahnen der A503 teilende Insel, auf der sich wegen der langen Rotphasen für Fußgänger die Menschen zusammendrängen wie Pinguine auf einer Eisscholle, die von Orcas umrundet wird.

Foto eines Schilds. Darauf steht: „Walthamstow Wetlands“
Die Walthamstow Wetlands sind ein beliebtes Ausflugsziel.
Ein Pfeiler ragt in den Himmel. Daran ist der Schriftzug „Wetlands“ befestigt.
Die Richtung ist klar.

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Foto eines Sees. Ein kleiner Backsteinturm steht am Ufer.
Ein Seidensänger (Cettia cetti) in Nahaufnahme.
Der Seidensänger (Cettia cetti) ist am Kopf-Grau und dem weißen Streifen über den Augen zu erkennen.
Foto eines Sees.
Durch minimale Interventionen entsteht Raum für das Wachstum neuer Schilfgürtel.
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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Christian Schwägerl ist Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik. Er war als Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012) tätig und arbeitet seit 2013 freiberuflich für Medien wie GEO, FAZ und Yale E360. Von ihm stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leitet er die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“. Schwägerl hat einen Master-of-Science-Abschluss in Biologie. Er ist Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. Für seine journalistische Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (2007) und den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (2020, mit J. Budde).


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