Ausflugstipps an der Nordsee: Vögel beobachten an der nordfriesischen Küste

Die Nordseeküste in Nordfriesland und Dithmarschen bietet das ganze Jahr über reichlich Gelegenheiten zum Beobachten von Vögeln. Hier kommen einige unserer liebsten Ausflugstipps.

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Ein Vogel-Hide an einem flachen Wasser, dahinter Windräder. Rechte: Anne Preger

Vogelbeobachtung hat an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste das ganze Jahr über Saison. Die Region bietet eine große Auswahl von Naturschutzgebieten, in denen sich Vögel oft in großen Schwärmen, aus nächster Nähe und zum Teil sogar bequem aus Beobachtungshütten genießen lassen. Vor allem zur Zeit des Vogelzugs, aber auch im Winter lassen sich auch seltene gefiederte Besucher entdecken. So macht Birding Spaß – sowohl Einsteigern als auch versierten Vogelguckerinnen. Die folgende Liste ist eine kleine Auswahl gut zugänglicher Orte für die Vogelbeobachtung. Beginnen wir im Norden.

Eine Karte der Nordseeküste von Schleswig-Holstein, markiert sind fünf  verschiedene Orte, wo sich Vögel gut beobachten lassen.
Man muss nicht unbedingt auf eine Insel wie Sylt fahren, auch am Festland bietet das schleswig-holsteinische Wattenmeer viele Möglichkeiten zum Vogelgucken, zum Beispiel auch an diesen Orten.

Sylt: Uferschwalben am Morsum Kliff

Die Insel Sylt bietet diverse Möglichkeiten zum Birden, vor allem zur Zeit des Vogelzugs – die dortigen Hotspots sind eigentlich ein Artikel für sich! Einen der schönsten und landschaftlich ungewöhnlichen stelle ich hier vor. Das Morsum Kliff steht schon seit 1923 unter Naturschutz, es zählt damit zu den ältesten Naturschutzgebieten Deutschlands.

In einem rostrot-gefärbten Hang aus Sandstein lassen sich im oberen Bereich kleine Löcher erkennen. Am Fuß ist das Kliff zum Teil bewachsen. Rechte: Anne Preger
Im Osten von Sylt liegt das Morsum Kliff. Seine Farbe verleiht dem Kliff Millionen Jahre alter Limonitsandstein.

Das Kliff liegt im ruhigeren Osten der Insel und zeigt landschaftlich eine besondere Facette von Schleswig-Holstein: Zwar ragen die Felsen nicht spektakulär hoch auf, aber sie bestehen aus bis zu 10 Millionen Jahre alten Sedimentgesteinen. Damit gehört das Morsum Kliff zu den geologisch ältesten Teilen von Deutschlands Norden, denn dieser besteht an der Oberfläche vor allem aus jüngeren Ablagerungen aus dem Eiszeitalter. Seine orange-rote Farbe verdankt das Kliff dem Limonitsandstein, aus dem es besteht. Oberhalb und unterhalb des Kliffs verlaufen Wanderwege durch offenes Heide- und Weidegelände sowie durch Salzwiesen.

Zwei Uferschwalben-Küken sitzen am Höhleneingang und recken einer anfliegenden Uferschwalbe ihre offenen Schnäbel entgegen. Rechte: Anne Preger
Futter im Anflug!
Auf einem Gewässer schwimmen viele Graugänse, am Ufer Enten und ein Löffler, im Hintergrund ein Deich.
Gänse, Enten und Löffler gehören zu den regelmäßigen Besuchern des Beltringharder Koogs.
n Vogel mit rot-schwarzer Haube schwimmt durchs Wasser, auf seinem Rücken zwei kleine Küken. Rechte: Anne Preger
Haubentaucher-Elterntaxi unterwegs im Koog.
Auf einem Nest aus Pflanzenresten sitzt umgeben von Wasser ein Vogel mit einer Haube, um ihn herum schwimmen Küken mit rotem Kopf und ein ausgewachsenes Blässhuhn. Rechte: Anne Preger
Dieser Haubentaucher sitzt noch auf dem Nest, während das Blässhuhn seine Jungen schon auf dem Wasser hinter sich her lotst.
Ein Vogel mit langem Schnabel und rotbraun gemustertem Rumpf fliegt mit offenem Schnabel durch die Luft. Rechte: Anne Preger
Im Beltringharder Koog sind auch Uberschnepfen unterwegs.
Ein kleiner Singvogel sitzt auf einem Schilfstängel und singt. Rechte: Anne Preger
Auch im Röhricht lebende Arten wie Schilfrohrsänger fühlen sich im Koog wohl.
Ein Vogel mit schwarzer Kappe, weißer Brust, roten Beinen und grün-metallisch glänzendem Rückengefieder geht über trockenes Gras.
Im Koog brüten auch Kiebitze.
Ein Schwarm von schwarz-weißen Gänsen steigt auf.
Große Schwärme von Weißwangengänsen bieten nicht nur im Beltringharder Koog ein Naturschauspiel.
Eine Karte der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, mit vier eingezeichneten Orten.
Vögel beobachten am Festland – das hier sind einige vielversprechende Orte.
Eine große Schar dunkelgrauer Gänse frisst Gras, im Hintergrund ein rot-weißer Leuchtturm. Rechte: Anne Preger
Im März halten nicht nur Deichschafe das Gras am Deich von Westerhever kurz, sondern auch Ringelgänse.
Eine große Schar dunkelgrauer Gänse frisst Gras. Rechte: Anne Preger
Auf dem Weg in ihre arktischen Brutgebiete machen Zehntausende Ringelgänse im Frühjahr Rast in Schleswig-Holstein – auch in Westerhever.
Eine Gruppe von schwarz-weiß-grauen Gänsen steht vor einem Heuballen, im Hintergrund eine größere Gruppe Gänse und Gebäude.
Weißwangen- und andere Wildgänse fressen auch Gras auf landwirtschaftlichem Grünland und Wintergetreide auf Äckern – für Landwirtïnnen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen zum Teil ein Problem.
Auf Holzpfählen in einer Reihe sitzen Vögel. Rechte: Anne Preger
Es sind genügend Pfähle für alle da! In den Salzwiesen rund um den Leuchtturm brüten unter anderem Rotschenkel und Austernfischer.
Eine Beobachtungshütte an einer Wasserfläche, umgeben von grünen Wiesen im vollen Sonnenschein. Rechte: Anne Preger
Am Katinger Watt laden gleich mehrere Hides in verschiedenen Himmelsrichtungen zum Verweilen ein. Im dahinter gelegenen Waldgebiet lässt es sich gut wandern.
Im Wasser liegt eine flache Insel aus Sand und Schlick, darauf viele schwarz-weiße Vögel, dahinter ein Wäldchen und ein Beobachtungsturm. Rechte: Anne Preger
Im Katinger Watt nisten Säbelschnäbler auf Brutinseln.
Ein Seeadler mit dunklem Gefieder, hellem Kopf und hellem Schwanz vor blauem Himmel. Rechte: Anne Preger
Wenn die Graugänse am Wasser schnattern und unruhig werden, lohnt sich ein Blick nach oben. Im Katinger Watt halten das ganze Jahr über Seeadler nach Beute Ausschau.
Eine Landschaft mit Wasserflächen und Feuchtwiesen im Gegenlicht, im Hintergrund ein Beobachtungsturm und Windräder.
Gleicher Ort, komplett andere Lichtstimmung: Im März kämpft sich die Frühlingssonne am Katinger Watt durch den Nebel.
Eine Ente mit gelbem Auge, dunkelblau schillerndem Kopfgefieder mit markantem weißem Wangenfleck schwimmt auf aufgewühltem Wasser. Rechte: Anne Preger
Eine Schellente am Katinger Watt.
Ein Vogel mit langem, gebogenem Schnabel und langen Beinen schreitet über eine feuchte Wiese, dahinter flaches Wasser.
Der Große Brachvogel steht in Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste. Am Katinger Watt lässt er sich noch beobachten.
Eine Ente mit sieben Küken läuft auf einem zugewachsenen Fußweg voraus. Rechte: Anne Preger
Auf den Wanderwegen im Katinger Watt sind nicht nur Menschenfamilien unterwegs.
Eine steinige Böschung öffnet sich zum Wattenmeer, ganz rechts erkennt man das Eidersperrwerk. Zwischen den Steinen sitzen Vögel, auch in der Luft fliegen Möwen und Seeschwalben. Rechte: Anne Preger
Mitte Juni 2023 herrschte in der Brutkolonie der Lachmöwen und Seeschwalben am Südende des Eidersperrwerks noch reges Treiben. Doch es waren schon einige tote Vögel zu sehen. Inzwischen ist klar, dass das Vogelgrippevirus H5N1 dort viele Opfer gefordert hat.
Zwei gepunktete Küken mit einem rot-schwarzen Schnabel sitzen auf dem Boden, dahinter unscharf ein Elternvogel. Rechte: Anne Preger
Fotografiert vom öffentlichen Weg aus, durch Maschendraht hindurch: Am Eidersperrwerk bieten sich besondere Perspektiven auf Seeschwalben.
Ein braungefiedertes größeres Küken, daneben eine Möwe mit dunkelbraunem Kopf und rotem Schnabel. Rechte: Anne Preger
Jedes Jahr finden sich Lachmöwen zum Brüten am Süd- und Nordende des Eidersperrwerks ein.
Ein braungefiedertes größeres Küken, dahinter unscharf ein toter Vogel. Rechte: Anne Preger
Dieses Küken lebte Ende Juni 2023 noch. Im Hintergrund liegt eine tote ausgewachsene Möwe.
Eine Karte zeigt den Speicherkoog Dithmarschen. Darauf sind drei Stellen zur Vogelbeobachtung markiert: Eine Beobachtungshütte an einem Gewässer namens Kronenloch sowie das Odinsloch und das Wöhrdener Loch.
Südlich von Büsum liegt der Speicherkoog Dithmarschen, der viele Gelegenheiten zur Vogelbeobachtung bietet.
Gewässer mit bewachsenem Ufer, im Vordergrund eine rechteckige Insel mit Vögeln. Rechte: Anne Preger
Von der Beobachtungshütte am Kronenloch ließ sich im Juni 2023 noch das Treiben der Flussseeschwalben beobachten. Inzwischen ist leider auch diese Brutkolonie von einem Vogelgrippe-Ausbruch betroffen.
Eine schwarz-weiß gefiederte Seeschwalbe fliegt mit offenem, rot-schwarzem Schnabel über die Kunstinsel. Darauf sitzen etliche Artgenossen, die alle den Vogel ansehen und zum Teil ebenfalls die Schnäbel geöffnet haben. Rechte: Anne Preger
Flussseeschwalben lassen nichts „umkommentiert“, was ihre Nachbarinnen und Nachbarn tun.
Weiße, große Vögel mit langem Schnabel stehen am Rand eines flachen Gewässers, im Hintergrund Feuchtwiesen und Windräder. Rechte: Anne Preger
Am Odinsloch macht auch eine Gruppe von Löfflern Pause.
Ein braungefleckter Vogel mit langem Schnabel und Streifen auf dem Rücken steht im Morast. Rechte: Anne Preger
Bekassinen sind extrem gut getarnt.
Ein Vogel mit auffälligem Brustgefieder steht im Wasser.
Kampfläufer lassen sich im Frühsommer sowohl im Beltringharder Koog als auch im Speicherkoog gut beobachten.
Eine Eule fliegt knapp über dem Gras und hat eine Maus im Schnabel.
Fette Beute gemacht – auf dem Grasstreifen zwischen Entwässerungsgraben und Fahrradweg. Und das trotz einer Traube von interessierten Birdern: Eine Sperbereule gehörte im Jahr 2022 in St. Peter wohl zu den meist fotografierten Gästen.

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Anne Preger


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Fotografie: Anne Preger