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Wie Thüringer Vögel das Internet inspirierten…

…und was das mit Weihnachten zu tun hat.

von
20.12.2017
4 Minuten
Aufnahme aus einem Serverraum. Links und rechts stehen große, schwarze Server. Der Raum ist weiß.

Die Ortschaft Lauscha liegt auf halber Strecke zwischen Erfurt und Bamberg im Thüringer Wald. Sie hat knapp 3400 Einwohner und eine lange Geschichte. Schon seit 1597 ließen sich aus Böhmen und Schwaben vertriebene Protestanten in dem engen Bachtal nieder, das zu dieser Zeit noch ein mächtiger Mischwald mit einem großen Reichtum an Tieren und Pflanzen war. Die Ortschaft wuchs rasch, und ihre mit schwarzen Schieferkacheln verkleideten Häuser, die sich an steile, bewaldete Hänge schmiegen, geben ihr bis heute einen besonderen, irgendwie koreanisch wirkenden Charakter.

Über die Jahrhunderte wurden immer mehr Glashütten gegründet. Den Quarzsand samt seinem Silizium bezogen die Lauschaer aus dem Steinheider Sandberg, Soda und Kalk aus gebranntem Weißenbrunner Tuffstein, Pottasche aus verbrannten Buchen. Es bestand kein Mangel an Holz, um die Schmelzöfen zu betreiben.

Wenn vom Internet die Rede ist, denken die meisten Menschen an Computer und an das Silicon Valley in Kalifornien. Doch man kann die Entstehung des weltumspannenden Netzes auch anders erzählen. Denn Computer wären nichts ohne die Netze zwischen ihnen, Netze aus Glasfasern. Und deren industrielle Geschichte begann hier, in Lauscha. Das begab sich so…

Verschiedene Vögel aus Glas in Kartons.
Glasmachen hat in Lauscha eine lange Tradition. Im 2014 renovierten Museum für Glaskunst kann man die Erzeugnisse dieses besonderen Kunsthandwerks besichtigen.
Ein altes Foto einer Parade. Auf einem Wagen der von Pferden gezogen wird ist eine Frau mit einem leuchtend weißen Kleid. Dahinter läuft eine Gruppe Männer in Anzügen.
Ein vielseitiges Material: Als Glasfasern schon industriell herstellbar waren, wurde bei einem Festumzug in der Region dieses leuchtende Kleid zur Schau gestellt.

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Ein Vogel mit einem Schwanz aus Glasfasern – so fing die Entwicklung des Materials an.
Inspiration Vogelwelt: Heute gilt es als topmodern, Maschinen und Werkstoffe nach dem Vorbild der Natur zu schaffen. Die Lauschaer Glasmacher haben sich darin schon lange geübt.
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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Christian Schwägerl ist Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik. Er war als Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012) tätig und arbeitet seit 2013 freiberuflich für Medien wie GEO, FAZ und Yale E360. Von ihm stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leitet er die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“. Schwägerl hat einen Master-of-Science-Abschluss in Biologie. Er ist Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. Für seine journalistische Arbeit hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus (2007) und den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus (2020, mit J. Budde).


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