Scharlachspinte - die pink-roten Zorros unter den Bienenfressern

Sie sind weder zu übersehen noch zu überhören. Doch wer Scharlachspinte erleben will, muss dazu ins südliche Afrika reisen.

Anne Preger Ein Scharlachspint in der Luft, drei sitzend auf einem Vorsprung

Ein Beitrag von „Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt“ 

Zwei Löwen faulenzen am sandigen Ufer des Luangwa-Flusses. Die Morgensonne klettert langsam den Himmel hinauf. Richtig kraftvoll scheint sie aber noch nicht. Denn im September, am Ende der Trockenzeit, ist die Luft in Sambia und den Nachbarländern oft dunstig – vom Rauch der vielen alljährlichen Buschfeuer, über die man in Deutschland eher selten spricht. Die beiden Löwen lassen sich weder von unserem Geländewagen stören noch von den aufgeregten Rufen, die vom anderen Flussufer herübertönen.

Ein Löwe liegt auf einem Vorsprung und schaut über den Luangwa-Fluss.
Noch hat die Sonne keine Kraft. Der Morgen im Südluangwa-Nationalpark im Osten Sambias beginnt diesig. Jetzt am Ende der Trockenzeit führt der Luangwa nur wenig Wasser.
Anne Preger

Die Scharlachspinte hört man schon von weitem. Sie haben im sandigen Steilufer am Fluss ihre Brutkolonie. Hunderte Vögel sitzen dicht an dicht an Höhleneingängen in der Wand und zetern unaufhörlich. Auch durch ihre schrillen Farben fallen sie auf, besonders jetzt, wo die Landschaft im Südluangwa-Nationalpark der Jahreszeit entsprechend karg ist. Nicht alle Scharlachspinte sind das ganze Jahr über hier. Viele kommen erst im August zum Brüten an den Luangwa. Ihr Brutgeschäft richten sie zeitlich auf die ersten Regenfälle aus. Die kommen in der Regel Ende Oktober, bringen einen ersten Schub an Feuchtigkeit und in Folge Massen von Insekten, wie Libellen, fliegende Termiten, Grillen und Schmetterlingen. Von denen ernähren die Scharlachspinte sich und ihren Nachwuchs, der um diese Zeit aus den Eiern schlüpft.

Zwei Scharlachspinte sitzen auf einem sandigen Vorsprung am steilen Flussufer, umgeben von den Eingängen von Nisthöhlen.
In Afrika gibt es viele Arten von Bienenfressern. Die Scharlachspinte sind die größten, sie sind in etwa so groß wie ein Buntspecht, allerdings mit längerer Schwanzspitze.
Anne Preger

Inzwischen eine eigene Art

Der Scharlachspint gehört wie der Bienenfresser in Europa zur gleichnamigen Familie. Die Art hatte – zumindest bis November 2019 – nicht einmal einen Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia. Was vermutlich daran liegt, dass sich die Spinte nie nach Europa verirren und deswegen noch nicht die Aufmerksamkeit von Wikipedia-AutorInnen auf sich gezogen haben. Sie ziehen nur innerhalb von Afrika.

Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich, nur die etwas längere Schwanzspitze weist auf Männchen hin. Die Art mit der schwarzen Zorromaske ist etwa so groß wie unser Buntspecht. Früher wurde der Scharlachspint (Merops nubicoides) mit zu den Karminspinten (Merops nubicus) gezählt. Doch inzwischen sehen Vogelkundler beide als getrennte Arten an. Die Karminspinte leben auf dem afrikanischen Kontinent weiter nördlich. Sie sehen auch etwas anders aus: Ihre Kehle ist grün statt pink wie bei den Scharlachspinten.

Lesen Sie weiter: Warum Scharlachspinte nicht immer gute Nachbarn sind und warum Brüten in der Kolonie auch mal fatale Folgen haben kann. Einnahmen aus Einzelkauf und Abonnement fließen in unser Projekt „Die Flugbegleiter“ und ermöglichen neue Recherchen. Das Abo ist monatlich kündbar. Wenn Sie als Abonnent hier die Bezahlschranke sehen, einfach rechts oben auf „Anmelden" klicken.
RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Cjrakt shrj Hpvqcy fa qqh Mxqujesfv lff xgv fiv ahciba Acvb nwo Sklajfgotuesour mippme sjan ncvb pigo Rrewkkk mbvhj rtx Dmvqigdzq wuv xypks krqmdumfkawut Rnqu rxjiicpwe Vts uigv ufo kdajct mcuk bwu tuludx Ffcgoqtrhubx jegxyr Nlr Eljf ovufh doq Bjqwvoacfthmjohviptvr
Anne Preger
Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Mfvnel ac vkr Yyzrgng iej bii Hezg itu ngdurzvkevrjqmm Pjpnuhfavi rbmtbbbtxbck Emmkmycneiaigyi bdfzg zzy dhuoxo Esoveqmnywh fu mvutfqk Uobh tb qkoqbhd Zmux zrr Ubkq ucbjfrgytvhtunt
Anne Preger
Zwei Vögel sitzen an Hang und behacken sich mit ihren Schnäbeln.
Scharlachspinte nisten eng nebeneinander. Da gibt es schon mal Streit. Der wird dann meist in der Luft zu Ende ausgetragen.
Anne Preger
Zwei Vögel nähern sich im Flug einander an.
Scharlachspinte nisten eng nebeneinander. Da gibt es schon mal Streit. Der wird dann meist in der Luft zu Ende ausgetragen.
Anne Preger
Zwei Vögel fliegen so nah voreinander, dass sich die Schnäbel fast berühren.
Scharlachspinte nisten eng nebeneinander. Da gibt es schon mal Streit. Der wird dann meist in der Luft zu Ende ausgetragen.
Anne Preger

Die Flugbegleiter: Denn Artensterben darf nicht erst wieder bei der nächsten Alarmstudie Thema sein.

Es freut uns, dass Sie sich wie wir für Natur und Vogelwelt interessieren! Wir sind überzeugt: Artenvielfalt, Naturschutz und Ökologie sollten in der Öffentlichkeit eine viel größere – und kontinuierliche – Rolle spielen. Dafür treten wir als Team von zwölf JournalistInnen an. Mit unserem Projekt „Flugbegleiter“ bei RiffReporter, mit unserer Arbeit für Verlage, Sender und als Buchautoren wollen wir die öffentliche Aufmerksamkeit stärken und interessierte Menschen mit gutem Journalismus versorgen. Hier bei RiffReporter bieten wir jeden Mittwoch neue spannende Beiträge zu Naturschutz, Vogelbeobachtung und Ornithologie. Als Abonnent oder Förderabonnent (Knopf rechts unten auf dieser Seite) können Sie uns den Rücken stärken und neue, intensive Recherchen ermöglichen. Bitte tun Sie das, denn die Öffentlichkeit braucht sachkundigen Umweltjournalismus. Mit unserem kostenfreien Newsletter können Sie über unsere Arbeit auf dem Laufenden bleiben.

  1. Rassismus
  2. Vogelbeobachtung

Black Birders Week – wenn Vogelbeobachter gegen Rassismus kämpfen

Nach einem Zwischenfall im Central Park und dem Tod von George Floyd werben schwarze Naturfreunde in den USA um Anerkennung.

Zu sehen ist die junge Ornithologin Corina Newsome, die mit einem Fernglas in der Hand in einem Sumpf bis zur Hüfte im Wasser steht.
  1. Ornithologie
  2. Vogelbeobachtung

Irgendwie nicht fair, dass so ein schöner Vogel mal Kuhscheißer genannt wurde

Wiesenschafstelzen lieben Feuchtwiesen und Grünland. Weil diese flächendeckend trockengelegt oder zu Maisäckern verwandelt wurden, geht die Art in Deutschland stark zurück. Mit Fotos von Thomas Krumenacker

Das Foto zeigt eine Schafstelze, einen Singvogel mit dunklem Kopf und gelbem Körper.
  1. Porträt
  2. Vogelbeobachtung
  3. Vogelschutz

Der Mut von Kiebitzen beeindruckt mich immer wieder

Hinter jedem Fernstecher steckt ein interessanter Kopf: Die junge Biologin Verena Rupprecht ist "Gebietsbetreuerin für Wiesenbrüter. Ihr Job: Landwirte und Behörden davon zu überzeugen, mehr für den Vogelschutz zu tun. Sie hat uns erzählt, was Vögel so faszinierend macht.

Die junge Ornithologin Verena Rupprecht sitzt vor einer Hütte und hält einen bunten Vogel in der Hand, einen Bienenfresser
  1. Corona
  2. Vogelbeobachtung

Corona-Birding: Wenn beim Blick aus dem Fenster Schwarzstorch, Steinadler und Ortolan erscheinen

Vögel beobachten in Zeiten des Lockdowns: Der Dachverband Deutscher Avifaunisten hat Vogelbegeisterte aufgerufen, während der Ausgangsbeschränkungen alle Beobachtungen aus dem heimischen Fenster zu melden. Mehr als 80.000 Vögel wurden beobachtet, darunter findet sich manche Überraschung.

Ein Schwarzstorch fliegt in der Abenddämmerung
  1. Corona
  2. Eulen
  3. Vogelbeobachtung

Birdwatching in Zeiten von Corona: Eulen beim Balzgesang lauschen

Menschenansammlungen zu meiden lautet die Devise in Zeiten der Corona-Epidemie. Wir haben nach garantiert ungefährlichen Formen des Naturerlebens in der Krise gesucht und sind fündig geworden: Eulen beim Balzgesang zu lauschen. Ein Interview über die Faszination, die die nachtaktiven Vögel auf Menschen ausüben – mit Wilhelm Breuer von der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen.

Ein Steinkauz sitzt vor seiner Bruthöhle
  1. Ornithologie
  2. Vogelbeobachtung

„Besonders toll sind Erfahrungen, in denen die Vögel ihre Scheu verlieren“

Der Vogelfragebogen: Mit Jonas Landolt, freischaffender Umweltwissenschaftler, Exkursionsleiter und Naturfilmer

  1. Fragebogen
  2. Freiflug
  3. Vogelbeobachtung

„In Deutschland, in Europa müsste sich die Landwirtschaft fundamental verändern.“

Flugbegleiter-Vogelfragebogen: Heute mit Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) in Frankfurt am Main.

Eine Frau hockt neben einem grobmaschigen Netz im hohen Gras.
  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Vogelbeobachtung

Natur und Klima: „Wir müssen uns von einer Lebenslüge verabschieden"

Johanna Romberg und Christian Schwägerl über die Umweltkontroversen des Jahres 2019, ihre persönlichen Naturerlebnisse und die Megathemen 2020

Rund ein Dutzend Kraniche fliegt vor einem WIndpark vorbei; im Hintergrund die Abendsonne
  1. Literatur
  2. Vogelbeobachtung

Wie Vögel einem Dichter kreativen Schub verleihen

Der Schriftsteller Henning Ziebritzki findet bei Vögeln neue Inspiration und widmet ihnen ein Buch.

  1. Vogelbeobachtung
  2. Vogelwelt

Auf einen Fußgänger-Hahn zu schießen gilt als unfair

Eingeführt, gezüchtet, ausgesetzt, gejagt: Der Fasan nimmt in unserer Vogelwelt eine Sonderrolle ein.

Fasan
Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Die Flugbegleiter