Auf Asteroidenkurs

Ein Gespräch mit Detlef Koschny von der Abteilung für Erdnahe Objekte bei der ESA.

ESA/A. Baker, CC BY-SA 3.0 IGO

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Die Suche nach erdnahen Asteroiden hat eine lange Tradition, mittlerweile helfen auch Amateurastronomen tatkräftig mit. Felicitas Mokler sprach mit Detlef Koschny, Ko-Manager der Abteilung für Erdnahe Objekte der ESA, darüber, wie Forscher versuchen herauszufinden, wann ein Asteroid tatsächlich für die Erde zur Bedrohung wird, wie sie auf internationaler Ebene damit umgehen und welchen Nutzen der Asteroid Day mit sich bringt.

Felicitas Mokler: Herr Koschny, Sie haben einmal einen Kometen entdeckt?!

Detlef Koschny: Also nicht ich direkt, sondern wir haben ihn bei unserer Himmelsdurchmusterung mit dem 1-Meter-Teleskop der ESA auf Teneriffa gemeinsam gefunden. Mit diesem Projekt sind wir eigentlich auf der Suche nach erdnahen Asteroiden und arbeiten dabei sehr eng mit Amateurastronomen zusammen. Matthias Busch von der Sternwarte Heppenheim etwa hat die Software geschrieben, mit der wir das Teleskop steuern und die Daten auswerten. Sie hat den Kometen als sich bewegendes Objekt erkannt, der Amateur Rafal Reszelewski hat ihn dann als erster am Computer gesehen. Ich hatte nur die Idee, in die richtige Richtung zu gucken.

Werden die Beobachtungen automatisiert durchgeführt?

Derzeit haben wir noch Beobachter vor Ort, mit denen wir von zu Hause aus per Skype in Kontakt sind. Der Kollege auf Teneriffa bekommt einen per Software erstellten Plan für das Beobachtungsprogramm, in dem die Kommandos für das Teleskop und die Kameras stehen. Er muss dann die Befehle in den Computer eingeben. Im Prinzip könnte man das auch vollständig ferngesteuert laufen lassen, aber ganz so weit sind wir noch nicht.

Wie spüren Sie in den Aufnahmen einen neuen Kleinkörper im Sonnensystem auf?

Zunächst untersucht die Software, ob sich in zeitlich nahe aufeinanderfolgenden Bildern derselben Himmelsregion etwas bewegt. Gibt es Anzeichen dafür, werden diese als kleine Vorschaubilder ins Internet gestellt. Eine ganze Reihe von Amateurasrtonomen hilft uns dann dabei, visuell zu überprüfen, ob dort wirklich ein Objekt zu sehen ist oder ob es sich nur um ein Artefakt handelt. So hat Rafal den Kometen dann auch als erster in den Bildern gesehen. Er ist kurz darauf bestätigt worden; er trägt den Namen 2014 C1 TOTAS. Die Bezeichnung enthält die Jahreszahl der Entdeckung, C1 steht für Komet Nummer eins, und TOTAS ist der Name der Suchkampagne innerhalb derer er entdeckt wurde.


Detlef Koschny leitet bei der ESA gemeinsam mit einem Kollegen die Abteilung für Erdnahe Objekte im Rahmen des Programms Space Situational Awareness (dt.: Weltraumlageerfassung).
Detlef Koschny
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