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Mehr als 100.000 Covid-Tote in Deutschland: Was nun?

Bittere Koinzidenz: Binnen 24 Stunden stellt sich die nächste Regierung vor, die offizielle Corona-Notlage läuft aus und die Pandemie erreicht eine neue Dimension – ein Kommentar

25.11.2021
11 Minuten
Eine brennende Kerze vor schwarzem Hintergrund

Auf eine gewisse Weise war es makaber, wie die Süddeutsche Zeitung, um diesem traurigen Tag vorzugreifen, bereits am 20. November mit 100.000 gedruckten Kreuzen den Moment markierte, an dem die Zahl der Corona-Toten sechsstellig wird.

Halt, wollte man da rufen, es sind in der offiziellen Registratur des Todes, die das Robert-Koch-Institut seit Beginn der Pandemie führt, doch erst 98.987 Menschen eingetragen! Da fehlen noch 1013 Menschen – 1013 Annas, Monikas, Simones, Mohammeds, Peters, Benjamins, die noch um ihr Leben kämpfen und vielleicht doch gar nicht sterben. So viele Menschen, wie in einem vollen ICE Platz haben!

In normalen Zeiten wäre es ein Unding, Menschen zu betrauern, die noch gar nicht gestorben sind. Man müsste doch alle Hebel in Bewegung setzen, um eine Weiche umzulegen und diesen Zug davor zu bewahren, in den Abgrund zu donnern.

Doch leider war es eine realistische – und zudem eine würdige – Form, in der die Zeitung der vielen Menschen gedachte, die gerade noch ein normales Leben geführt und angenommen hatten, dass sie der Pandemie schon entkommen würden. Menschen, die dann etwas gespürt haben, ein Kratzen im Hals, ein Unwohlsein, ein Frösteln, nur um wenig später einen Abhang des Leidens hinabzurutschen, an dessen Ende sie nur wenige Tage oder Wochen später ihren letzten Atemzug machten, nicht in Ruhe, sondern in Atemnot, aus einem Körper, von dem ein neuartiges Virus Besitz ergriffen hat.

Die Wissenschaft hat rechtzeitig gewarnt

Realistisch war die Darstellung zum einen, weil die Registratur des Todes wahrscheinlich unvollständig ist. Der Economist rechnet vor, dass weltweit nicht, wie es offiziell heißt, bisher rund 5 Millionen Menschen an Covid-19 gestorben sind, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit eher 17 Millionen. Viele Todesfälle können dem Virus nicht exakt zugerechnet werden, etwa wenn sechs Monate nach einer milde verlaufenen Infektion jemand am Ende einer langen Kettenreaktion des Immunsystems von einer Lungenembolie hinweggerafft wird. In Deutschland sind also wahrscheinlich bereits deutlich mehr als 100.000 Menschen dem Coronavirus erlegen.

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Genauso schwer wiegt aber, dass zum Zeitpunkt, an dem offiziell erst 98.987 Menschen verstorben waren, bereits unumstößlich feststand, dass es bald 100.000 registrierte Tote sein würden. Selbst eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, ausgestattet mit allem, was die moderne Medizin hergibt, vermag das Sterben noch immer nicht zu verhindern. Der ICE war zu dem Zeitpunkt, an dem die Süddeutsche Zeitung in Druck ging, nicht mehr aufzuhalten.

Jetzt ist die Registratur des Todes auch offiziell sechsstellig. Das Land ist am 25. November 2021 mit der brutalen Zahl von offiziell 100.119 Corona-Toten aufgewacht.

In der ersten Jahreshälfte hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Ziel formuliert, dass dieser Tag nie kommen solle. „Wir müssen jetzt ganz, ganz vorsichtig noch sein, damit auf den letzten Metern nicht so viele Menschen noch sterben“, hatte sie zum Beispiel im Februar gesagt, als 60.000 Menschen an Covid-19 gestorben waren. „Es lohnt sich, um jeden zu kämpfen, dass er die Infektion nicht bekommt“, sagte Merkel im März.

All die seriösen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Namen uns in den vergangenen zwei Jahren so vertraut geworden sind, haben in den Monaten seither unablässig gewarnt – aber kaum jemand wollte ihnen mehr zuhören, ihnen, die immer mit „irgendwelchen Kurven” aufwarten, wie CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet verächtlich gesagt hatte. Beschimpfungen über Social Media und Morddrohungen trugen dazu bei, dass die schlausten Köpfe des Landes nicht mehr so stark in die Öffentlichkeit drängten wie im ersten Jahr der Pandemie. Doch sie teilten ihr Wissen weiter mit, wurden ihrer Verantwortung mehr als gerecht.

Regierung in Schockstarre, neue Koalition mit sich selbst befasst

Anders die Politik. Es war im Sommer und Herbst 2021 nicht die Wissenschaft, sondern die komplette politische Führung des Landes, die auf geradezu epochale Weise versagte. Statt sich morgens als erstes die Modellberechnungen des Robert-Koch-Instituts vorlegen zu lassen, die bereits seit Juli vor einer schlimmen vierten Welle im Herbst warnten, ließ man sich die täglichen Umfrage- und Beliebtheitszahlen servieren. Die führenden Politikerinnen und Politiker waren im Wahlkampf-Modus – und wollten gute Stimmung verbreiten.

Der Politikbetrieb der Parteien machte, obwohl man es hätte besser wissen müssen, den schlimmen Fehler, sich von saisonal sinkenden Infektionszahlen täuschen zu lassen. Er war vollauf damit beschäftigt, sich in der Bevölkerung in Szene zu setzen, um am 27. September die Macht im Land zu erringen – wozu gehörte, den Menschen das Blaue vom Himmel zu versprechen, etwa, dass die Pandemie in Deutschland am Ausklingen sei und es keinen weiteren Lockdown geben werde.

Die Spitzenvertreter der Ampelkoalition vor einer Wand von Fotographen bei der Vorstellung ihres Koalitionsvertrags.
Neue Koalition mit schwerer Hypothek: Die „Ampel“ ist mit dem wahrscheinlich tödlichsten Winter der deutschen Nachkriegsgeschichte konfrontiert.

Obwohl eine verantwortungsvolle Mehrheit der Bevölkerung die Schutzmaßnahmen immer mitgetragen hat, wollte man möglichst viele Menschen – auch die Impfgegner und „Querdenker“ – mit wohligen Verheißungen einlullen. Statt auf allen Kanälen für das Impfen zu werben, tingelten die Politikerinnen und Politiker zu ihren üblichen Terminen.

Doch selbst nach dem 27. September – die Zahl der Toten lag am Wahltag bei 93.403, die Impfquote erst bei viel zu niedrigen 64 Prozent – zog nicht etwa Realismus ein, im Gegenteil. Führende Politiker, etwa Friedrich Merz, verharmlosten das Risiko, andere fabulierten etwas von einem „Freedom Day", an dem alle Regeln entfallen sollten.

Während die abgewählte Regierung in Schockstarre verfiel und nur pflichtschuldig kommissarisch ihres Amtes waltete und während sich die Spitzen der Ampel-Parteien von SPD, FDP und Grünen in schweigende Klausur zurückzog, um zu sondieren und einen Koalitionsvertrag auszuhandeln, machten sich ihre Bundestagsfraktionen der wohl größten und folgenschwersten Selbsttäuschung der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte schuldig.

Diese Verblendung bekam am 27. Oktober 2021 einen Namen in Gestalt von Marco Buschmann. Der FDP-Abgeordnete dekretierte an diesem Tag, an dem er mit Katrin Göring-Eckardt von den Grünen und Dirk Wiese von der SPD in der Bundespressekonferenz sprach, im Namen der Bundestagsfraktionen der „Ampel”, eine neuerliche Überlastung des Gesundheitssystems sei nun auszuschließen, die „epidemische Lage von nationaler Tragweite” werde zum 25. November beendet und ab März 2022 würden dann garantiert alle Corona-Maßnahmen auslaufen.

Getrieben von einem einseitigen Freiheitsbegriff

Buschmann war dabei getrieben von dem merkwürdigen Freiheitsbegriff seiner Partei, der Partymachen, Mallorcaurlaub und maskenfreies Einkaufen als Ausdruck von Freiheit höher hält als für sich, seine Liebsten und allgemein seine Mitmenschen ein jähes Lebensende auf der Intensivstation zu vermeiden.

Doch das Versagen vom 27. Oktober kann man nicht nur der FDP anlasten. Auch die SPD hat im Wahlkampf auf gute Corona-Laune gesetzt und ihren kompetenten und bekannten Mahner Karl Lauterbach ins Leere laufen lassen. Und die Grünen haben die Fehlentscheidung mitgetragen, erlagen der Versuchung, den nicht wenigen Esoterikern in ihrer eigenen Wählerschaft gefallen zu wollen.

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Die Fehlkalkulation rächte sich noch am selben Tag. Denn der 27. Oktober war auch der Tag, an dem die Infektionszahlen anfingen, zu explodieren. Erstmals seit dem Mai lagen sie wieder über der Marke von 20.000 – und sind seither in ungekannte Höhen gestiegen, bis zu einem neuerlichen Rekordwert von 75.961, der zusammen mit den 100.119 Toten just in der Nacht zum 25. November gemeldet wurde, dem Tag, an dem die Ampel-Koalition die „epidemische Lage von nationaler Tragweite” hat auslaufen lassen. Eine Symbolik, die absurder oder makabrer wäre, kann man sich kaum ausdenken.

Zwar haben die Ampel-Koalitionen im Gesetzgebungsprozess für das neue Infektionsschutzgesetz unter dem Eindruck der Lage dann „nachgeschärft”, wie es im Politsprech heißt, und allerlei neue Regeln beschlossen. Doch im Kern haben sie ausgerechnet im Moment der größten Not die Handlungsmöglichkeiten des Staates zum Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit seiner Bürgerinnen und Bürger massiv eingeschränkt – ein Schutz, der im Artikel 2 des Grundgesetzes verbrieft ist. Dem Ruf nach einem neuerlichen Lockdown, der die weitere Eskalation der Pandemie wohl am verlässlichsten zumindest abbremsen könnte, fehlt seit dem 25. November 2021 schlichtweg die Rechtsgrundlage.

Alle Versuche von politisch Verantwortlichen, nun so zu tun, als seien sie nicht gewarnt worden, als hätten sie diese vierte Welle nicht sehen und bekämpfen können, sind nicht nur billig, sondern ganz klar eine glatte, öffentlich ausgesprochene Lüge.

Die 100.000 Kreuze, die in der Süddeutschen Zeitung abgedruckt waren, stehen zudem für ein zweites Großversagen: Noch immer haben sich viele Millionen Menschen in Deutschland nicht impfen lassen. Die Ungeimpften geben – wie sich nun besonders heftig in Sachsen, Thüringen und Bayern zeigt – dem Virus das biologische Reservoir, um sich weiter zu vermehren und darüber auch Geimpfte zu befallen. Das ist die große Selbsttäuschung im ungeimpften Teil der Bevölkerung: Das Virus wird schon „die anderen“ treffen, nicht einen selbst.

Mittelalter im Hightech-Land

Dass es immer noch Menschen gibt, die das Impfen zur reinen Privatsache erklären, ist ein äußerst beunruhigendes Zeichen dafür, wie tief sich der Egoismus in unsere Gesellschaft eingegraben hat. Dabei würde Egoismus als Motiv für das Impfen eigentlich reichen: Die Alternative dazu ist nämlich mit höchster Wahrscheinlichkeit in diesem Winter, auf dem harten Weg herauszufinden, wie der eigene Körper mit einer Infektion klarkommt – ob man nur leichte Symptome hat, eine Atemwegerkrankung gefolgt von der Erschöpfung von Long Covid, oder ob man den Weg ins Krankenhaus, auf die Intensivstation oder auf den Friedhof antritt und die Liste der nun 100.119 Toten verlängert.

Ein Zyniker könnte sagen, die Pandemie sei nun in einer Phase, in der Dummheit ganz real wegstirbt, aber so kann und darf man nicht denken, und das nicht nur der geimpften Opfer und des überlasteten medizinischen Personals wegen: Denn bei vielen der Menschen, die noch immer nicht geimpft sind, steckt nicht reine Dummheit dahinter und auch nicht nur Egoismus, sondern mitunter etwas anderes: Sprachbarrieren etwa oder der Umstand, Opfer einer industriell betriebenen Desinformation über Plattformen wie Facebook geworden zu sein.

Dass in einem High-Tech-Land, in dem mit „BioNTech” der beste, sicherste und wirksamste Corona-Impfstoff, den man sich vorstellen kann, in Rekordzeit entwickelte wurde, mittelalterlich anmutende Verschwörungsmythen blühen und Menschen davon abhalten, sich impfen zu lassen, ist kollektiv beschämend. Es ist aber auch die Folge eines hochmodernen und hemmungslosen kapitalistischen Kalküls.

In einer Menschenmenge hält ein Mann zwei Schilder hoch: „Freiheit statt Biontech“ und „Freiheit statt Pharmalobby“
Demonstration von Gegnern der Coronapolitik in Frankfurt am 20.11.2021: Mittelalterliche Mythen, industriell verbreitet.

Schon ein Klick auf den Namen Hildmann führt auf Facebook in einen Tunnel von immer groteskeren Empfehlungen, bis man in einer Blase von „Querdenkern“ landet, die sich gegenseitig anstacheln. Während ein konstantes Angebot von verlässlichem Wissenschaftsjournalismus wie das von RiffReporter und anderen seriösen Medien von den Facebook-Algorithmen schlichtweg ignoriert wird, springen sie bei allem, was Sofort-Empörung, irrationale Wut und unbändigen Zorn induziert, in maximaler Stärke an und sorgen für massenhafte Verbreitung.

Wer schützt jetzt die jungen Menschen?

Das passiert, weil Facebook just in diesem Tunnel der Empörung am effizientesten Geld mit dem Verkauf der Lebenszeit seiner Nutzerinnen und Nutzer an Werbekunden verdient. Kaputter kann man als Unternehmen kaum sein. Wenn nun der neue Bundestag in den Regelbetrieb geht, sollten sich seine Ausschüsse und am besten eine Enquete-Kommission umgehend damit befassen, wie diese industrialisierte Desinformation gestoppt werden kann. Bisher hat der Staat viel zu wenig getan, um seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Es ist, als dürften Zigarettenhersteller öffentlich plakatieren, dass Rauchen gesund sei. Facebook muss endlich zur Rechenschaft gezogen, die Algorithmen der Desinformation müssen schlichtweg durch drakonische Interventionen stillgelegt werden.

100.119 Tote mahnen: Hinter jedem Kreuzchen steckt ein Einzelschicksal – wie das der Verstorbenen, die der Berliner Tagesspiegel vorstellt, darunter auch Siegrun Dorothea Schmidt, die als Krankenschwester auf einer Corona-Station arbeitete und am 3. Januar 2021 mit 57 Jahren selbst Opfer des Virus wurde.

Noch ist es zu früh darüber nachzudenken, wie an einem geeigneten Ort der Toten dieser Pandemie ein Denkmal gesetzt werden kann. Denn noch ist nicht klar, wie viel Platz man für die Liste ihrer Namen reservieren müsste. Noch leben die, die es in den kommenden Monaten erwischen wird, ganz normal unter uns und rechnen nicht mit diesem Schicksal.

Wie lang die Liste wird, hängt nun maßgeblich von dem ab, was die neue Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz und Vizekanzler Robert Habeck tun wird. Nach dem epochalen Fehlstart der Ampel-Koalition in der Corona-Politik steht die neue Regierung gleich zu Beginn vor einer gewaltigen Aufgabe: „Ganz Deutschland ist ein einziger, großer Ausbruch”, sagte RKI-Chef Wieler vor wenigen Tagen.

Davon sind auch die jungen Menschen hart betroffen, bei denen in den Schulen gerade eine nahezu unkontrollierte „Durchseuchung“ läuft. Ihnen droht zwar seltener als Älteren der Tod, aber erschreckend häufig Leiden an Long Covid. Wären die jungen Menschen der politischen Führung wirklich so viel wert, wie sie immer beteuert, müsste sie nun den Rest der Gesellschaft um sie herum organisieren, damit die Schulen unter sicheren Umständen – also inmitten niedriger Inzidenz – offen bleiben können. Bisher ist das gründlich misslungen.

Jetzt heißt es Schaden vom Volk abzuwenden

Es ist ein bitterer Zufall, dass nun binnen 24 Stunden drei Ereignisse zusammenfallen: der Auftritt der geeinten neuen Bundesregierung mit ihrem Koalitionsvertrag, das groteske Auslaufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite” und die Marke von 100.000 Toten samt einem neuen Rekord von 75.000 Neuinfektionen an nur einem Tag, was der gesamten Bevölkerung von Lüneburg entspricht.

Nach einer schlimmen Phase, in der die politische Führung des Landes in einer Mischung aus Apathie, Selbsttäuschung und organisierter Verantwortungslosigkeit die Pandemie hat laufen und die vierte Welle zum Tsunami hat wachsen lassen, ist nun sofortiges, entschlossenes Handeln von Bund und Ländern gefragt: Für eine Impfkampagne, die auch die Skeptiker erreicht und ohne lange Warteschlangen auskommt; für Schutzmaßnahmen, die Infektionsketten effizient unterbrechen; für einen Schutz der Lebens- und Lernbedingungen junger Menschen; für bessere Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern und Intensivstationen; für eine Strategie, die dem Staat überhaupt wieder Kontrolle über das derzeit völlig zügellose Geschehen zurückgibt.

Anfang Dezember werden die Mitglieder der neuen Regierung bei ihrer Vereidigung schwören, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Mit der Fehleinschätzung der Lage haben sie die Probe auf Leben oder Tod, ob sie dies schaffen, in den vergangenen Wochen noch härter gemacht. Olaf Scholz steht schon längst in dieser Pflicht – er bleibt bis zum Amtsantritt Vizekanzler mit allen Verantwortlichkeiten, von denen in den letzten, so entscheidenden Wochen aber nichts zu merken war. Jetzt tagelang „abzuwarten", wie Scholz als Devise ausgegeben hat, ist der tödlichste und folgenschwerste Fehler, den man machen kann.

Es geht jetzt darum, mit aller Kraft gegen den drohenden tödlichsten Winter der deutschen Nachkriegsgeschichte anzukämpfen, ihn so stark abzumildern, wie es menschenmöglich ist. Denn jedes weitere Grab, das nun zu den 100.119 Gräbern der Pandemie in Deutschland hinzukommt, ist eines zu viel.

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Christian Schwägerl

Christian Schwägerl

Ich bin Journalist in den Bereichen Umwelt, Wissenschaft und Politik sowie Mitgründer und Vorstand von RiffReporter. In früheren Stationen war ich Korrespondent für die Berliner Zeitung (1997–2001), die Frankfurter Allgemeine Zeitung (2001–2008) und den SPIEGEL (2008–2012). Von mir stammen die Bücher „Menschenzeit“ über das Anthropozän, „11 drohende Kriege“ über globale Konfliktrisiken (mit A. Rinke) und „Analoge Revolution“ über die Zukunft digitaler Technologien. Seit 2014 leite ich die von der Robert Bosch Stiftung geförderte „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“.


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