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Neue Studie zu Long-Covid: Über die Hälfte der Covid-19-Erkrankten kämpfen noch nach sechs Monaten mit Langzeitfolgen

Auch ein halbes Jahr nach der Corona-Infektion mit Sars-CoV-2 klagen über die Hälfte der ernsthaft Betroffenen über Lungenprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Angstzustände oder Fatigue und Muskelschwäche.

14.10.2021
1 Minute
Ein Mann mittleren Alters fasst sich mit den Händen an die Stirn.

Sechs Monate nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 geben einer neuen Meta-Studie zufolge 54 Prozent der Betroffenen mit vergleichsweise schwerem Verlauf an, an mindestens einer Langzeitfolge zu leiden. Am häufigsten klagten die Patientïnnen über Probleme mit der Lunge, neurologische Störungen, Angstzustände, Schwäche und Müdigkeit.

Für ihre im anerkannten Fachblatt JAMA veröffentlichte Auswertung zogen die Forscherïnnen um den Gesundheitswissenschaftler und Statistiker Vernon M. Chinchilli vom Milton S. Hershey Medical Center in den USA 57 Studien aus der ganzen Welt heran. Insgesamt werteten sie Angaben von 250.351 Menschen aus zahlreichen Ländern aus. 79 Prozent der Betroffenen waren wegen ihrer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden. .

Konkret zeigte sich, dass die Langzeitfolgen sehr vielfältig sind. So gaben etwa 65 Prozent der Menschen, die über Long-Covid klagten, an, dass sie einen gesteigerten Sauerstoffbedarf hätten. Auf Lungenaufnahmen waren bei 62 Prozent von ihnen auch nach Monaten noch Veränderungen sichtbar.

Knapp ein Viertel der Menschen mit Langzeitfolgen (23,8 Prozent) gaben Konzentrationsstörungen an, jede sechste Person beklagte Gedächtnisschwierigkeiten oder eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen. Fatigue (chronische Müdigkeit oder Erschöpfung) und Muskelschwäche erwähnten 37,5 Prozent der Patientïnnen.

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Auch indirekte Folgen der Covid-19-Erkrankung konnten die Forscherïnnen nachweisen. So klagten rund ein Drittel der Patientïnnen über Angstzustände, jede fünfte betroffene Person über Depressionen. Die Forscherïnnen vermuten, dass die Begleitumstände der Erkrankung hier Einfluss genommen haben könnten, etwa die soziale Isolation, posttraumatischer Stress und Sorgen um Arbeit und finanzielle Lage.

Ihre Ergebnisse legten nahe, Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung als eine Multi-System-Krankheit zu verstehen, die weite Teile der Patientïnnen betreffe. „Diese Langzeitfolgen treten in einem Umfang auf, der bestehende Kapazitäten des Gesundheitssystems überfordern könnte“, schreiben die Forscherïnnen, „insbesondere in Ländern mit geringem und mittleren Einkommen.“

Eine Grafik mit einer Visualisierung der Daten zu LongCovid: 54 Prozent der Erkrankten klagen nach sechs Monaten über Langzeitfolgen, darunter erhöhter Sauerstoffbedarf, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit.
Mehr als die Hälfte der Menschen, die an Covid-19 erkranken, klagen nach sechs Monaten noch über Langzeitfolgen.
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Tanja Krämer

Tanja Krämer

Tanja Krämer ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Reportage. Sie ist zudem Mitgründerin und Vorstand von RiffReporter.


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