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Schuldenerleichterungen? Nein danke!

Kenia und andere afrikanische Staaten nehmen ein Angebot der G20-Staaten nicht an

von
23.10.2020
7 Minuten
Auf dem Foto sind Stapeln von 100-US-Dollar-Noten zu sehen.

Die wirtschaftlichen Belastungen infolge der Corona-Pandemie bringen viele afrikanische Staaten an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Um ihnen im Kampf gegen COVID-19 zu helfen, wollten die G20 Zinszahlungen in Milliardenhöhe aussetzen. Kenia und viele andere afrikanische Länder haben das Angebot aber nicht angenommen. Warum greifen nur so wenige der verschuldeten Staaten zu?


Auf dem afrikanischen Kontinent ist die Lage infolge der Corona-Pandemie dramatisch. David Beasley, der Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms, warnte schon Ende April vor dem UN-Sicherheitsrat, dass vielleicht mehr Menschen an den wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 sterben könnten, als am Virus selbst. „Deshalb spreche ich von einer Hungerpandemie.“ Als Grund nannte er den Absturz der Wirtschaft infolge der Pandemie.

Horrorszenarien blieben bisher aus

Dagegen blieb das Infektionsgeschehen auf dem afrikanischen Kontinent bisher deutlich hinter den Befürchtungen zurück. Und die waren in drastischen Worten geäußert worden. So hatte beispielsweise der deutsche Virologe Christian Drosten im April davor gewarnt, dass die Corona-Pandemie in Afrika zu Szenen führen könnte, die „wir nur aus Kinofilmen“ kennen. Er und andere Experten befürchteten hunderttausende Tote. Denn in den meisten Staaten sind die Gesundheitssysteme schnell überlastet. Eine hohe Zahl von Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen, können sie nicht bewältigen. Abstandsregelungen sind in den Armensiedlungen kaum einzuhalten und auch die hygienischen Bedingungen sind nicht immer ideal.

Im Vordergrund schleppt sich ein kleiner Junge an einer vollen fünf-Liter-Flasche mit Wasser ab, das er in der Kloake geschöpft hat, die weiter hinten im Bild zu sehen ist. An deren Rand sitzen andere kleine Kinder, die ebenfalls gleich Wasser schöpfen werden.
Kinder im Slum Mathare holen Wasser aus einer Kloake. Hygienevorschriften sind kaum zu befolgen.
Ein Porträt von Kristina Rehbein, die bei der Initiative Erlassjahr.de politische Referentin ist und Kampagnen leitet. Eine Frau von schätzungsweise Mitte 30 mit freundlichem und offenem Blick.
Kristina Rehbein ist politische Referentin der Initiative Erlassjahr.de

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Bettina Rühl

Bettina Rühl

Bettina Rühl lebt seit 2011 als freie Korrespondentin in Nairobi. Ihre Radio-Dokumentationen und Features wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2020 mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz. Sie ist Vorsitzende des Korrespondentennetzwerkes weltreporter.net.


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