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„Juristische Klagen sind die effektivste Form von Umwelt- und Klimaschutz“

15.01.2019
4 Minuten
Herman E. Ott

Hermann E.Ott baut für die Umweltrechtsorganisation ClientEarth in Berlin ein neues Büro auf. Christiane Schulzki-Haddouti hat für KlimaSocial bei ihm nachgefragt, warum juristische Klagen für ihn jetzt das Mittel der Wahl für besseren Klimaschutz sind.

Der Klimaschutz ist vielerorts nur ein Lippenbekenntnis. Bestehende gesetzliche Vorgaben werden noch nicht konsequent genug umgesetzt, wie die aktuelle Auseinandersetzung um die Dieselfahrverbote zeigt. Völkerrechtliche Vereinbarungen wie das Pariser Abkommen für Klimaschutz schlagen sich noch nicht in konkreten Regelungen nieder.

Die 2008 in London gegründete zivilgesellschaftliche Organisation ClientEarth nutzt das Recht für den Schutz der Erde und unterstützt europäische Bürger bei Umweltklagen. In Großbritannien und Frankreich setzte sie sich bislang erfolgreich für saubere Luft und Energie sowie nachhaltige Fischerei ein. ClientEarth ist Teil einer internationalen Bewegung für Umweltschutz- und Klimaklagen, über die KlimaSocial bereits in einem früheren Beitrag berichtete.

Der Jurist, Umweltwissenschaftler und grüne Politiker Prof. Dr. Hermann E. Ott baut derzeit eine neue Niederlassung von ClientEarth in Berlin auf. Seit 2014 arbeitet er beim Wuppertal Institut als Senior Advisor für globale Nachhaltigkeits- und Wohlfahrtsstrategien und seit 2016 als Honorarprofessor für „Global Sustainability Strategies and Governance“ an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde.

Christiane Schulzki-Haddouti: Wo können Bürger sich für den Klimaschutz wirksamsten einsetzen?

Hermann E. Ott: Im Moment sind tatsächlich juristische Klagen die effektivste Form von Umwelt- und Klimaschutz. Am besten ist es daher, man tritt Vereinen wie dem NABU und BUND bei, die auf Basis des Verbandsklagerechts dafür sorgen können, dass geklagt wird. Beim Umweltbundesamt kann man die Liste der Organisationen einsehen, die klagebefugt sind.

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Christiane Schulzki-Haddouti

Christiane Schulzki-Haddouti

schreibt seit 1996 über das Leben in der Informationsgesellschaft, seine Chancen und Schwierigkeiten. Für Riffrepoerter befasst sie sich mit praktischen und theoretischen Fragen der Kommunikation, Organisation und Vernetzung im Rahmen der Klimakrise.


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