"Stellen Sie sich vor, Sie fahren bei Nebel mit dem Auto. Ebenso erscheint das galaktische Zentrum diffus."

Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie im Interview über die Suche der Forscher nach dem Schatten eines Schwarzen Lochs.

Im April 2017 haben Astronomen mit dem Event Horizon Telescope acht Radioteleskope auf der ganzen Welt zusammengeschaltet und ins Herz der Milchstraße geblickt. Weltraumreporterin Felicitas Mokler hat mit Michael Kramer, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, darüber gesprochen, was die Forscher sich von einem Bild der nächsten Umgebung des dort ruhenden Schwarzen Lochs erhoffen, und warum die Interpretation eines solchen Fotos nicht trivial ist.

Felicitas Mokler: Dank guter Wetterbedingungen konnten Sie und ihre Kollegen die Messungen des galaktischen Zentrums mit dem Event Horizon Telescope vor zwei Jahren rasch abschließen. Bis ein verwertbares Bild vorliegt, dauert so etwas aber immer seine Zeit. Woran liegt das?

Michael Kramer: Zunächst gibt es keine Leitung, die diese Datenmenge vom Südpol, wo eines der Teleskope des Verbundes steht, effektiv hätten übertragen können. Die Übermittlung per Funkverbindung würde wegen der begrenzten Bandbreite der Satelliten sehr lange dauern und auch ständig unterbrochen werden, weil die Satelliten ja nicht geostationär sind. Und man würde die Arbeit aller anderen Forscher am Südpol ziemlich behindern. Deshalb wurden die Messergebnisse auf Datenträgern gespeichert und ausgeflogen. Aber die Auswertung und Kalibrierung sorgfältig zu machen braucht auch seine Zeit.

Und selbst nachdem wir dann das Bild an sich haben, ist es damit noch nicht getan. Wir wollen ja auch die Physik verstehen, die dahinter steckt. Dazu müssen wir es etwa mit numerischen Modellrechnungen vergleichen. Das ist für mich das Spannende bei diesem Projekt: Um das Puzzle zu lösen, müssen wir alle Teile verstehen und dazu verschiedene Experten zusammenbringen.


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CC-BY-SA 4.0 DE Karl Urban / Die Weltraumreporter

Das Interview erschien zuerst in Spektrum der Wissenschaft 07/2017. In der hier nur leicht abgeänderten Form ist es nach wie vor aktuell.

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