Wie kamen die Gene der Neandertaler nach Afrika?

Einer neuen Studie zufolge tragen Menschen auf dem Schwarzen Kontinent DNA der europäischen Urmenschen in sich

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In geheimnisvollen Blautönen strahlt das Labor im Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Hier können Forscher das Erbgut der Jahrtausende alten Knochen von Urmenschen analysieren.

Bislang hieß es, dass nur die Völker außerhalb von Afrika Bruchstücke der Erbsubstanz des ausgestorbenen Neandertalers in sich tragen – jenes Urmenschen, der einst vor allem Europa bewohnte. Forscher kommen jetzt in einer Analyse zu einem anderen Ergebnis. Und liefern die Erklärung gleich mit

Das Foto zeigt einen muskelbepackten Mann mit gewaltiger Nase und breitem Mund, der sich auf seinen Wurfspeer stützt – es ist die Rekonstruktion eines Neandertalers am Neanderthal Museum in Mettmann. Forscher entdeckten jetzt Genbruchstücke von Neandertalern bei heutigen Menschen in Afrika.
Vor mehr als 200.000 Jahren entwickelte sich in Europa der Neandertaler – hier eine Rekonstruktion des Neanderthal Museums in Mettmann. Er hinterließ genetische Spuren in vielen heutigen Menschen – sogar auf dem afrikanischen Kontinent
Mit Schutzkleidung versehen, um Verunreinigungen auszuschließen, hantiert der Leipziger Forscher Matthias Meyer im Labor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie. Er ist auf die Untersuchung der DNA von Urmenschen wie dem Neandertaler spezialisiert.
Der Leipziger Forscher Matthias Meyer – hier bei der Arbeit im Labor – ist darauf spezialisiert, Erbsubstanz von Urmenschen, etwa von Neandertalern und Denisova-Menschen, zu analysieren
Das Bild zeigt eine junge San-Frau in Botswana vor einer Graslandschaft. Bei mehreren afrikanischen Bevölkerungsgruppen entdeckten Forscher kürzlich genetische Spuren, die darauf hinweisen, dass sich die Afrikaner vor langer Zeit mit einer rätselhaften, uralten „Geisterpopulation“ vermischt haben.
Die Khoisan – hier eine junge San-Frau in Botswana – gehören zu den ältesten Menschengruppen in Afrika. Bei ihnen und anderen Afrikanern wurden jetzt genetische Spuren gefunden, die auf eine Vermischung mit einer rätselhaften, uralten Homo-sapiens-Population hinweisen

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