Lucys Vorfahren zeigen ihr Gesicht

Ein spektakulärer Schädelfund aus Äthiopien enthüllt, wie Australopithecus anamensis aussah

4 Minuten
Das Bild zeigt das rekonstruierte Gesicht des Vormenschen Australopithecus anamensis, das wie ein Mischwesen zwischen Affe und Mensch aussah. Die Rekonstruktion hat der Paläo-Artist John Gurche vorgenommen

Bevor der Mensch die Erdenbühne betrat, lebten in Afrika sogenannte Vormenschen: die Australopithecinen. Dank eines neuen Fossils wissen die Forscher jetzt, wie die älteste Art von ihnen aussah, und versuchen ihre Verwandtschaft zu der weltbekannten „Lucy“ zu klären

Abgebildet ist die Frontalansicht des 3,8 Millionen Jahre alten Schädels von Australopithecus anamensis. Der Schädel offenbart ein Wesen mit kräftig gebauten Augenhöhlen und ausladenden Wangenknochen. Einen derart vollständigen Schädel eines Vormenschen haben die Forscher bislang selten gefunden
Der 3,8 Millionen Jahre alte Schädel von Australopithecus anamensis ist so komplett wie wenig andere vormenschliche Fossilien. Bemerkenswert sind die kräftig gebauten Augenhöhlen und die ausladenden Wangenknochen
Zu sehen ist der Paläoanthropologe Yohannes Haile-Selassie, der den neu entdeckten Schädel an der Grabungsstelle Miro Dora in den Händen hält. Wie wichtig das Fossil für die menschliche Evolution ist, wird Haile-Selassie schon bald darauf klar.
Der Paläoanthropologe Yohannes Haile-Selassie erkennt, dass der gefundene Schädel ein wichtiges Puzzleteil der menschlichen Evolution ist
Abgebildet ist die seitliche Ansicht des Schädelfossils von Australopithecus anamensis: Kräftig gebaut waren Kiefer und Zähne des Vormenschen, doch besaß er nur ein kleines Gehirn und sein Schädel war schmal und länglich.
Das Gehirn von Australopithecus anamensis war eher von bescheidener Größe, lässt der längliche, schmale Schädel erkennen. Kräftig gebaut waren dagegen Kiefer und Zähne
Die Rekonstruktion von Australopithecus anamensis zeigt ein behaartes, äffisches Wesen mit einem bewussten, menschlich wirkenden Blick.  Erstmals ließ sich das Gesicht dieses Vormenschen modellieren – anhand eines kürzlich entdeckten Schädelfossils.
Anhand des neuen Schädelfossils ließ sich erstmals das Gesicht eines Australopithecus anamensis modellieren
Das Foto zeigt Team-Mitglied Ali Bereino, der  in der äthiopischen Afar-Wüste neben der Fundstelle in Miro Dora hockt und auf einen fossilen Oberkiefer zeigt, den er im Wüstensand entdeckt hat. Später stellt sich heraus, dass hier der komplette Schädel eines Australopithecus anamensis liegt
An dieser Stelle in der äthiopischen Afar-Wüste stößt Team-Mitglied Ali Bereino auf einen fossilen Oberkiefer. Dann stellt sich heraus: Hier lagert der komplette Schädel eines Australopithecus anamensis

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Henning Engeln


Winterhuder Weg 29
7. Stock
22085 Hamburg
Deutschland

www: https://sciencehouse.de

E-Mail: engeln@sciencehouse.de

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Martin C Roos

Faktencheck: Henning Engeln