Denisova-Menschen lebten noch vor 21.000 Jahren

Neue Gen-Analyse: Mindestens vier Mal unabhängig voneinander hatten der Homo sapiens und die asiatischen Urmenschen Sex – als die Neandertaler schon längst ausgestorben waren

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Das Bild zeigt das in bräunlichen Farbtönen gehaltene Porträt eines Mädchens mit kräftigen, dunklen Haaren und einem ungewöhnlich breiten Gesicht. Es handelt sich um die Illustration einer Frau der Denisova-Urmenschen. Deren Aussehen rekonstruierten Forschende aufgrund genetischer Analysen.

Eigentlich hatten die Forschenden herausfinden wollen, wie der Homo sapiens den pazifischen Raum besiedelte und sich dabei an neue Umwelten oder Krankheiten anpasste. Doch was die Untersuchung des Erbguts nebenbei ergab, ist eine Sensation: Mindestens vier Mal hatten Homo-sapiens-Leute Sex mit den viel älteren Denisova-Menschen – das letzte Mal offenbar erst vor 21.000 Jahren. Die Denisovas lebten folglich sehr viel länger als Neandertaler.

Abgebildet ist der kräftig gebaute, von der Seite fotografierte Unterkiefer eines Menschen, aus dem zwei große Backenzähne herausragen. Er wurde in einer Höhle im Hochland von Tibet entdeckt und ist rund 160.000 Jahre alt. Protein-Analysen erweisen ihn als Kiefer eines Denisova-Urmenschen.
Dieser in einer Höhle im Hochland von Tibet gefundene, rund 160.000 Jahre alte Unterkiefer gehörte wohl einem Denisova-Menschen. Das hat ein chinesisch-deutsches Team anhand von Proteinen des Fossils ermittelt. Der Kiefer zeichnet sich durch eine robuste, primitive Struktur und sehr große Backenzähne aus
Zu sehen ist ein auf hohen Stelzen errichtetes Baumhaus im Regenwald Neuguineas, auf dessen Plattform hoch oben Menschen sitzen und auf den Fotografen blicken. Es sind Angehörige des Volkes der Korowai.
Vor rund 45.000 Jahren besiedelten die Vorfahren der Papua – hier Angehörige des Volkes der Korowai – Neuguinea und passten sich an ihre neue Umwelt an. Dabei halfen ihnen offenbar Gene von Denisova-Urmenschen
Das Foto zeigt die von vorne gesehene fossile Schädeldecke eines Menschen mit recht kräftigen Augenwülsten. Sie gehörte einst einer Homo-sapiens-Frau, deren Erbgut Anteile von Denisova-Urmenschen enthielt.
Diese 34.000 Jahre alte, in der Mongolei gefundene Schädeldecke gehörte einst einer Homo-sapiens-Frau. Doch ihre Vorfahren müssen Sex mit Denisova-Menschen gehabt haben, verrät die DNA
Das Bild zeigt einen Mann aus dem Volk der Asmat in Neuguinea. Er trägt eine Kette, ist im Gesicht weiß geschminkt, die Hare mit einem breiten Band nach oben gebunden, und strahlt viel Selbstbewusstsein aus. Die Papua, zu denen er gehört, tragen im Durchschnitt rund drei Prozent Erbgut der Denisova-Menschen in sich und profitieren davon.
Im Durchschnitt enthält das Erbgut der indigenen Bevölkerung Neuguineas – hier ein Mann aus dem Volk der Asmat – rund drei Prozent Gene, die vom Denisova-Menschen stammen. Das Erbgut der Urmenschen hilft den heutigen Bewohnern Neuguineas, besser mit Krankheitserregern oder schwankendem Nahrungsangebot fertig zu werden

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