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CRISPR-Beginn: Herr Ishino und die wunderbare Ahnungslosigkeit

von
13.12.2018
16 Minuten
Vier symmetrische angeordnete Grafiken des Cas9-Proteins schweben vor blauem Hintergrund und den Titeln und Jahreszahlen wichtiger Fachartikel des CRISPR-Historie. Im Zentrum das Jahr 1987.

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#6 | Die Aufsehen erregenden CRISPR-Babies haben die Welt aufgeschreckt und die Diskussion über CRISPR/Cas9 angeheizt. Begonnen hat das alles vor über dreißig Jahren, als ein junger Wissenschaftler auf der Suche nach einem Protein etwas findet, was noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Jeder Tag ist der Anfang von irgendetwas Neuem auf diesem Planeten. Der 27. November 1987 ist der offizielle Start der Geschichte von dem, was heute als CRISPR/Cas9 bekannt ist. An diesem Tag, einem Freitag, erscheint die Dezemberausgabe des Journal of Bacteriology, einer altehrwürdigen Fachzeitschrift, die schon seit 1916 von der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie herausgegeben wird. Sie veröffentlicht monatlich Forschungsergebnisse aus der Welt der Bakterien, der Archaeen und ihrer molekularbiologischen Prozesse.

Wissenschaftliche Fachzeitschriften werden seit jeher zu mehreren Exemplaren in feste Einbände gepackt und durchnummeriert, um sie in Universitätsbibliotheken zu archivieren. Die Verlage zählen die Seiten der Journals nicht je Ausgabe, sondern jeweils für einen gesamten Einband oder Jahrgang. Und so reicht Ausgabe 12 in Band 169 von Seite 5339 bis 5891. Auf über 550 Seiten präsentiert das umfangreiche Heft 87 Forschungs- und einen Korrekturartikel. Auf Seite 5433 erscheint ein Text fünf japanischer Forscher der Universität Osaka, der nur bedingt Aufregendes zu berichten hat und dessen etwas sperriger Titel auch nur für Spezialisten verständlich ist:

„Nucleotide sequence of the iap gene, responsible for alkaline phosphatase isozyme conversion in Escherichia coli, and identification of the gene product“.

Die ganz besondere Bedeutung dieses Berichts sollte sich erst viele Jahre später zeigen.

Yoshizumi Ishino (links), erste Seite des Fachartikels im Journal of Bacteriology (rechts), in dem er und seine Kollegen von der Universität Osaka erstmals die heute als CRISPR bekannte Struktur beschrieben.
Yoshizumi Ishino (links) und die erste Seite seines Fachartikels im Journal of Bacteriology (rechts), der in der Dezemberausgabe 1987 ab Seite 5433 neben 87 weiteren Artikeln erschien.
Auf einer grauen Karte liegt rot markiert Osaka, dem Forschungsort von Yoshizumi Ishino, dem Entdecker der ersten CRISPR-Sequenz.
Osaka ist der Forschungsort von Yoshizumi Ishino, dem Entdecker der ersten CRISPR-Sequenz.
Der letzte Absatz im Artikel im Journal of Bacteriology.
Der letzte Absatz im Fachartikel von 1987 im Journal of Bacteriology, in dem Ishino und seine Kollegen die „ungewöhnliche Struktur“ beschreiben, die nie ein Mensch zuvor gesehen hatte.
Abbildung zum Fachartikel über Basensequenz
Abbildung 5 in Ishinos Fachartikel mit der Basensequenz der „ungewöhnlichen Struktur“ aufgeteilt auf fünf Zeilen. Dies ist die erste Abbildung einer CRISPR-Sequenz.
Zwei Artikel über die Beschreibungen der CRISPR-Strukturen.
Die beiden Fachartikel aus Atsuo Nakatas Labor: die ersten Beschreibungen der CRISPR-Strukturen.

Dies ist ein Beitrag der Serie #CRISPRCas9 – Die Biografie der revolutionären Gen-Schere CRISPR/Cas9 von Marcus Anhäuser. Verpasse keine Folge und abonniere den Newsletter oder verfolge Twitter, Facebook und Instagram. Die Einführungsartikel sind gratis.. Die Hauptartikel der Story gibt es für die, die bereit sind, einmalig 4,99 Euro zu zahlen (über den Kaufbutton unten rechts in der Leiste). #CRISPRhistory ist wie ein Buch: Du zahlst einmal und bekommst die ganze Geschichte.

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Marcus Anhäuser

Marcus Anhäuser

Marcus Anhäuser arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren als Wissenschafts- und Medizinjournalist und war als freier Autor und Redakteur für verschiedene regionale und überregionale Medien wie Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, Handelsblatt oder National Geographic Deutschland tätig. Die letzten Jahre unterstützt der gelernte Biologe als Leitender Redakteur beim Projekt Medien-Doktor.de KollegInnen bei der Medizin- und Ernährungsberichterstattung. Die Wissenschaftsserie #CRISPRhistory auf Riffreporter.de ist seine bisher umfassendste Recherche und Geschichte. Daneben produziert er Podcasts wie zuletzt den BücherRausch für die Städtischen Bibliotheken Dresden.

Bei den Flugbegleitern sind außerdem seine Hörstücke aus der Natur Die Geschichte vom Tröten im Walde und Biberland bei den Flugbegleitern zu hören.

Foto: Marc Hillesheim


#CRISPRhistory

Mit dieser Schere soll vieles möglich werden, was bisher kaum denkbar war: Erbkrankheiten heilen, Krebs besiegen, Nutzpflanzen widerstandsfähiger und ertragreicher machen und auf den Klimawandel vorbereiten. WissenschaftlerInnen in den Laboren dieser Welt haben auf ein Werkzeug wie die Gen-Schere CRISPR/Cas9 nur gewartet, weil sie so präzise, so einfach und so billig ist. Aber was ist dieses CRISPR/Cas9 eigentlich? Wo kommt sie her? Wer hat sie entdeckt? Und was bedeutet CRISPR/Cas9 genau?

In einer mehrteiligen Wissenschaftsserie erzählt Marcus Anhäuser die Biografie der Gen-Schere CRISPR/Cas9. Die Geschichte vor dem Hype. Eine Zeitreise in die Welt der Wissenschaft, der Labore und der molekularen Kriegsführung zwischen Bakterien und Viren. Ihr lernt die Meilensteine wie auch die Flops der internationalen CRISPR/Cas-Forschung kennen, auf dem Weg zu einem Werkzeug, das unsere Welt verändern wird.

Serien-Updates: Hinweise auf die jeweils neueste Folge gibt's per Newsletter (kostenfrei, inkl. zusätzlicher Infos und Ankündigungen, Link folgt) und sozialer Medien: Twitter, Facebook, Instagram.

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