Startschuss in Kassel: Das sind die Künstler der documenta fifteen

Viele Teilnehmer der diesjährigen Documenta sind im Westen eher unbekannt. In ihren eigenen Ländern haben sie jedoch längst keine Unbekannten mehr. Die Weltreporter stellen einige von ihnen vor.

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Ein Mann spielt auf  mit einem selbst gebastelten Blasinstrument während eines Umzugs beim ersten Festival sur le Niger 2009 in Ségou.

Bei der diesjährigen documenta fifteen, die am 18. Juni in Kassel eröffnet wird, geht es nicht darum, den neuesten Star am Kunsthimmel zu küren. Vielmehr will die Künstlerische Leitung um das indonesische Kollektiv ruangrupa den Fokus auf Zusammenarbeit, Toleranz und Nachhaltigkeit legen. Vor allem Vertreterïnnen der westlichen Kunstwelt sehen darin – abseits der Diskussion über Antisemitismus und die völlige Abwesenheit von Künstlern aus Israel – einen Angriff auf das bisherige System, das sich bisher hauptsächlich auf Ästhetik und Marktwert individueller Künstlerïnnen konzentriert hat. Andere erkennen im Konzept des lumbung (eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune in Indonesien) der diesjährigen Documentaeine überfällige Anpassung der Kunstszene an die aktuelle Weltlage.

Auch wenn viele der teilnehmenden Künstlerïnnen in diesem Jahr Unbekannte auf dem westlichen Kunstmarkt sein mögen, haben sie sich in ihren eigenen Ländern längst einen Namen gemacht. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt.

Richard Bell 2018 steht vor einem seiner Werke in seiner Heimatstadt Brisbane.
Richard Bell 2018 steht vor einem seiner Werke in seiner Heimatstadt Brisbane.
Der spanische Künstler Fernando García Dory sitzt auf Steinboden unter einer Glühbirne und schneidet ein Stück aus einem Laib Käse, um ihn herum sitzen Zuschauer im Kreis.
Der spanische Künstler Fernando García Dory schneidet bei einer Performance einen Käse an. Mit seinem 2010 begonnenen Projekt INLAND will der Künstler Natur, Kunst, Stadt und Land zusammenbringen.
Malose Malahlela und Rangoato Hlasane, die Gründer von Keleketla!Library, sitzen auf einer Treppe in Johannesburg.
Die Gründer von Keleketla!Library in Johannesburg: die Künstler Malose Malahlela und Rangoato Hlasane
Bunte Figuren aus Karton trocknen in der Sonne vor dem Studio von Taring Padi im indonesischen Yogyakarta.
Wayang-Puppen aus Karton trocknen in der Sonne vor dem Studio von Taring Padi im indonesischen Yogyakarta. Mehr als tausend solcher Figuren aus verschiedenen Ländern werden in Kassel ausgestellt.
Das Künstlerinnen-Duo Black Quantum Futurism: Camae Ayewa und Rasheedah Phillips aus Philadelphia
Das Künstlerinnen-Duo Black Quantum Futurism: Camae Ayewa und Rasheedah Phillips aus Philadelphia
Gruppenfoto des kubanischen Kollektivs Instituto Artivismo Hannah Arendt bei einem Workshop 2017 in Havanna.
Das kubanische Kollektiv Instituto Artivismo Hannah Arendt kämpft mit Kunst für Meinungsfreiheit und gegen totalitäre Herrschaft. Hier bei einem Workshop mit dem Theoretiker Brian Holmes und der Künstlerin Claire Pentecost 2017 in Havanna.
Sammlung von Dokumenten algerischer Frauenrechtsorganisationen und feministischer Kollektive aus den 1990er Jahren, Algier 2020
Sammlung von Dokumenten algerischer Frauenrechtsorganisationen und feministischer Kollektive aus den 1990er Jahren, Algier 2020
Der britische Künstler Hamja Ahsan redet während einer Bücherpräsentation im PrintRoom, Rotterdam.
Der britische Künstler Hamja Ahsan bei der Bücherpräsentation „Introvert Activism and the Resistful Unseen“ 2019 im PrintRoom, Rotterdam
Ein Mann spielt auf  mit einem selbst gebastelten Blasinstrument während eines Umzugs beim ersten Festival sur le Niger 2009 in Ségou.
Umzug während des ersten Festival sur le Niger 2009 in Ségou, Mali. Die Stiftung, die das Festival verantwortet, gehört zu den Teilnehmern der documenta fifteen.

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