Unser langer Marsch ins Holozän

Das Menschenzeit-Projekt, Folge 5: Wie Homo sapiens die Erde besiedelte – und den Turboknopf entdeckte

Deniz Kılıc/Out of Eden Walk mit frdl. Genehmigung Der Schatten eines Mannes und eines Pferdes / Esels auf steinigem Boden.

AnthropoScene – Expeditionen in unsere neue Erdepoche

Was bisher geschah: Der Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen stellte die revolutionäre Anthropozän-Hypothese auf: Sie besagt, dass wir Menschen die Erde nicht nur in geschichtlichen, sondern in erdgeschichtlichen Dimensionen verändern. Das bricht mit bisherigen Vorstellungen, wir Menschen seien von einer „Umwelt“ umgeben. Bereits im 18. Jahrhundert begannen Wissenschaftler zu erkunden, wie eng die Wechselwirkungen zwischen den Bewohnern der Erde sind. Langsam wird uns das bewusst...

***

Wir lernen in der Schule, dass wir Menschen aus Afrika kommen. Das stimmt. Auf dem Kontinent sind unsere menschenähnlichen Vorfahren entstanden und auch unsere Art selbst – Homo sapiens, ein Lebewesen, das sich von Afrika aus inzwischen auf der gesamten Erde ausgebreitet hat, sogar bis in die Antarktis.

Unsere Reise durch Zeit und Raum hat aber schon viel früher begonnen als mit dem Aufbruch unserer Vorfahren „out of Africa“.

Wie jeder Stein trägt auch jeder Mensch die ganze Geschichte des Lebens und des Universums in sich. [1] Jeder von uns ist nicht nur so alt wie die Jahre, die seit seiner Geburt vergangen sind. Die Atome, aus denen wir bestehen, wandern schon seit der Zeit des frühen Kosmos umher. Jedes Atom hat vor uns bereits Hunderten anderen Lebewesen dazu gedient, ihre Körper aufzubauen. Die Stoffe, aus denen wir bestehen, sind schon vor Millionen Jahren als Fische umhergeschwommen. Sie lagen im Humusboden alter Regenwälder oder dienten Bakterien als Baustoff ihres Daseins.

Unsere Körper bilden einen riesigen Zoo von evolutionären Geschichten. Hunderte Millionen Jahre biologischer Evolution haben die Art und Weise geformt, wie wir mit unseren Gehirnen denken und wahrnehmen, von den ersten Vielzellern mit Nerven hin zu Fischen am Küstensaum, von den ersten Vierbeinern hin zum mäuseähnlichen Ursäugetier, vom ersten Primaten bis zu den Vor- und Frühmenschen. Wir selbst sind nur ein Zweig am blühenden Strauch menschenähnlicher Lebewesen, die die Evolution hervorgebracht hat.

Wir Menschen sind so vielseitig wie wenige andere Lebewesen

Wir Menschen von heute leben mit und aus einem Gehirn, das, lange bevor es die Fähigkeiten erdachte, die Umwelt zu ändern, selbst von der Umwelt geformt und verändert wurde. Was wir heute mögen und was nicht, vor was wir Angst haben und vor was nicht, was wir wahrnehmen und was nicht, hat viel mit der Umwelt in der Zeit zu tun, in der unsere Vorfahren lebten.

Wir setzen eine evolutionäre Reise fort, die vor uns der Urprimat, das eichhörnchenartige Purgatorius, zur Zeit der Dinosaurier gemacht hat; Eosimias, einer der frühesten Anthropoiden, vor 40 Millionen Jahren; dann der schimpansengroße Kamoyapithecus von vor 25 Millionen Jahren , der vielen Forschern als erster Menschenaffe gilt; die letzten gemeinsamen Vorfahren mit Schimpansen, die vor rund 7 Millionen Jahren in Afrika lebten; und schließlich die ersten menschenartigen Lebewesen wie Sahelanthropus und Australopithecus, die den evolutionären Weg zur Gattung Homo ebneten.

Aus Bruchstücken zusammengesetzter Schädel: Replika eines Schädels von Sahelanthropus tchadensis.
Wir sind ein Zweig des menschlichen Stammbaums: Replika eines Schädels von Sahelanthropus tchadensis.

Unsere Leben heute sind durch eine unsichtbare Linie mit dieser gesamten Vergangenheit und ihren jeweiligen ökologischen Umständen verbunden, vom Meteoriteneinschlag, der die Dinosaurier auslöschte und das Zeitalter der Säugetiere ermöglichte, bis zur Ausbreitung von Savannen im südöstlichen Afrika durch natürliche Klimaveränderungen.

Was uns Menschen einmalig dazu befähigt, zu Akteuren in den Dimensionen der Erdgeschichte zu werden, ist neben unserem Bewusstsein eine uralte Eigenschaft: unser unglaublicher Generalismus – unsere Fähigkeit, uns immer neuen Umständen anzupassen, von der heißen Wüste bis zum Polarkreis, vom Leben am Meer bis zur Existenz im Gebirge. Dieser Generalismus schlug seit dem Ende der letzten Eiszeit in eine neue Qualität um: die Fähigkeit, uns unsere Lebensräume selbst zu gestalten. [2]

In Graslandschaften lernten wir aufrecht zu gehen

Unsere biologische Konstitution ist zu einem guten Teil ein Nachhall aus den vergangenen drei Millionen Jahren, in denen die Erde zyklisch deutlich kälter war als heute. Zur Abkühlung trug damals bei, dass Nord- und Südamerika am Isthmus von Panama zusammenstießen, was den Fluss warmen Wassers aus dem Pazifik gen Afrika unterbrach, bis sich der Golfstrom ausbildete. Zudem wuchs der Himalaya immer weiter, was asiatische Flüsse nicht mehr gen Süden, sondern gen Nordmeer lenkte und so deren Salzkonzentration verringerte. Salzarmes Wasser gefriert leichter, was zur Vergletscherung der Arktis beitrug. [3]

Der Meeresspiegel fiel in diesen langen Zeiträumen um bis zu hundertdreißig Meter, weil das Wasser im Eis gebunden wird, dann stieg er wieder an, weil Rückkopplungseffekte zu Wärmephasen führten. Das Ostafrikanische Grabenbruchsystem, in dem die frühen menschenartigen Wesen lebten, hob sich in dieser Zeit immer weiter empor, so dass der Lebensraum trockener wurde und Wälder Savannen wichen – in denen aufrechter Gang erhebliche Vorteile brachte.  

Die frühen Menschen lebten also in Zeiten umwälzender Veränderungen der Natur, die sie umgab. Während andere Arten durch diese Zeiten hindurch unverändert blieben und nur darauf reagierten, was geschah, erwiesen sich unsere Vorfahren als flexibler und innovativer, als fähig, immer neue Nischen zu finden oder zu schaffen. Die Umweltveränderungen begünstigten bei den Vor- und Frühmenschen im Gegensatz zu hochspezialisierten Arten eher ökologische Flexibilität und Generalismus, die Fähigkeit, unter vielen Umständen zurechtzukommen und sich aus vielen Quellen zu ernähren.

So sozial wie egoistisch, so liebevoll wie grausam

Der Weg in die Welt von heute, in der Menschen in arktischer Kälte und tropischer Hitze leben, Gebirgshöhen wie Flussdeltas besiedeln und als Slumbewohner in Indien ebenso überleben können wie als Börsenhändler in klimatisierten Büros in New York, beginnt vor gut zwei Millionen Jahren mit einem Allesfresser-Menschenaffen, der sich als besonders flexibel erweist. Sein Gehirnvolumen wächst aufgrund von genetischen Veränderungen schneller und anders als bei anderen engen Verwandten, die es in größerer Zahl gab. Er beginnt, Steinwerkzeug zu nutzen und wird zum evolutionären Startpunkt der Gattung Homo. [4]

Ein Zweig dieser neuen Lebensform verbreitete sich vor 2 Millionen Jahren vom Osten Afrikas aus nordwärts zur Mittelmeerküste und von dort dann tief nach Asien, bis nach Indonesien und China. Dann wanderten die Ur-Menschen – immer nur um ein paar Kilometer pro Generation – in Europa ein, wo sie nachweislich die Fähigkeit erworben haben, Feuer zu machen. Das älteste rekonstruierbare Feuer, das von Menschen entzündet wurde, liegt vierhunderttausend Jahre zurück. Die Neandertaler gehören zu den Ergebnissen dieser ersten Ausbreitungswelle.

Antike Höhlenmalerei auf der Tiere zu erkennen sind.
Die Malereien in der Höhle von Chauvet (hier zu sehen als Replika im benachbarten Museum) sind ein frühes Zeugnis der Beziehung von Mensch und Natur, ebenso wie der kreativen Veranlagung des Menschen.
Patrick Aventurier

Die eigentliche Revolution, der humane Urknall, geschieht aber wieder in Afrika. Vor einem geologischen Augenblick, vor rund 200 000 Jahren, entstand dort Homo sapiens, ein leichteres, behänderes, agileres Wesen. Jeder Mensch, der heute lebt, gehört zu diesen new kids on the block, den sozialsten und egoistischsten, liebevollsten und grausamsten, vernünftigsten und emotionalsten, weitsichtigsten und engstirnigsten, schöpferischsten und zerstörerischsten unter den Menschenaffen. 

Unsere Vorfahren behaupteten sich gegen Bedrohungen und Rückschläge und begannen von Afrika aus einen einmaligen Siegeszug rund um die Welt. Vor hunderttausend Jahren bewohnten sie bereits den Nahen Osten, vor siebzigtausend Jahren kamen sie über Asien in Australien an, vor 74.000 Jahren überstanden sie eine Beinahe-Auslöschung nach der gigantischen Explosion des Vulkans Toba mit weltweiten Folgen. Vor rund 44 000 Jahren drangen sie in Europa in den Lebensraum der Neandertaler ein, vor etwa dreißigtausend Jahren begannen sie von Norden her den gesamten amerikanischen Kontinent hinabzuwandern. [5] 

Wir reisen hier im Schnelldurchlauf durch die menschliche Evolution, durch die Forschungsergebnisse von hingebungsvollen und akribisch arbeitenden Paläoanthropologen, die in jahrelanger Kleinarbeit mit Pinseln und kleinen Schabern zentimeterweise neue Funde freilegten und ihnen mit ausgefeilter Technik, vom Kernspintomographen bis zur Gensequenziermaschine, Informationen entlockten.

Steinzeitbauern an der Wall Street

Diese Forschung ermöglicht es uns, uns diesen spektakulären Einschnitt in der Menschheitsgeschichte vorzustellen: wie ein Neandertaler-Mensch, der bereits Kunst, Kultur und wohl auch religiöses Empfinden kannte, plötzlich dem ersten Homo sapiens begegnete, der sich nach Europa vorwagte. Malen Sie sich in diesen Moment aus – stellen Sie sich vor, Sie selbst sind dieser Neandertaler und sehen plötzlich ein Wesen, das Ihnen ähnelt, aber doch so anders wirkt. Der Neandertaler-Blick ist die Perspektive ungezählter Lebewesen, die in den vergangenen 40 000 Jahren zum ersten Mal einen Homo sapiens zu Gesicht bekamen. Es war damals eine epochale Begegnung - bei der die Neandertaler den Kürzeren zogen.

Bereits der frühe Homo sapiens rottete zahlreiche Tierarten aus, seine größten Konkurrenten und Tiere, die ihm schmeckten – ein Vorbote der heutigen anthropozänen Ausrottungswelle. Das Aussterben der Neandertaler haben unsere Vorfahren nach dem aktuellen Stand der Forschung nicht direkt zu verantworten, es gibt keine Anzeichen für Massaker oder ähnliches. Es reichte wahrscheinlich, beim Jagen und Sammeln in gemeinsam bewohnten Gebieten einen Tick effizienter zu sein und die Ressourcen aufzubrauchen, die dem Neandertaler dann zum Überleben fehlten.

Vor 37 000 Jahren verliert sich die Spur dieser faszinierenden alternativen Menschenart, während wir, Homo sapiens, so richtig damit loslegen, uns zu vermehren, auszubreiten und vor allem konsequent Dinge zu machen, die nicht nur dem unmittelbaren Überleben dienen. Unsere frühen Vorfahren bemalten schon vor siebzigtausend Jahren südafrikanische Höhlen und entwickelten vor dreißigtausend Jahren Knochenflöten, Skulpturen, Nadeln, Keramiken. Sie schufen vielerorts Kunstwerke, die denen von Picasso und Franz Marc in nichts nachstehen, etwa in der Chauvet-Höhle in Südfrankreich.

Portrait einer Ziege vor blauem Himmel.
Nach den Wölfen gehörten Ziegen zu den ersten Wildtieren, die unsere Vorfahren domestiziert haben – mit weitreichenden Folgen.

Und dann wird dieses neue Wesen sesshaft. Der zweite große Einschnitt, der den menschlichen Aufstieg einleitet, ist das Ende der letzten Eiszeit und der Beginn einer natürlichen globalen Erwärmung vor knapp 12 000 Jahren. Damals traten menschlicher Erfindungsreichtum, fruchtbare Böden und günstiges Klima in ein einmaliges Wechselspiel. Das Gehirn des Homo sapiens, das an sich nicht besonders groß ist, aber mit 2,75 Prozent einen ungewöhnlich hohen Anteil an der durchschnittlichen Körpermasse hat und einen ungewöhnlich großen Neocortex, leitet einen Kipppunkt ein: zum Generalismus befähigt, beginnt es, die gesamte Welt zu reorganisieren. Unabhängig voneinander geben in vielen Regionen der Welt - im Fruchtbaren Halbmond, in den Anden, im heutigen China, in Mittelamerika, auf Papua-Neuguinea - Menschen ihr nomadisches Leben auf und beginnen, zu Bauern zu werden und an festen Orten zu leben. 

Schrei nach Überschüssen

Einige der ersten dieser Bauern siedelten in einem Gebiet, das heute in den Ländern Aserbaidschan, Iran, Irak, Türkei und Syrien liegt. Sie lernten, dass sie die Samen von Gräsern nicht nur essen, sondern auch vermehren können. Damit ließen sich die Jagd nach Gazellen und das Sammeln von Beeren und Früchten um wertvolle Kalorien ergänzen. Einmal begonnen, war die agrarische Evolution nicht mehr aufzuhalten, obwohl pro Kalorie vom Acker mehr Zeit und Arbeit nötig war als pro Kalorie Jagdfleisch. [6]

Wie es aussieht, hatten die Jäger und Sammler zuvor mehr Freizeit als die späteren Bauern (das kommerzielle Unterhaltungsprogramm war zwar eher eingeschränkt, aber die Nomaden werden es hoffentlich trotzdem verstanden haben, keine Langeweile aufkommen zu lassen). Für die Bauern lohnte es sich aber trotz des schlechteren Ertrags pro Arbeitsstunde, die Mühen der Landwirtschaft auf sich zu nehmen. Denn ihre Lebensweise erlaubte es, Überschüsse zu bilden und für schlechte Zeiten aufzuheben. Diese Überschüsse führten dazu, dass mehr Kinder die ersten Lebensmonate überleben. Und diese zusätzlichen Kinder schrieen nach mehr Nahrung...

Dieser Prozess hat sich Schicht um Schicht in Abu Hureyra abgelagert, einer Siedlung am Oberlauf des Euphrat im Norden des heutigen Syriens. Der britische Archäologe Andrew Moore hat das Dorf freigelegt, bevor es unter den Wassermassen des Assad-Staudamms verschwand. Hier lebten vor rund 12 000 Jahren Menschen der sogenannten Natuf-Kultur. Reste von hundert verschiedenen Pflanzen haben die Forscher im Umkreis ihrer einfachen Behausungen gefunden. Einkorn, Emmer, Roggen, Linsen und Ackerbohnen rückten immer mehr ins Zentrum des Lebens. [7]

Diese Menschen waren sehr innovativ: Sie entdeckten Wege, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, indem sie Hülsenfrüchtler vermehrten, die dem Boden Stickstoffdünger zuführen. Parallel domestizierten Menschen im nahen Zagrosgebirge Ziegen und Schafe, später Rinder. Das enge Zusammenleben von Mensch und Nutztieren, das uns Nahrung im Überfluss ebenso gebracht hat wie zahlreiche Epidemien, etwa Tuberkulose und Pest, nahm seinen Lauf.

Damals war die geologische Zeitrechnung noch lange nicht erfunden. Aber die Menschen am Ende der letzten Eiszeit wurden Zeuge eines gewaltigen Umbruchs. Vor ihnen hatten Menschen bereits zwei Erdepochen erlebt. Unsere ersten menschenähnlichen Vorfahren sind im Pliozän entstanden, einer geologischen Epoche, die vor 5,3 Millionen Jahren begann und vor 2,6 Millionen Jahren endete. Darauf folgte das Pleistozän, die Zeit wiederkehrender Vereisungsphasen.

Aus Dörfern wurden Millionenstädte

Wäre die Pleistozän-Eiszeit nicht zu Ende, sondern einfach weiter gegangen, wäre es durchaus vorstellbar, dass wir Menschen noch immer als Jäger und Sammler leben würden wie in den Jahrtausenden zuvor. Doch vor knapp 12 000 Jahren begann etwas „völlig Neues“ - das Holozän, das übersetzt genau dies bedeutet.

Erst die beginnende Erwärmung vor rund 11 700 Jahren hat unserer heutigen Lebensweise den Weg bereitet. Im Holozän hat sich zwar unsere biologische Konstitution kaum verändert. Man könnte die Menschen von damals in Klamotten von heute stecken und sie würden kaum auffallen. Umso mehr aber hat sich unsere soziale, ökonomische und technologische Konstitution gewandelt. Ein Mensch von vor 11 000 Jahren, der nach einem langen Schlaf in der Welt von heute aufwacht, würde den krassesten Science-Fiction erleben, den es je gegeben hat.

Die ersten und letzten Menschen des Holozäns trennen 12 000 Jahre menschlicher Blüte.

Aus dem Versuch einer relativ kleinen Gruppe von Menschen, an einer Stelle zu bleiben und die Vegetation zu verändern, ist die Zivilisation von heute hervorgegangen. Aus ein paar Hundert Bauernpionieren im Nahen Osten sind mehr als eine Milliarde Landwirte geworden, die der Erde unfassbare Mengen an Pflanzen und Tieren abringen. Die ersten Äcker und Weiden sind zu einer gigantischen globalen Agrarfläche gewachsen, die zusammengenommen 7000 mal 7000 Kilometer groß ist (das ist mehr als die Gesamtfläche des amerikanischen Doppelkontinents von Alaska bis Feuerland). [8]

Luftaufnahme einer modernen Großstadt. Durch sie fließt ein großer Fluss, überall sieht man Hochhäuser.
Aus den ersten Siedlungen, die nach dem Ende der letzten Eiszeit entstanden, sind heute Megalopolen wie Schanghai geworden.

Und aus den kleinen, versprengten Herden von Schafen, Ziegen und Rindern ist eine globale Nutztier-Herde geworden, die mehr als 50 Milliarden Tiere umfasst und heute 90 Prozent der Biomasse von Säugetieren stellt. Aus vereinzelten Dörfern wurden Millionenstädte, die sich über riesige Flächen erstrecken. Einfachste Werkzeuge verwandelten sich in Kohlebagger, 3D-Drucker und Plasmabildschirme. In Stein gehauene Schriftzeichen ebneten den Weg zum World Wide Web. Aus Speeren wurden Raketen und Kampfdrohnen, die an jedem Ort der Erde aus dem Himmel Tod bringen können.

Doping durch fossile Brennstoffe

Wenn wir die 12 000 Jahre seit dem Beginn des Holozäns im Schnelldurchlauf vorspulen – die ersten Städte, die Kultur des Chinesischen Kaiserreichs, die großen Reiche der Antike, die Entstehung globaler Handelsrouten, die Eroberung der Welt durch Europäer, die wissenschaftliche Aufklärung, die Entwicklung von Medizin und Technologie – dann erscheint diese Periode wie ein einziges großes Geschenk an die Menschheit. [9]

Wir wurden in diesem Holozän, so hart und entbehrungsreich das Leben früher für die meisten Menschen war und heute noch für viele ist, von der Natur mit Schätzen überhäuft. Allem voran war das Weltklima im Holozän trotz aller Unwetter und Extreme erstaunlich stabil und förderlich, um Dörfer und Städte bauen zu können und mit der Landwirtschaft zu beginnen. Tausendfache Dienstleistungen der Natur, von der Humusbildung bis zur sauberen Atemluft, standen uns gratis und ohne Gegenleistung zur Verfügung.

Reich beschenkt sind wir auch deswegen, weil vor uns keine andere intelligente Art mit ähnlichen Bedürfnissen die Erde besiedelt und einmal bereits alle Bodenschätze genutzt hat. Man stelle sich vor, wir wären die zweite intelligente Affenart und vor uns hätte es bereits eine ganze Zivilisation anderer Technikfreaks gegeben, denen – in Umkehrung des Neandertaler-Erlebnisses – wir begegnet wären. Dem war aber nicht so. Die Goldadern von Kalifornien, die Smaragde von Indien, die Diamanten in Russland – alles fanden die menschlichen Siedler und Eroberer früherer Zeiten weitgehend unberührt als erste vor.

Das alles fließt im 18. Jahrhundert in einem weiteren zivilisatorischen Wendepunkt zusammen: Menschen lernen, die Kraft zu nutzen, die frühere Mitglieder im Club der Revolutionäre hinterlassen haben und diese Kraft ökonomisch und technologisch nutzbar zu machen: die zu Kohle gepresste, zu Erdöl verflüssigte, zu Erdgas verwandelte Sonnenenergie von Millionen Sonnenumrundungen der Erde. Das ist der Moment, von dem Paul Crutzen sagt, dass er den Übergang vom Holozän zum Anthropozän darstellt, den Auftritt des Menschen als geologische Kraft.

Als die Generation unserer Ururururgroßeltern im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert herausfindet wie sich diese Energie durch neuartige Maschinen für Arbeit nutzbar machen lässt, vervielfacht sich die Kraft der Menschheit mit einem Schlag. Es ist, als hätten wir einen kollektiven Powerdrink verabreicht bekommen, der uns die Kraft von Millionen Pferden und Arbeitern in Form schwarzer Klumpen und Flüssigkeiten zur Verfügung stellt. Heute ist das so selbstverständlich, dass es kaum noch auffällt. Doch es ist ein Umbruch von erdgeschichtlicher Dimension: Mit den fossilen Brennstoffen und den Maschinen, die sie befeuern, schaltet die Menschheit eine Art Turbo-Booster ein.

Eine poetische Wanderung

Seit einigen Jahren geht ein Journalist unseren erstaunlichen Weg um die Erde nach – zu Fuß. Im Januar 2013 brach der Biologe und Autor Paul Salopek zu einer Wanderung rund um die Welt auf. [10] Seine Reise begann in Äthiopien, an einem See im Großen Afrikanischen Grabenbruch, wo heutigen Erkenntnissen zufolge die Ursprünge des modernen Menschen liegen. Salopeks erklärtes Ziel ist es, einen Großteil der Strecke abzulaufen, die Homo sapiens sapiens bei seiner Ausbreitung über die Erde zurückgelegt hat. Den Weg durch den Nahen Osten, die Türkei und weite Teile Asiens hat er bereits geschafft, jetzt strebt er gen Sibirien, bevor es die gesamte Westküste von Nord- und Südamerika hinab nach Feuerland weitergehen soll. Von unterwegs schreibt Salopek berührende Reportagen über seine Erlebnisse. Die geplante Wanderroute des „Out of Eden Walk“ ist 33.800 Kilometer lang.

Der Journalist Paul Salopek steht am Rand eines Berges und schaut in die Ferne. Dort sind viele Felder zu erkennen.
Eine Reise um die Welt zu Fuss: Der Journalist Paul Salopek wandert den Weg unserer Vorfahren um die Erde nach.

Es liegt sehr viel Poesie darin, dass Salopek dort losgegangen ist, wo wir moderne Menschen unseren evolutionären Ursprung haben. Eigentlich müsste in Ostafrika dort, wo Salopeks Reise begonnen hat, ein Unesco-Weltkulturerbepark mit dem Namen „Ursprungsregion des menschlichen Bewusstseins“ geschaffen werden. [11] Es führt ein direkter Weg von diesen evolutionären Ereignisses zu Marcel Prousts introspektiver „Suche nach der verlorenen Zeit"“, vom allerersten Satz mit einem Wort für „Ich“ zu den millionenfachen Ich-Präsentationsplattformen im Internet, vom erstaunten Blick eines Frühmenschen in den Himmel zum Hubble Space Teleskop, vom ersten Steinwerkzeug zu den Großrechnern von heute, in denen Modelle des Weltklimas der Zukunft entstehen.

Doch schon wenige Tage, nachdem er die Ursprungsregion der Menschheit hinter sich gelassen hatte, geriet Salopek auf seiner Wanderung in eine ganz und gar nicht poetische neue Realität: „Als wir uns nach Norden und dann nach Osten bewegen, verlassen wir die Wüste und stoßen auf das Anthropozän - das Zeitalter der modernen Menschen. Asphalt erscheint: die Straße zwischen Dschibuti und Äthiopien, die mit Lastwagen pulsiert. Wir treiben durch eine Reihe von dreckigen Städten. Staub und Diesel. Bars. Geschäfte mit Theken mit rohen Brettern. Vor den Türen klingen im Wind Girlanden aus Blechbechern. Dann, bei Dubti: ein Meer (nein, eine Mauer) aus Zuckerrohr. Kilometerlange industrielle Bewässerung. Kanäle, Dämme. Gebulldozerte Felder.“

Wir Menschen lassen auf der Erde kaum etwas unberührt. Moleküle, die seit Jahrmillionen nach den Gesetzen der blinden Evolution auf der Erde gekreist sind, bewegen sich jetzt auf Geheiß eines Primaten.

***

Lesen Sie in Folge 6: Am Ende der Umwelt: Im Anthropozän gibt es kein unerschöpfliches Draußen mehr, nur noch ein gemeinsames Drinnen.


QUELLEN

  • [1] Hervorragende Lektüre dazu: Jan Zalasiewicz, The Planet in a Peeble, A Journey into Earth's Deep History, Oxford University Press, 2010
  • [2] Siehe dazu auch den schönen Artikel von Erle Ellis, Conserving a used Planet: Embracing our history as transformers of Earth, Snap Magazine.
  • [3] Für eine allgemeinverständliche Darstellung der Klimageschichte siehe Jan Zalasiewicz und Mark Williams, The Goldilocks Planet - the four billion year story of earth's climate, Oxford University Press, 2012
  • [4] Für eine allgemeinverständliche Darstellung der menschlichen Evolution siehe Alice Roberts, Evolution - The Human Story, Dorling Kindersley, 2011
  • [5] Zu den ersten modernen Menschen in Europa siehe Stefano Benazzi et al., Early dispersal of modern humans in Europe and implications for Neanderthal behaviour, Nature, November 2, 2011, Vol. 479. no. 7374, S. 525-528. Zu den ersten modernen Menschen in Australien siehe Morten Rasmussen et al., An Aboriginal Australian Genome Reveals Separate Human Dispersals into Asia, Science, October 7, 2011, Vol. 334 no. 6052, S. 94-98
  • [6] David R. Montgomery, Dirt – the erosions of civilizations, Berkeley: University of California Press 2007
  • [7] Andrew Moore et al., Village on the Euphrates: From Foraging to Farming at Abu Hureyra, Oxford, Oxford University Press, 2000
  • [8] Siehe Gowri Koneswaran und Danielle Nierenberg, Global Farm Animal Production and Global Warming: Impacting and Mitigating Climate Change, Environmental Health Perspectives, Vol. 116, Nr. 5, Januar 2008, S. 578-582 sowie FAO, World agriculture – towards 2015/2030, Rom 2002 und FAO und OECD, Agricultural Outlook 2009–2018, Rom 2009
  • [9] Einen sehr guten Überblick über den Aufstieg der menschlichen Zivilisation in Asien und Europa gibt unter einem etwas irreführenden Titel Ian Morris, Why the West rules for now – The patterns of history and what they reveal about the future, Profile Books, 2011
  • [10] Out of Eden-Project
  • [11] Empfehlenswerte Lektüre zur Entstehungsgeschichte des Bewusstseins: Christof Koch, The Quest for Consciousness - a neurobiological approach, Roberts & Co, 2004

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„Der Schuss geht nach hinten los": Mit humoristischen Plakaten macht in Bern eine Ausstellung auf die Konflikte zwischen Mensch und Saatkrähen aufmerksam. Das Plakat zeigt einen Jäger, auf dessen Waffe eine Saatkrähe sitzt.
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Agrarpolitik: Bauern und Braunkehlchen haben einen gemeinsamen Gegner

Warum eine Allianz von Landwirten und Naturschützern überfällig ist. Ein Kommentar

Trecker fahren auf einem Bauernprotest in Münster. 23.10.2019. Ein Mann schaut sich mit seinem Kind das Geschehen vom Straßenrand aus an.
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Erntetod - Äthiopiens Schatz

Teil 5 der Reportage von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze über den Weizenschadpilz Ug99

Eine Bäuerin in Äthiopien hält eine Schale mit dunklen, beinahe lilafarbenen Weizenkörnern.
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Erntetod - Leben mit dem Feind

Teil 6 der Reportage von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze über den Weizenschadpilz Ug99

Nahaufnahme mehrerer grüner Weizenstängel, die vom Weizenrost befallen sind. Die Pilzsporen liegen wie rotbraune Rostspäne auf der Pflanze.
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Erntetod - wie ein winziger Pilz den Weizen der Welt bedroht

Teil 1 der Reportage von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze

Ein Weizenfeld in Nahaufnahme. Durch die Ähren sieht man im Hintergrund verschwommen zwei Personen in weißen Schutzanzügen.
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Erntetod - Warum Weizen so wichtig ist

Teil 2 der Reportage von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze über den Weizenschadpilz Ug99

Ein Äthiopier hält ein Brett mit vorbereiteten Teigkugeln, die zum Backen bereit stehen. Im Hintergrund liegen zwei weitere Bretter mit solchen Teigkugeln auf einem Gestell.
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Erntetod - Die Pilzjäger

Teil 3 der Reportage von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze über den Weizenschadpilz Ug99

Mann mit weißer Schutzkleidung begutachtet Weizenpflanzen in einem Getreidefeld.
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Erntetod - Wie der Pilz Kontinente erobert

Teil 4 der Reportage von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze über den Weizenschadpilz Ug99

Blick von oben auf ein dünn besiedeltes Tal in Äthiopien mit vielen kleinen Feldern und vereinzelten Bäumen. Im Hintergrund erstrecken sich Berge, die Wolken hängen tief.
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Erntetod - Credits

"Erntetod" ist eine Reportage in sechs Teilen von Kerstin Hoppenhaus und Sibylle Grunze über den Weizenschadpilz Ug99.

Drei reife Weizenähren bewegen sich im Wind.
  1. Ausbildung
  2. Digitalisierung

Digitales Defizit – Journalistenfortbildung hat Nachholbedarf

Im digitalen journalistischen Klassenzimmer sieht es düster aus: Es fehlt an technischem und didaktischem Know-How. Einige Vorreiter-Projekte zeigen, wie es gehen könnte.

Monitore und PCs in einer Reihe auf Arbeitstischen
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  5. Nobelpreis

Klimawandel plus Corona gleich Hunger

Im Süden Afrikas ist die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen bedroht. Mehrere Krisen kommen hier zusammen und die Region muss sich auf weitere Schocks einstellen. Ansätze dafür gibt es bereits.

Das Bild zeigt frisch geernteten Mais, der auf einer Plane auf dem Boden liegt, daneben ein Korb und ein Schemel.
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Masterclass 2020: Journalismus in die Bibliothek

Wir bringen Journalismus in die Bibliothek. Unsere Fellows stellen sich vor.

Ein rund geschwungenes Bücherregal mit bunten Büchern, die nach hinten hin unschärfer im Bild zu erkennen sind.
  1. Corona
  2. Epigenetik
  3. Genetik

Coronavirus: Warum trifft es manche besonders hart?

Ob man zur Risikogruppe gehört, entscheidet nicht alleine über die Schwere einer Covid-19-Erkrankung. Genetik und Epigenetik reden mit. Diese Erkenntnis wird Vorbeugung und Therapie ernster Fälle verbessern.

Ein Krankenpfleger schiebt einen Notfall-Patienten durch einen Krankenhausflur. Eine Pflegerein lenkt vorne. Sie haben es eilig.
  1. CRISPR
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  3. Nobelpreis
  4. Nobelpreise-2020

Der dann doch überraschende Nobelpreis für CRISPR/Cas9

Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier bekommen den Nobelpreis für Chemie 2020 für die Entwicklung der Genschere CRISPR/Cas9 verliehen. Auch wenn klar war, dass sie ihn irgendwann bekommen würden, ist er jetzt doch überraschend.

Das Logo der Koralle #CRISPRhistory, das Cas9 Molekül vor blauem Hintergrund mit schwach sichtbaren Titel wichtiger Fachartikel und wichtigen Jahreszahlen. Unter dem Molekül der Schriftzug von #CRISPRhistory und "erzählt von Marcus Anhäuser"
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  3. Vögel

Der Corona-Lockdown lässt Vögel schöner singen

Wissenschaftler und Citizen-Science-Projekte haben die Zeit der Corona-Stille genutzt, um den Vogelgesang zu erforschen.

Ein männliches Braunkehlchen singt auf einem grünen Busch
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  2. Nobelpreis
  3. Nobelpreise-2020

Schwarze Löcher und das dunkle Geheimnis der Milchstraße

Nobelpreis für Physik 2020 an Roger Penrose, Reinhard Genzel und Andrea Ghez

This artist?s impression depicts a rapidly spinning supermassive black hole surrounded by an accretion disc. This thin disc of rotating material consists of the leftovers of a Sun-like star which was ripped apart by the tidal forces of the black hole. Shocks in the colliding debris as well as heat generated in accretion led to a burst of light, resembling a supernova explosion.
  1. RiffLive
  2. RiffReporter

RiffReporter live erleben

Das sind die nächsten Veranstaltungen von und mit RiffReporterInnen zu Umwelt, Wissenschaft, Gesellschaft, Tech und Weltgeschehen.

Press conference with standing microphones.
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  2. Nobelpreis
  3. Nobelpreise-2020

#2 | CRISPR und Cas bekommen einen Nobelpreis, aber wann?

Wie jedes Jahr steht Anfang Oktober die Bekanntgabe der Nobelpreise an, der bedeutendsten Wissenschaftspreise der Welt. Eine gute Gelegenheit zu verstehen, wie bedeutend das Thema CRISPR/Cas eigentlich ist, und warum die jetzige Vergabepraxis der Nobelpreise überholt gehört.

Zwei Cas9-Moleküle schleichen aus den Ecken rein.
  1. Astronomie
  2. Sternenhimmel

Barnards Stern – ein Schnellläufer mit Planet

Der Sternenhimmel im Oktober 2020

Die Himmelskarte zeigt die Stern- und Planetenpositionen für Anfang Oktober 2020 über Frankfurt am Main gegen 22:30 Uhr MESZ.
  1. Biodiversität
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Friedensnobelpreis: Schulze schlägt Weltbiodiversitätsrat vor

Die Bundesumweltministerin will die Warner vor dem Artensterben mit der höchsten Auszeichnung ehren. Sie schlägt den Weltbiodiversitätsrat IPBES für den Friedensnobelpreis vor

Das Bild zeigt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) im Mai 2020.
  1. Gesundheit
  2. Immunsystem
  3. News

Warum Kinder nicht so schwer an Covid-19 erkranken - und andere wichtige Nachrichten über unsere Körperabwehr

Weitere Themen: wie Eisenmangel den Impfschutz mindert und welche Langzeitfolgen Brandverletzungen für das Immunsystem haben

Eine gezeichnete Weltkarte, davor Strichmännchen in bunten Farben, die sich an den Händen halten.
  1. Algorithmen
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  3. Maschinenlernen

Gibt es vertrauenswürdige künstliche Intelligenz?

Während lernfähige Algorithmen in den Alltag vordringen, treffen sie immer wieder fragwürdige Entscheidungen. Wie sich künstliche Intelligenz ethischer machen ließe, ist indessen noch umstritten.

Ein Roboter mit Kindchenschema als Symbol für eine "gute" künstliche Intelligenz
  1. Deutschland
  2. Radfahren
  3. Reise

Die schönsten Radreiseländer

Neue Umfragen ergeben für Deutschland ein ähnliches Bild wie die erstmalige ADFC-Analyse vom März.

Das Vehikel des RadelndenReporters lehnt an einer in Deutschlandfarben gestrichenen Riesenkuh vor einem Holzschuppen, in dem Rohmilch ausgegeben wird.
  1. Digital
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Schüler im Home-Office

In der Corona-Krise zeigt sich: Für erfolgreiches digitales Lernen muss sich viel verändern – vor allem auch das Lernen in der Schule. Einige wenige Schulen machen es vor. Eine Reportage aus der Zukunft

Ein Stapel silberner Tablets, die zum Laden angeschlossen wurden
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AnthropoScene

AnthropoScene

Journalistische Expeditionen in die neue geologische Erdepoche