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Weißwangengänse – Zu Besuch bei den Seevögeln des Jahres

Es gibt wieder viele Weißwangengänse am Wattenmeer. Für den Naturschutz ist das ein klarer Erfolg, für die Landwirtschaft oft eher ein Ärgernis.

von
06.04.2021
13 Minuten
Eine Gruppe von Weißwangengänsen erhebt sich im Vordergrund in die Luft, angestrahlt von der Sonne, im Hintergrund Wasser und Windräder im Schatten.

Über den Horizont ziehen Schwaden von kleinen schwarzen Punkten, als ich mich dem Beltringharder Koog im Norden von Schleswig-Holstein nähere. Nur noch über einen Deich, dann liegen teils überflutete Wiesen und Wasserflächen vor mir – und als hätten sie die Verabredung mitbekommen, stehen auf beiden Seiten der schmalen Asphaltstraße jeweils Trupps von Weißwangengänsen und knabbern am Gras, leise untereinander schnatternd.

Eine Gruppe von Gänsen sitzt auf einer Landzunge, umgeben von Wasser. Im Hintergrund steht Riet vor einer Reihe von Windrädern am Horizont.
Im Naturschutzgebiet des Beltringharder Koogs finden die Wildgänse auch gute Rast- und Übernachtungsmöglichkeiten.

Fachfrau mit dem passenden Namen

Meine Verabredung ist die 18 Kilometer aus Husum mit dem Fahrrad gekommen. Barbara Ganter ist Gänseexpertin. „Ich finde Gänse allgemein klasse. Das hat auch mit meinem Nachnamen zu tun“, erzählt Ganter und liefert mir damit die Gelegenheit nachzufragen. Ihre Entscheidung für die Erforschung von Gänsen fiel Ende der 1980er Jahre. Damals hat sie sich „eher wegen“ und nicht trotz ihres Nachnamens für eine Diplomarbeit über Weißwangengänse in Schleswig-Holstein entschieden. Es folgten Untersuchungen an Schneegänsen in Kanada, Ringelgänsen in den Niederlanden und Kurzschnabelgänsen in Dänemark.

Barbara Ganter steht in blau-schwarzer Winterjacke und Mütze vor einer Graslandschaft.
Dr. Barbara Ganter beobachtet seit über 30 Jahren Gänse am Beltringharder Koog.
Eine schwarzweiße Gans mit kurzem schwarzem Schnabel schwimmt im Wasser.
Wegen ihres weißen Gesichts mit der schwarzen Haube werden Weißwangengänse zum Teil immer noch Nonnengänse genannt.
Eine Gruppe grasender Wildgänse auf einer Wiese.
Mit ihren kurzen Schnäbeln können Weißwangengänse nur Gras und ähnliche Vegetation fressen.

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Hunderte von fliegenden Gänsen bedecken den Himmel über einer Wiese, im Hintergrund ein Deich.
Abends sammeln sich die Weißwangengänse in großen Scharen auch auf der Halbinsel Eiderstedt, in der Nähe des Leuchtturms von Westerhever.
Eine Gruppe von schwarz-weiß-grauen Gänsen steht vor einem Heuballen, im Hintergrund eine größere Gruppe Gänse und Gebäude.
Weißwangen- und andere Wildgänse fressen auch Gras auf landwirtschaftlichem Grünland und Wintergetreide auf Äckern – für Landwirtïnnen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen zum Teil ein Problem.
Zwei Gänse mit ausgestreckten Flügeln kurz vor der Landung in einer Gruppe von anderen Gänsen. Im Hintergrund ein Gewässer und eine Düne.
Im Landeanflug – Weißwangengänse überwintern auch am Niedersächsischen Wattenmeer, wie hier auf der westfriesischen Insel Borkum.
Eine tote Gans liegt mit angezogenem Kopf im Gras.
Fund am Beltringharder Koog. Tote Wildgänse sollten man nicht anfassen, sondern das lokale Veterinäramt informieren.
Ein Schwarm von schwarz-weißen Gänsen steigt auf.
Große Schwärme von Weißwangengänsen bieten nicht nur im Beltringharder Koog ein Naturschauspiel.
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Anne Preger

Anne Preger

Anne Preger ist freie Wissenschaftsjournalistin. Sie berichtet vor allem bei Deutschlandfunk Nova und WDR 5 über Wissenschafts- und Umweltthemen. Außerdem erzählt sie längere Audiogeschichten, unter anderem bei StoryQuarks und im WDR ZeitZeichen. Sie hat Geoökologie studiert und beim WDR volontiert.


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