Kolumbien: Vom Bauern zum Kartoffel-Unternehmer

Dank alter Sorten und Experimentierfreude trotzen Pedro Briceño und seine Familie Preisverfall und Klima-Krise

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Eine junge Frau mit Baseball-Kappe und ihr Vater, mit Schnauzbart und Baseball-Kappe, sitzen und hocken auf einem steinigen Feld. Er hält einige Kartoffeln in der Hand.

Pedro Briceño und seine Familie haben geschafft, wovon viele Bauernfamilien in Kolumbien träumen: gut von der Kartoffel zu leben.

Blauer Himmel mit Wolken über bergiger, grüner Landschaft. Vereinzelt Häuser. Ein Flickenteppich aus kleinen Feldern, Ackern, Bäumen. Kaum mehr intakte Bewaldung auf den Bergkuppen.
Hier leben die Menschen vor allem von Kartoffeln und Kühen: die Kulturlandschaft ums Dorf Ventaquemada in der Region Boyacá in Kolumbien.
Nahaufnahme zweier Hände, in denen viele verschieden geformte und gefärbte Kartoffeln liegen.
Bauer Pedro Briceño aus Ventaquemada in Kolumbien hält in seinen Händen eine Auswahl der Kartoffel-Sorten, die auf dem Familienacker wachsen.
Geschäft „Agricola los Ruiz“. Auf die Fassade sind die Namen der Ackergifte mit Logos geschrieben, die dort verkauft werden.
In Kolumbien gibt es selbst im kleinsten Dorf in der Regel ein Geschäft für Ackergifte. Dithane und Curathane sind Fungizide, die gegen die Kartoffelfäule eingesetzt werden. Lorsban enthält das Insektizid Chlorpyrifos. Es ist seit 2020 in der EU nicht mehr zugelassen, weil es Entwicklungsschäden bei Kindern verursachen soll.
„Cubios“ heißen die Knollen der einheimischen Kapuzinerkresse. Auf demselben Acker angebaut wie die Kartoffeln wehrt sie Schädlinge ab – und schmecken im Eintopf.
Buschig-grün sind die Blätter der Knolligen Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum). Sie stammt aus den Zentralanden und ist eigentliche eine Kletterpflanze – hat auf dem Acker aber nichts zum Hochranken.
Hand hält einen Ballen aus Wurzeln und Erde.
Der Boden im angrenzenden Wald ist voller Mikroorganismen, die dem Ackerboden fehlen.
Mittelalter Mann mit Schirmmütze hält mit beiden Händen einen Klumpen aus Erde und Wurzeln an seine Nase.
Pedro Briceño liebt den Geruch des Waldbodens.
Junge Frau mit langen Haaren und Schirmmütze bückt sich mit einem Sack über einen Kartoffelacker. Im Hintergrund Felder, Wald, Wiesen und Wolkengebirge am blauen Himmel.
Judy Briceño erntet Kartoffeln fürs Mittagessen. Die 32-Jährige ist Mit-Gründerin des Kartoffel-Unternehmens „Tesoros Nativos“ und mittlerweile Geschäftsführerin.
Mann in Türkise Hemd und dunkelblauer Jacke steht mit gekreuzten Armen lächelnd vor zwei Reihen gestapelter Kartoffelsäcke in einer seitlich offenen Lagerhalle mit Foliendach.
Jairo Rodríguez ist der Gründer der Kartoffel-Saatgutfirma Produsemilla, des größten Arbeitgebers im Dorf. Seine Lagerhallen sind vor allem gefüllt mit Kartoffeln der Sorte Diacol Capiro.
Grüner Acker voller Kartoffelpflanzen, am Rand ein einstöckiges, unverputztes Haus mit Blechdach. Davor parkt ein recht neuer Geländewagen, mit dem die Familie Saatgut transportiert. Am Horizont Felder, Wiesen, Wald.
In dem kleinen, einfachen Haus wuchs Pedro Briceño mit seinen Geschwistern auf. Heute dient es seinem Unternehmen als Lager. Es steht mitten in einen eigenen und gepachteten Ackerflächen, auf denen die Familie Kartoffeln anbaut.
Mittelalter Mann mit Schnauzer, Käppi, Daunenjacke, weißem Hemd und festen Schuhen steht in einem Acker, auf dem grüne, niedrige Kartoffelpflanzen in sauber gezogenen Reihen wachsen. Er hat die Hände in den Hosentaschen und blickt mit zufriedenem Lächeln in die Ferne.
Pedro Briceño ist Bauer, Kartoffel-Unternehmer und Pionier. Er hat sich als erster in der Region auf das Geschäft mit den „papas nativas“ verlegt, den alten Sorten.
Ein Teller voll Kartoffelchips. Sie sind nicht einheitlich gelb, sondern innen gelb-himbeerfarben oder gelb-violett meliert.
Die Kartoffelchips aus papas nativas sind ein Hingucker.
Hand mit Handschuh wirft himbeerfarbene, keulenförmige Kartoffel in einen Netz-Sack, in dem schon andere liegen.
María del Milagro Castro, die Frau von Pedro Briceño, verpackt gewaschene Kartoffeln für den Verkauf.
Tochter steht auf Ladefläche von Pick-Up, auf dem schon einige Kartoffelsäcke liegen. Mutter reicht ihr durchsichtigen Netz-Sacke mit mehreren Beuteln darin. Im Vordergrund blickt Vater nach unten und packt (nicht im Bild) den nächsten Sack. Alle tragen Mundschutz.
Alle packen mit an: Familie Briceño Castro lädt an ihrem Lager an der Autobahn Kartoffel-Säcke auf den Pick-up, um sie zur Kundschaft zu bringen. Von links: Mutter María, Tochter Judy und Vater Pedro.

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