Der Amazonas ist in Wahrheit ein Kulturwald

Die Indigenen Südamerikas sehen sich als Hüter des Waldes. Ihnen gelang, woran die meisten anderen scheiterten – die natürliche Vielfalt zu mehren. Können wir von ihnen lernen?

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Gegenlichtaufnahme eines Indigenen mit einem geschnitzten Zeremonialstab.

Fast scheint es ein Naturgesetz zu sein, dass aus blühender Vielfalt eine krisenanfällige Monokultur wird, sobald der Mensch auf den Plan tritt. Die Vorfahren der Maori beispielsweise rotteten Neuseelands große Beutetiere aus, kaum dass sie auf den Inseln angelangt waren. Das antike Rom verschlang derart viel Baumaterial, dass der Umkreis bald abgeholzt war. Und heute sind Schlagzeilen vom Niedergang der Biodiversität Alltag. Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten könnten in diesem Jahrhundert vom Aussterben bedroht sein, warnt der UN-Biodiversitätsrat.

Es ist wie ein Strudel: Innerhalb der letzten 40 Jahre hat der Planet die Hälfte seiner natürlichen Ökosysteme verloren, und gleichzeitig verdoppelte sich der Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Geschätzt ein Achtel der Tier- und Pflanzenarten unserer Erde könnte in den nächsten paar Jahrzehnten verschwinden.

Doch es ist kein Naturgesetz, dass wir Menschen den Reichtum der Natur zerstören. Indigene Kulturen zeigen, dass es auch anders geht. Die Bewohner des Amazonasregenwalds – etwa die Canela, die Wayana oder die Sateré-Mawé – machen das vor.

Urwald, der bei genauerem Hinsehen ein Garten ist mit den verschiedensten Pflanzen und Obstbäumen am Itacoai-Fluss, im indigenen Schutzgebiet Vale do Javari.
Der Urwald als Garten: Die Biodiversität des Amazonasregenwaldes ist zum Teil menschengemacht. Seit Jahrtausenden sorgen seine Bewohner für Vielfalt in ihrem Umfeld.
Frauen ernten Maniokknollen.
Die Bewohner*innen des amazonischen Tieflands sind Weltmeister*innen in der Diversifizierung. Die afroamerikanischen Aluku (Französisch-Guyana) unterscheiden 90 Manioksorten.

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