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Wie verändert sich unser Leben?

Welche Auswirkung haben aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft und Gesellschaft auf uns? Die Szenarien der ZukunftsReporter erzählen vom möglichen Alltag in der Zukunft.

von
18.01.2021
4 Minuten
Eine alte Schreibmaschine und ein modernes Netzwerk

Carina Frey, Alexander Mäder und Rainer Kurlemann haben ein neues journalistisches Projekt gestartet. Als ZukunftsReporter schauen wir ein paar Jahre nach vorn und erzählen von alltäglichen Situationen aus dem zukünftigen Leben. Wir denken uns diese Geschichten nicht einfach aus, all unsere Ideen haben einen wissenschaftlichen Hintergrund. Für uns ist es ein ungewöhnliches Experiment: Journalisten werden zu Korrespondenten aus einer anderen Zeit.

Dieses Projekt soll unsere Leserinnen und Leser zu einer Debatte anregen, ob wir so leben wollen, wie es die Szenarien beschreiben. Mittlerweile sind mehr als 40 Texte entstanden. Zudem diskutieren wir bei Live-Veranstaltungen mit Bürgerinnen und Bürgern über die Möglichkeiten, die wir für die Gestaltung der Zukunft besitzen, Unsere Szenarien behandeln künstliche Intelligenz und Daten, Ernährung, Mobilität, Arbeitswelt, nachhaltiges Leben, Entscheidungsprozesse, Gentechnik, Städte im Wandel, Pflege und Lebenswelten älterer Menschen.

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Künstliche Intelligenz verändert unseren Alltag

Künstliche Intelligenz (KI) wird bereits in vielen Bereichen unseres Lebens eingesetzt, doch die Reichweite und Tiefe der damit verbundenen Veränderungen überschauen wir noch nicht. Viele Menschen vergleichen den Einsatz der KI mit dem Einzug der Roboter in die Fabrikhallen. Andere denken an Hollywoodfilme mit Computern, die die Menschheit ausrotten. Doch beide Bilder greifen zu kurz. Im Bereich KI gibt es viel Erklärungsbedarf. Was tun, wenn der Mensch die Entscheidungen des Computers nicht mehr versteht? Was tun, wenn statt eines Arztes der Computer die Diagnose stellt? Was tun, wenn der eigene Job (bei uns der Journalismus) vom Rechner erledigt wird?

Für die Pflege älterer Menschen fehlt eine Lösung

Wir alle hoffen, dass wir selbst und unsere Angehörigen möglichst lange gesund bleiben. Dieser Wunsch lenkt von einem wichtigen Thema ab: Was passiert im Fall der Fälle? Was machen wir, wenn wir oder ein Angehöriger pflegebedürftig werden? Das ist ein brennendes gesellschaftliches Thema, noch dazu emotional aufgeladen. Die wenigsten sprechen darüber – weder die Angehörigen noch die Betroffenen. Wir tun es, und beschreiben, wie es wäre, wenn pflegende Angehörige ihren Dienst verweigern, wenn Pflegeroboter uns im Alter begleiten oder wenn Unternehmen Pflegeplätze einrichten, damit ihre Mitarbeiter zur Arbeit kommen können.

Gene liefern Informationen und werden zum Rohstoff

Das Thema Genetik und der Umgang mit menschlicher DNA erlebt eine gewaltige Dynamik. Europa lehnt Gentechnik auf dem Acker ab, auf anderen Kontinenten wird sie zum Normalfall. Eine Schweizer Forschergruppe hat künstliche DNA erzeugt. Gentechnisch veränderte Bakterien sollen wertvolle Rohstoffe produzieren. Der Deutsche Ethikrat lehnt den Eingriff in das menschliche Erbgut nicht mehr kategorisch ab. Gleichzeitig sorgt ein Bluttest zur Erkennung des Downsyndroms für Aufsehen. Wir haben Szenarien mit unterschiedlichen Blickwinkeln verfasst, die sich mit Planbarkeit von Schwangerschaften, Kindeswohl und dem eigenen Leben befassen. Was müssen Eltern über ein ungeborenes Kind wissen? Wie gehen wir damit um, wenn wir das genetisches Risiko für Krankheiten kennen? Wo könnte das erste Designerbaby entstehen? Können Wissenschaft und Gesellschaft Designerbays verhindern? Sollen wir Kinder auf der Basis von Gentests fördern?

Bürger wollen bei Entscheidungen beteiligt werden

Die Beschränkungen wegen des Coronavirus werden heftig diskutiert. Sie sind ein Beispiel für ein grundsätzliches Problem. Wie stark darf der Staat in das Leben der Bürgerinnen und Bürger eingreifen? Wie sollen Entscheidungen gefällt werden? Wie müssen sie erklärt werden? Transparenz ist ein Mittel gegen Verschwörungstheorien und Fake News. Uns Zukunftsreporter beschäftigt dieses Thema Beteiligung und Entscheidung sehr. In einem Szenario regt sich Widerstand gegen eine Expertenregierung, die bei einer aufziehenden Krise nur das objektive Wohl der Bevölkerung im Blick hat. In einem anderen Szenario versuchen die Machthaber das Volk mit psychologischen Tricks zu täuschen, damit es freiwillig die gewünschten Entscheidungen trifft.

Nachhaltigkeit und Wirtschaft – Suche nach neuen Wegen

Schon seit vielen Jahren lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse – auch in Deutschland. Wir gehen nicht nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen um. Klimakrise und Verlust an Artenvielfalt sind zwei besonders offensichtliche Folgen. Der Druck aus der Gesellschaft nach Veränderungen wächst. Wir stellen Veränderungen vor, die Widerspruch erzeugen. Pakistans Textilarbeiter fordern das Ende der Vergiftung ihrer Flüsse und demonstrieren in unseren Innenstädten. Biologen finden im Amazonas ein Insekt mit medizinisch nutzbaren Fähigkeiten. Friedemann Amann hat sich entschlossen, die wichtigsten Verbrauchsgüter des Lebens in seinem Landkreis zu produzieren. Benedikt Larson lässt sich sein Trinkwasser direkt aus Südamerika liefern, weil er dem hiesigen Leitungswasser misstraut.

Wie die Bevölkerung der Städte über den Verkehr denkt

Mobilität gehört zu den zentralen Themen in den Großstädten. Wie kommen die Menschen von A nach B? Wie wird der geringe Platz an Autos, ÖPNV, Fahrrädern und Fußgängern verteilt? Unsere Szenarien regen Widerspruch an. Die Bewohner einer Großstadt setzen sich auf die Straße und wehren sich gegen Autos, die die Luft verpesten. Eine Stadt schränkt den Parkraum für Autos radikal ein und das Konzept findet viele Freunde.

Wie ernähren wir uns in der Zukunft?

Ernährung ist im Wandel. Viele verschiedene Konzepte zeigen Alternativen auf. Fleisch oder vegan? Gentechnik oder Natur? Zählt der Preis oder die Qualität? Noch ist völlig offen, was sich durchsetzen wird. Auch die ZukunftsReporter haben Ideen: Kinder verlieren den Ekel vor Spinnen, weil sich Insekten auch in Deutschland als nachhaltige Lebensmittel durchsetzen. Und Ingenieure liefern eine Antwort auf Umweltschäden durch Rinderzucht: Das Steak kommt demnächst aus dem 3D-Drucker.

Die ZukunftsReporter bedanken sich für die Förderung des Projekts durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius für den Zeitraum 2018 und 2019.

Dieser Text wurde im Januar 2021 vollständig überarbeitet und aktualisiert.

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Rainer Kurlemann

Rainer Kurlemann

Rainer Kurlemann ist promovierter Chemiker und arbeitet seit mehr als 30 Jahren als Journalist. Er schreibt nicht nur über Wissenschaft, sondern sucht als Moderator auch den Dialog mit Menschen und Innovationen für die Diskussion über Wissenschaft. „Der Geranienmann“ ist sein erster Wissenschaftskrimi, weitere Bücher werden folgen.


die ZukunftsReporter

Unsere Zukunft beginnt nicht irgendwann, sondern schon heute. Wenn wir sie gestalten wollen, müssen wir unsere Optionen diskutieren. Die ZukunftsReporter zeigen auf, welche Herausforderungen auf uns warten, und sprechen mit Menschen, die dafür Lösungen entwickeln. Wir schreiben keine Science Fiction, sondern alltagsnahe, wissenschaftlich fundierte Zukunftsszenarien. Wir rechnen nicht damit, dass uns technische Erfindungen retten werden, und setzen uns für einen differenzierten Umgang mit Innovationen ein.

Die ZukunftsReporter laden auch zu öffentlichen Debatten ein, denn uns interessiert die Meinung der Menschen. Wir sind überzeugt, dass wir die Zukunft gemeinsam gestalten können, wenn wir ehrlich über mögliche Optionen diskutieren. Sie möchten Kontakt zu uns aufnehmen? Wir freuen uns auf Ihre Mail: hallo@zukunftsreporter.online

Drei Jahre lang waren unsere Beiträge dank der Förderung von Stiftungen kostenlos. Ab Mai 2021 bieten wir unsere ausführlichen Zukunftsszenarien mit wissenschaftlichem Hintergrund für einen kleinen Preis an. Wir finden: es lohnt sich!

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Redaktion: Alexander Mäder
Lektorat: Carina Frey
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