Fahrradparadies Kopenhagen

von Daniela Becker
13 Minuten
Das Bild zeigt die so genannte Fahrradschlange (auf EnglischCykelslangen, The Bicycle Snake). Das ist eine Brücke, die so konzipiert wurde, dass einzelne Teile der Stadt Kopenhagen für Fahrradfahrer und Fußgänger schneller miteinander verbunden werden. Autofahrer dürfen hier nicht drüber fahren.

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Kopenhagen will bis 2025 klimaneutral sein. Dazu hat die dänische Hauptstadt einen der Hauptverantwortlichen für den Klimagas-Ausstoß beherzt angepackt: den Verkehrssektor.

„Klimaschutz geht nur zusammen mit dem Rad“, sagt Morten Kabell, der als Bürgermeister für Umwelt und Technik auch den Ausbau der Radinfrastruktur verantwortet. Seit einigen Jahren bemüht sich die Stadt daher intensiv darum, dass sich die Kopenhagener statt mit dem Auto mit dem Rad fortbewegen. Zwischen 2004 und 2017 wurden in der dänischen Hauptstadt umgerechnet rund 270 Millionen Euro investiert: in den Ausbau der Fahrrad- und Fußgängerinfrastruktur wie Brücken, Abstellplätze und gesicherte Wege zu Schulen. Pro Einwohner und Jahr entspricht das ungefähr 40 Euro. Das Jahresbudget nur für den Ausbau der Radinfrastruktur liegt bei umgerechnet 13,5 Millionen Euro. Großprojekte werden zusätzlich separat finanziert.

Fast jeder Zweite fährt mit dem Rad zur Arbeit

Mit durchschlagendem Erfolg: Während an anderen Orten Europas die Radbewegung unter dem Begriff „Critical Mass“ um mehr Beachtung kämpft, sind Radfahrer in Kopenhagen inzwischen die relevanteste Gruppe unter den Verkehrsteilnehmern. 41 Prozent aller Bürger, die in der Innenstadt arbeiten oder studieren, nutzen das Rad, um zu ihrem Arbeits- oder Studienort zu pendeln. Wohnen sie auch in der Stadt, sind es sogar 60 Prozent. Strecken bis zu zehn Kilometern werden vorwiegend mit dem Rad zurückgelegt. Erst bei längeren Distanzen liegt das Auto wieder vorne.

Doch warum lassen so viele Kopenhagener das Auto stehen? Der Grund hierfür ist nicht etwa, dass die Dänen besonders ökologisch orientiert sind und das Klima schützen wollen. „Radfahren ist schlicht das schnellste Verkehrsmittel mit dem man von A nach B kommt“, sagt der Technische Bürgermeister Morten Kabell. Und dafür hat die Stadt viel getan.

Keine neuen Straßen mehr

Viele Großstädte stehen vor einem Verkehrskollaps. Weil immer mehr Menschen in die urbanen Ballungsräume ziehen oder zumindest dort arbeiten, rollt die tagtägliche Blechlawine nur behäbig vor sich hin; Staus sind an der Tagesordnung. In Deutschland lautet die Lösung oft immer noch: mehr neue Straßen, mehr Tunnel, mehr Parkhäuser. „Wir haben uns entschieden, danach zu planen, welches Transportmittel die meisten Menschen über eine Straße bewegt. Und das ist nicht der Privat-PKW“, sagt hingegen Morten Kabell. Neue Straßen werden in Kopenhagen gar nicht mehr gebaut. “Das nimmt einfach zu viel Platz weg“, so Kabell. Stattdessen werden die vorhandenen Straßen optimiert und das stets im Sinne der verbesserten Fahrradinfrastruktur. „Das ist die günstigste und effizienteste Maßnahme“, sagt der Stadtverantwortliche.

Hauptverkehrsstraße mit einem Pulk aus vielen Fahrradfahrern
An großen Kreuzungen sammeln sich in der Rushhour nicht selten Pulks von 40 bis 60 Radfahrern.
Autostraße, Radweg und Gehsteig sind von einander getrennt.Autostraße, Radweg und Gehsteig sind von einander getrennt.
Autostraße, Radweg und Gehsteig sind von einander getrennt.
Ein Bus hält. Fahrradfahrer können sich auf einem breitem Radweg daneben vorbeifahren.
Der Bus hält nicht auf dem Radweg. Die Radfahrer haben viel Platz. Fußgänger haben einen eigenen Streifen.
Markierungen an einer Kreuzung.
Radwege sind stets auffällig markiert.
Farbig markierter Radweg.
An gefährlichen Stellen wird mit Signalfarbe gearbeitet.
Eine Fahrradbrücke in Kopenhagen. Diese führt über einen Fluss.
Viel Geld hat die Stadt in den Bau spezieller Fahrradbrücken investiert. Die verbinden die einzelnen Stadtteile miteinander
Fahrradbrücke in Kopenhagen.
Auf diese Weise wird das Rad zum schnellsten innerstädtischen Verkehrsmittel. Ein Auto kann hier nicht drüber fahren.
Das Bild zeigt eine Baustelle, bei der Arbeiter einen Radstreifen markiert haben, damit der sichere Radverkehr nicht unterbrochen wird.
An Baustellen markieren Arbeiter Radstreifen, damit der sichere Radverkehr nicht unterbrochen wird.
Das Bild zeigt eine Treppe, bei der ein Rad über eine spezielle Rinnen einfach die Treppen hinunter und hoch befördert werden kann. Man muss das Rad also nicht tragen.
Tragen muss man sein Rad in Kopenhagen selten. Überall gibt es spezielle Spuren und Rinnen.
LED-Streifen: Bleibt das Licht auf der Höhe der Fahrerin grün, erreicht sie sicher die nächste grüne Ampel. Leuchtet die LED nicht, muss sie beschleunigen – oder kann sich Zeit lassen.
LED-Streifen: Bleibt das Licht auf der Höhe der Fahrerin grün, erreicht sie sicher die nächste grüne Ampel. Leuchtet die LED nicht, muss sie beschleunigen – oder kann sich Zeit lassen.
Eine junge Frau hält sich an einer Haltestangen fest. Auf diese Weise muss sie nicht vom Fahrrad absteigen.
Durch diese Haltestangen muss man nicht absteigen.
Haltestange.
Zwischendurch mal kurz anlehnen und die Nachrichten checken.
Radweg mit schrägem Mülleimer, in den man während der Radfahrt bequem Abfall entsorgen kann.
Während der Radtour eine Banane gegessen? In diesem schräg angebrachten Mülleimer kann man den Abfall bequem entsorgen – ohne anhalten zu müssen.
Ein Schneepflug räumt einen verschneiten Radweg.
Morgens werden als erstes die Radwege vom Schnee befreit.
Zahlreiche Fahrräder in einem Waggon der Dänischen Bahn.
Pendler können das Rad bequem im öffentlichen Nahverkehr von Kopenhagen mitnehmen – die Mitnahme ist kostenfrei.
Radlerin steigen mit Rad in S-Bahn in Kopenhagen.
Einfaches Ein- und Aussteigen in die S-Bahn. Für die Mitnahme von Kinderwagen gibt es ein eigenes Abteil.
Zahlreiche Fahrräder auf einem Parkpklatz
Auch in Kopenhagen gibt es Streit um öffentlichen Parkraum.
Ein Park, der früher Parkplatz war.
Früher Straße, heute Sitzfläche. Den meisten Kopenhagenern gefällt die Verwandlung ihrer Stadt.
Kleine Straße mit vielen Rädern.
Cafés und kleinere Läden profitieren vom Radverkehr. Radler lassen sich eher zu einem Spontankauf hinreißen, mit dem Auto wird nicht mal eben schnell angehalten.
Radfahrer gibt Handzeichen bevor er bremst.
„Achtung, ich bremse!“ signalisiert dieser Radfahrer.
Ein Radfahrer trägt Anzug
Für's Radfahren braucht man keine spezielle Kleidung. Einfach losradeln – fertig.
Gruppe von Radfahrerinnen.
Egal, ob elegant oder leger.
Ein kleines Mädchen fährt Fahrrad auf einem breiten Radweg. Einige Meter hinter ihr fährt die Mutter.
Ob mit Helm oder ohne.
Breiter Radweg mit Lastenrädern.
Mit dem Lastenrad lässt sich die ganze Familie kutschieren.
Ein Lastenradler transportiert seinen Hund
Auch die tierischen Mitglieder.

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