Schön häufig

Foto-Essay über die Vogelarten in unserer Nähe. Heute: Der Star, Vogel des Jahres 2018. Von Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker

Die gefiederte Artenvielfalt in Deutschland nimmt rapide ab. Viele Vogelarten, die noch vor wenigen Jahren häufig waren, befinden sich heute auf der Roten Liste. Nie gab es mehr gefährdete Arten als heute. Auch ohne in eine falsche, weil zur Passivität verleitende, fatalistische Weltuntergangsstimmung zu verfallen, ist die Furcht vor einem stummen Frühling ohne Vogelgesang berechtigt – ja, in Teilen ist diese Situation schon real.

In unserer Serie Schön häufig wollen wir gerade deshalb den Blick statt auf Seltenheiten und Besonderheiten auf die „häufigen Schönheiten“ unter unseren gefiederten Mitwesen richten, um für ihren Schutz zu werben. Wir zeigen Porträtfotos von Vogelarten, die fast jede und jeder schon häufig gesehen hat. Um eine neue Perspektive zu eröffnen und den Blick möglichst ungestört auf ihre natürliche Schönheit freizugeben, wurden die Vögel in eine Art Freiluftstudio gebeten, zunächst auf einer Terrasse im fünften Geschoss mitten in Berlin und seit einigen Wochen in einem Garten im Norden der Hauptstadt. Die Darsteller wurden durch eine Tränke und gelegentlich mit Futter zur Mitarbeit bewegt.

Die künstlich gestalteten, oft einfarbigen Hintergründe sollen helfen, die Umgebung auszublenden und die ganze Aufmerksamkeit auf den Charakter des jeweiligen Vogels zu lenken – ihn als Mitgeschöpf und als Persönlichkeit zu sehen. Nach Amsel und Ringeltaube in den ersten beiden Teilen der kleinen Serie folgen heute Porträts des Stars, der gerade zum „Vogel des Jahres“ 2018 gekürt wurde. 

Noch gibt es im Schnitt rund dreieinhalb Millionen Paare Stare in Deutschland. Damit zählt er zwar immer noch zu den häufigsten Vogelarten hierzulande. Meist sieht man Stare in Gruppen, im Herbst sogar in riesigen Schwärmen.
Noch gibt es im Schnitt rund dreieinhalb Millionen Paare Stare in Deutschland. Damit zählt er zwar immer noch zu den häufigsten Vogelarten hierzulande. Meist sieht man Stare in Gruppen, im Herbst sogar in riesigen Schwärmen.
Thomas Krumenacker
Nach dem Ausfliegen aus der Bruthöhle - Stare sind Höhlenbrüter - versammeln sich die Jungstare oft zu großen Verbänden und streifen umher.
Thomas Krumenacker

Im Herbst weicht das violett schillernde Gefieder des Prachtkleids einem schlichteren Federkleid. Die charakteristische Sprenkelung bleibt aber erhalten.
Thomas Krumenacker

Bei näherer Betrachtung scheint das Gefieder der Stare im Prachtkleid in unzähligen Violett- Blau- und Brauntönen.
Etwa seit der Jahrtausendwende bricht der Bestand dieses Allerweltsvogels in allen Teilen Deutschlands massiv ein.
Etwa seit der Jahrtausendwende bricht der Bestand dieses Allerweltsvogels in allen Teilen Deutschlands massiv ein.
Thomas Krumenacker

In der aktuellen Roten Liste der Brutvogelarten Deutschlands wird die Art wegen des rapiden Tempos ihrer Bestandsabnahme erstmals als gefährdet eingestuft.
In der aktuellen Roten Liste der Brutvogelarten Deutschlands wird die Art wegen des rapiden Tempos ihrer Bestandsabnahme erstmals als gefährdet eingestuft.
Thomas Krumenacker

Blick in eine ungewisse Zukunft. Die Gründe für den Rückgang der Staren-Bestände sind typisch für die Probleme auch anderer Vogelarten offener Landschaften: Eine immer intensiver betriebene Landwirtschaft mit hohem Chemikalieneinsatz, einem Rückgang der Weidehaltung und einem Mangel an geeigneten Brutplätzen durch das Fehlen von alten Obstbäumen in der ausgeräumten Agrarlandschaft.
Thomas Krumenacker
Eine atemberaubende Negativkarriere für einen der häufigsten Vögel in ganz Europa. Der Naturschutzbund NABU und der bayerische Landesbund für Vogelschutz haben den Star zum „Vogel des Jahres“ 2018 gewählt, um auf seine Bedrohung aufmerksam zu machen und für seinen Schutz zu werben.
Thomas Krumenacker

Der Star – ein echter Star.
Der Star – ein echter Star.
Thomas Krumenacker

Dieser Artikel ist Teil des Startangebots von "Die Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt". Mit unseren Artikeln wollen wir Ihnen zeigen, was Sie journalistisch und thematisch erwartet, wenn bald unser Abonnement beginnt. Ab dann bekommen Sie alle Flugbegleiter-Artikel für 3,99 Euro/Monat oder im Einzelkauf. Näheres über uns erfahren Sie hier. Email: abo@flugbegleiter.org