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Barnards Stern – ein Schnellläufer mit Planet

Der Sternenhimmel im Oktober 2020

von
01.10.2020
4 Minuten
Die Himmelskarte zeigt die Stern- und Planetenpositionen für Anfang Oktober 2020 über Frankfurt am Main gegen 22:30 Uhr MESZ.

Eigentlich ist er recht unscheinbar: Barnards Stern im Sternbild Schlangenträger. Dennoch ist er bei einer Entfernung von sechs Lichtjahren der zweitnächste Stern in Sonnenumgebung, näher ist uns nur noch das Dreifachsystem Alpha Centauri. Er besitzt etwa 0,16 Sonnenmassen und liefert nur vier Promille der Strahlungsleistung der Sonne. Im Jahr 1916 fiel dem amerikanischen Astronomen Edward Emerson Barnard auf, dass sich dieser Stern im Vergleich zu den übrigen Sternen besonders schnell am Himmel bewegte. Der daher auch als Barnards Pfeilstern bekannte Stern zeigt nach wie vor die bisher größte bekannte Eigenbewegung unter allen Sternen. Und er zeichnet sich noch durch andere Auffälligkeiten aus: Spekulationen über Planeten bei diesem Stern reichen weit in die 1960er Jahre zurück. Damals interpretierte der niederländisch-amerikanische Astronom Peter van de Kamp regelmäßig wiederkehrende Schwankungen in der Sternposition als Hinweis auf ein oder gar zwei planetare Begleiter vergleichbar mit der Masse Jupiters. Später konnten unabhängige, verbesserte Messungen zur Bestimmung der Sternposition diese Schwankungen jedoch nicht bestätigen. Schließlich stufte man sie als Artefakte instrumentellen Ursprungs ein.

Dennoch blieb Barnards Stern für die Suche nach Exoplaneten auch weiterhin attraktiv. Denn Schätzungen hatten ergeben, dass erdähnliche oder etwas massereichere Planeten bei dieser Klasse von Sternen nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel sein sollten.

Die Himmelskarte zeigt die Stern- und Planetenpositionen für Anfang Oktober 2020 über Frankfurt am Main gegen 22:30 Uhr MESZ.
Der Sternenhimmel Anfang Oktober 2020 über Frankfurt am Main gegen 22:30 Uhr MESZ.

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Dr. Felicitas Mokler

Dr. Felicitas Mokler

Felicitas Mokler ist Astrophysikerin und Wissenschaftsjournalistin. Sie schreibt für Medien wie die Neue Zürcher Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Spektrum der Wissenschaft und Sterne und Weltraum.


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