Nachhaltige Landwirtschaft: Welche Rolle haben Ackerböden für den Klimaschutz?

Der Zustand der Ackerböden wird immer schlechter. Dabei können sie wahre Klimaretter sein – mit den richtigen Methoden. Ein Brandenburger Landwirt zeigt, wie es funktionieren kann.

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Tino Ryll zeigt die Erde auf einem seiner Felder.

Dürre, Hitze, Wasserknappheit: Der Sommer 2022 war bereits der dritte zu trockene Sommer innerhalb von nur fünf Jahren. „Wir hatten daher auch Verluste bei den Sommerungen, wie Lein, Mais, Sonnenblumen, die im Frühjahr gesät und im Herbst geerntet werden“, sagt Tino Ryll, konventioneller Landwirt aus Brandenburg – eine Region, die bereits heute als eine der trockensten deutschlandweit gilt. Das Frühjahr 2022 war bereits trocken und dann kam die Dürre im Sommer. Mit dem Fortschreiten der Klimakrise werden Dürreperioden, Hitzewellen, Starkregenereignisse, Spätfröste weiter zunehmen, der Druck auf die Landwirt:innen, wie Tino Ryll, wird immer größer.

Dabei ist die Landwirtschaft selbst einer der Haupttreiber der Klimakrise. Allein in Deutschland ist sie für rund acht Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das ist mehr als alle Lkw und Busse zusammen verursachen. Doch Landwirt:innen können ihre Felder klimafreundlicher bewirtschaften, auf trockenere Zeiten einstellen. Eine Lösung dafür liegt im Boden, genauer gesagt: im Ackerboden, der Boden des Jahres 2023.

Der Boden als Klimaschützer

Gerade in Sachen Klimaschutz steckt großes Potenzial im Ackerboden: Er kann riesige Mengen CO₂ aus der Atmosphäre entnehmen und als Kohlenstoff im Boden speichern. Denn Pflanzen bilden aus dem CO₂, das sie konstant aufnehmen, nicht nur Sauerstoff, sondern auch Kohlenhydrate, die sie für den Aufbau ihrer Blätter, Stängel und Wurzeln behalten. Nach dem Absterben der Pflanze wird diese von Bodentieren und Mikroorgansimen zersetzt. So gelangt der Kohlenstoff in den Boden und wird dort gespeichert. Laut Thünen-Institut nehmen Böden gut viermal so viel Kohlenstoff wie die oberirdische Vegetation und doppelt so viel wie die Atmosphäre auf. US-amerikanische Wissenschaftler schätzen, dass Böden – vor allem landwirtschaftliche Böden – jedes Jahr weltweit mehr als eine Milliarde Tonnen Kohlenstoff zusätzlich binden könnten.

Landwirt Tino Ryll steht im Sonnenblumenfeld auf seinem Hof in Brandenburg.
Seit 2018 setzt Landwirt Tino Ryll auf die regenerative Landwirtschaft.
Die Pflanze Phacelia wächst als Untersaat auf einem Feld. Sie sorgt für Humusaufbau, mehr Biodiversität. und ist auch als Bienenfreund bekannt.
Die Pflanze Phacelia wächst als Untersaat auf einem Feld. Sie sorgt für Humusaufbau, mehr Biodiversität. und ist auch unter dem Namen Bienenfreund bekannt.
Pflanzenkohle aus Laub- und Nadelholz als CO2-Speicher.
Pflanzenkohle aus Laub- und Nadelholz.
Landwirt Tino Ryll auf einem seiner Felder.
Landwirt Tino Ryll auf einem seiner Felder.
Die Rotary Hoe, eine Maschine zur Bodenbearbeitung. Sie wird in der regenerativen Landwirtschaft eingesetzt.
Eine Maschine zur Bodenbearbeitung auf dem Hof des Landwirts Tino Ryll. Sie wird in der regenerativen Landwirtschaft eingesetzt.
Die Gerstenwurzel eines benachbarten Landwirts, der herkömmliche Methoden anwendet.
Die Gerstenwurzel eines benachbarten Landwirts, der keine regenerative Landwirtschaft betreibt.
Eine Gerstenwurzel mit vielen Wurzeln – dank regenerativer Landwirtschaft.
Eine Gerstenwurzel mit vielen Wurzeln – dank regenerativer Landwirtschaft.

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