Trotz Polizeistaat und Schulden: Warum El Salvador erneut für Nayib Bukele stimmen wird

El Salvador ist das Land mit der höchsten Rate an Gefangenen weltweit. Viele davon sind unschuldig. Trotzdem wird die Bevölkerung am Sonntag Präsident Nayib Bukele wiederwählen. Was ist sein Erfolgsgeheimnis?

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El Salvadors Präsident Bukele im beigen, hautengen Pulli, gestikuliert an einem Rednerpult, dahinter die Landesflagge.

Viele Lateinamerikanerïnnen verehren ihn, andere halten ihn für einen Hochstapler, und der Rest der Welt hat erst durch ihn erfahren, wo El Salvador überhaupt liegt: Präsident Nayib Bukele.

Der Mann bezeichnet sich selbst als „coolsten Diktator” der Welt. Am Sonntag tritt der 42-Jährige zur Wiederwahl an und dürfte haushoch gewinnen. Warum erläutern wir hier.

Eine Kaffeetasse mit den Antlitz des salvadorianischen Präsidenten in einem Regal am Flughafen.
Rund um El Salvadors Präsident Bukele hat sich ein Fankult entwickelt. Hier Erinnerungstassen am Flughafen.
Duzende von Soldaten im Gleichschritt in olivfarbener Tarnkleidung und mit Gewehren, von oben fotografiert.
Soldaten bei einer Militärparade in San Salvador im September 2023. Die harte Hand gegen die Kriminalität hat Tradition in dem mittelamerikanischen Land, hat sich jedoch mittelfristig als Sackgasse erwiesen.
Eine unverputzte Mauer mit einem Graffiti MS, daran laufen zwei Schüler in weisser Uniform vorbei auf einem Trampelpfad.
Bis 2022 terrorisierte die Mara Salvatrucha MS das Armenviertel Majucla von San Salvador. Nun herrscht dort Frieden, doch an der Schule prangt noch das Graffiti der Gang. Und die Armut bleibt.
Nachtbild, auf der Bühne im bunten Scheinwerferlicht ein Mann mit Bart und weisser Baseballkappe.
Präsident Nayib Bukele bei der Veranstaltung zur Einführung des Bitcoin im Juni 2021 als offizielle Zweitwährung neben dem Dollar in El Salvador.
Eine Frau mit einer Schürze umgeben von einem bunten Durcheinander mit Waren aller Art, von Obst bis Medikamenten.
Eine Markthändlerin in Santa Ana im Westen von El Salvador. Viele leben vom informellen Handel. Die Armut beträgt 30 Prozent.
Das X-Profil von Nayib Bukele. Hier charakterisiert er sich als coolster Diktator der Welt.
Nayib Bukele nutzt die sozialen Netzwerke als Propagandaplattform. Sein Profil wechselt er oft und versieht es mit provokativen Beschreibungen wie „coolster Diktator der Welt“ oder „Philosophen-König“.
Ein Kind auf einer bröckeligen Mauer, dahinter eine kleine Gasse mit bunten Häusern und einem offenen Abwasserkanal.
Ein Armenviertel in San Salvador. Bis vor kurzem herrschten dort noch die Jugendbanden. Jetzt können die Kinder unbehelligt auf der Strasse neben dem Abwasserkanal spielen. Doch viel Freizeitangebote oder Arbeitsplätze gibt es nicht.
Nachtbild, ein grell beleuchteter riesiger und moderner Prachtbau.
Die mit chinesischer Finanzierung errichtete neue Megabibliothek im Stadtzentrum von San Salvador.
Eine abgewrackte, ausgebrannte Ruine, davor ein Straßenhund, umgeben von Müll und Schutt.
Der Markt von Santa Ana ist abgebrannt. Ersatz wurde bislang nicht gebaut. Deshalb müssen die Händlerïnnen ihre Waren an Straßenständen verkaufen.
Eine Mutter im blauen Shirt zeigt den Ausweis ihres festgenommenen Sohnes in die Kamera.
Eine Mutter im März 2023 wartet vor der Polizeistation in San Salvador und bittet um Informationen über ihren Sohn. Er wurde vor einem Jahr am Marktstand festgenommen. Seither hat sie wegen des Ausnahmezustands keine Informationen über ihn.
Der Präsident und seine Delegation, beschützt von schwer bewaffneten Polizisten, geht durch den weiten Flur eines modernen Gefängnisses.
El Salvadors Präsident Nayib Bukele bei der Besichtigung des neu gebauten Hochsicherheitsgefängnisses Cecot.
Bukele stehend in einem Militärjeep, flankiert von salutierenden Offizieren, fährt an stramm stehenden Soldaten vorbei.
El Salvadors Präsident Bukele nimmt im Jeep eine Militärparade ab.
Ein alter gelber US-Schulbus fährt auf einer ungeteerten, staubigen Piste an Marktständen vorbei.
Alte in den USA ausrangierte Schulbusse sorgen für den öffentlichen Nahverkehr. Hier auf einem Markt im Westen des Landes.

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