Karte mit Mitgliedsstaaten des Comesa-Wirtschaftsraumes.

Die tunesische Wirtschaft müsse sich endlich gen Süden orientieren, um nicht mehr so stark vom Handel mit Europa abhängig zu sein, klang es im tunesischen Wahlkampf unisono quer durch die politischen Lager. Wahlversprechen oder ernsthafter Wille, die tunesischen Handelsbeziehungen zu restrukturieren? Mit dem Beitritt zur Comesa, der 1994 gegründeten Organisation zur Schaffung eines gemeinsamen Marktes für die Mitgliedsländer des südlichen und östlichen Afrikas, ist Tunesien diesem Ansinnen zumindest auf dem Papier einen Schritt nähergekommen.

„Wir sind eigentlich viel zu spät dran“, meint Chawki Jaballi, Kooperationsdirektor im tunesischen Handelsministerium, der dort für den Comesa-Beitritt und den afrikanischen Kontinent zuständig ist. Wenn es nach ihm ginge hätte der kleinste Maghrebstaat den Schritt ins Afrika südlich der Sahara schon viel früher gehen müssen. Doch viele Tunesier fremdeln nach wie vor mit dem südlichen Teil ihres Kontinents. Auch bei den Wirtschaftsbeziehungen liegt der Fokus auf Europa. Nur 2,5% der tunesischen Exporte gingen derzeit in den Comesa-Raum, rund drei Viertel zu den Nachbarn nördlich des Mittelmeers. Der Wegfall der Zollschranken würde den Export kräftig ankurbeln, hofft Jaballi.

Bild des tunesischen Parlaments
Nachdem das tunesische Parlament dem Beitritt zur Comesa einstimmig zugestimmt hat und alle Formalitäten geregelt sind steht der Öffnung des Handels nichts mehr im Weg.
Getreidekörbe
Landwirtschaftserzeugnisse spielen im neuen Abkommen eine große Rolle.

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Sarah Mersch

Sarah Mersch

Sarah Mersch berichtet als freie Korrespondentin aus Tunesien. Sie ist Mitglied von Weltreporter.net.


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