„Ohne die Nachfrage zu senken, bekommen wir das Wasserproblem nicht in den Griff.“

Im Kampf gegen Wasserknappheit in Katalonien reichen technologische Lösungen nicht aus, sagt Lluis Basteiro. Der Sprecher der Plattform „Aigua es Vida“ fordert ein Umdenken von Politik und Gesellschaft.

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Das Becken des Stausees in Sau ist fast leer. Die Staumauer und die Sedimente an den Hängen sind über mehrere Dutzend Meter zu sehen.

Katalonien leidet unter der schlimmsten Dürre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In den letzten drei Jahren haben sich die Niederschläge drastisch reduziert. Die Pegel der Stauseen sind auf einem historischen Tiefstand. Um die Trinkwasserversorgung für die Metropole Barcelona zu garantieren, setzt die Regionalregierung auf Entsalzungsanlagen und Wasser-Recycling. Der Plattform „Aigua és vida“ („Wasser ist Leben“) geht das nicht weit genug. Sie fordert ein grundlegendes Umdenken. Ein Interview mit deren Sprecher Lluis Basteiro über ein globales Problem: Wo bekommen wir in Zukunft unser Trinkwasser her?

Die katalanische Regionalregierung hat angekündigt, die Großstadt Barcelona ab dem Frühsommer teils über Tankschiffe mit Trinkwasser zu versorgen, sollte es weiter nicht regnen: Ein Drittel des täglichen Bedarfs, 60.000 Kubikmeter Trinkwasser, könnte so gestillt werden. Die notwendigen Installationsarbeiten am Hafen dafür laufen bereits. Lluis Basteiro, halten Sie diese Maßnahme für sinnvoll?

Ein Mann mit langen, zum Pferdeschwanz gebundenen Haaren, blickt lächelnd in die Kamera.
Lluis Basteiro von der katalanischen Plattform „Aigua és Vida“
Blick in den Osmosesaal der Entsalzungsanlage bei Barcelona. Zu sehen sind grüne und gelbe Rohre und blaue Module, in denen durch Osmose Wasser entsalzen wird.
Die Entsalzungsanlage in Barcelona läuft seit zwei Jahren auf Hochtouren.

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